Alles was du den Menschen, die sich aus fragwürdigen Gründen nicht Impfen lassen, hier unterstellst, also geringe Ambiguitätstoleranz, totalitäre-autoritäre Neigung, etc., existiert definitv auch bei Menschen, die sich haben impfen lassen. Höchstwahrscheinlich gibt es mehr von „diesen“ Menschen, die sich geimpft haben, als die sich nicht geimpft haben, weil Glaube [sic] an Wissenschaft in unserer Gesellschaft nun mal prävalent ist.
Offen gesagt habe ich inzwischen immer öfter den Eindruck, dass es dieser Schlag geimpfter Menschen mit „totalitärer-autoritärer Neigung“ ist, der in Foren und Kommentarsektionen am lautesten über die Menschen, die sich nicht impfen wollen herziehen, sowie eine allgemeine Impfpflicht fordern. Sie verbreiten ein Narrativ, in dem die Menschen ohne Impfung nicht als Mitmenschen, sondern als „die Schwurbler“ oder „die Impfmuffel“ oder als sonstigen derogativen Bezeichnungen abgewertet werden, denen man per se kein Gehör gewähren braucht.
Einzig weil diese Menschen, in diesem Fall, zufällig auf der Seite der Mehrheit stehen, werden sie öffentlich nicht als Problem wahrgenommen.
Ich möchte deiner Aussage in keiner Weise widersprechen. Ich möchte sie nur durch den eben formulierten Gedanken ergänzen, um deutlich zu machen, dass die Schnittmenge von den Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen und den Menschen, die in demokratiegefährdende Paradigmen denken, vermutlich sehr viel kleiner ist, als man auf den ersten Blick meinen mag.
Ich finde es übrigens auch interessant mir selbst die Frage deines Lackmus-Tests zu stellen: „Unter welchen Umständen wäre ich bereit, meinen Standpunkt zu ändern?“ Also wann wäre ich bereit mein Vertrauen in den wissenschaftlichen Konsens zu hinterfragen, so wie er bei mir ankommt. Mir vorzustellen diesen Bezugsrahmen aufzugeben, ist echter cosmic horror shit. Vielleicht empfinden Menschen die an Verschwörungsmythen glauben ähnlich, wenn Menschen versuchen ihnen ihren Bezugsrahmen auszureden.
Danke für die Inspiration zu diesen Gedanken.