LagEr
21
Also bei uns ist die Benutzung der öffentlichen Bibliotheken für Bürgergeldempfänger kostenlos. Tageszeitungen sind da frei nutzbar, sogar online. So völlig unmöglich ist es nicht, informiert zu sein.
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Mike
22
Die FDP beschwört ja immer den Leistungsgedanken. Alle müssen/ sollen mehr leisten/arbeiten, um den ominösen Wohlstand zu sichern.
Und wer wenig hat (wie Bürgergeldempfänger) leistet offensichtlich zuwenig (wenn man Ursachen komplett ausblendet).
Also muss man diese aus neoliberaler Sicht extrinsich motivieren durch den Entzug von staatlichen Leistungen. Quasi: „Wer ganz unten ist, wird sich bei genügend Druck wieder hocharbeiten“.
Soweit hab ich Lindner und die FDP jetzt verstanden.
Nun ist die FDP jetzt seit fast 3 Jahren Teil einer Bundesregierung und stellt Finanzminister u.a., kann also maßgeblich mitregieren und gestalten.
Nun sind die Wirtschaftsdaten eher schlecht, die FDP dümpelte bei den letzten Wahlen um 2% herum, kratzt bundesweit eher unterhalb der 5% Hürde herum.
Also ist die FDP eher „ganz unten“.
Zeigt die FDP (und Herr Lindner) Zuwenig Leistung? Sind sie nicht motiviert genug? Müsste man diese ggf durch Kürzungen bei der Parteienfinanzierung und den Diäten wieder motivieren, mehr zu leisten?
Mal ernsthaft neoliberal gefragt….
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Moreau
23
Dann entsende ich einen schönen Gruß aus der Landregion. In meiner Gegend gibt es zwei öffentliche Bibliotheken. Eigentlich ist die eine aber nur eine größere Telefonzelle ( die ja heutzutage gerne mal zum Büchertausch genutzt werden ), die legentlich einen kleineren Raum besitzt und weder Tageszeitungen noch Zeitschriften führt. Die andere ist schon ca 20 km entfernt und die Zeitungen sind hier leider nicht online lesbar. Bei den Takten des öffentlichen Nahverkehrs hier ( alle 2 Stunden ein Bus ) ist also der Aufwand, eine Tageszeitung zu lesen, ein wenig hoch. Die Fahrtkosten kommen auch noch dazu.
Nicht jeder wohnt in einer Stadt, die eine gut geführte und bestückte Bibliothek hat. Von daher ist also der Zugang zu solchen Möglichkeiten mitunter mehr als begrenzt bis gar praktisch kaum möglich.
Abgesehen davon kann man wohl die Menschen, die sich tatsächlich auf die von Ihnen aufgeführte Weise informieren, wohl an einer Hand abzählen. Übrings wäre auch noch interessant zu erfahren, wieviel Exemplare der Zeitungen in der jeweiligen Bibliothek vorhanden sind. Gibt es zB nur 1-2 Ausgaben, dann kann man u.U. lange warten, bis man selbst an die Reihe kommt. Bei der Online-Ausleihe müsste man wissen, ob es sich ähnlich verhält wie mit den E-Books. Die Bibliotheken besitzen nämlich eine bestimmte Anzahl von Lizenzen für das jeweilige Buch und dürfen dementsprechend auch nur diese verleihen. Gilt das auch für Zeitungen?
Ich denke, der Zugang zu grundlegenden Informationen sollte möglichst einfach sein. Mir ist durchaus klar, dass das in einem kapitalistischem Wirtschaftssystem schwierig ist. Daher aber auch die Idee eines gemeinsamen Abos für verschiedene Zeitungen. Gerne auch frühstens vom Vortag. Da bleibt der Anreiz zum Kauf von aktuellen Abos der einzelnen Zeitungen nach wie vor vorhanden, aber man gibt vielen anderen die Möglichkeit, sich am Ende doch vernünftig zu informieren.
An anderer Stelle schlug Daniel_K vor, sich via Podcasts zu informieren. Natürlich gibt es gute Podcasts. Die Lage ist ja das beste Beispiel dafür. Ich finde es nur schwierig, sich da dann die passenden Informationen herauszusuchen. In Zeitungen suche ich online nach einem bestimmten Schlagwort und bin fix bei den passenden Artikeln. Das ist so bei Podcasts nicht möglich. Ich finde, Podcasts sind eine von mehreren Möglichkeiten, sich tiefer über manche Themen zu informieren. Aber im Alltag liegt es in der Natur der Sache, dass der Umgang mit ihnen nicht unbedingt praktisch ist, wenn man sich schnell ein wenig Hintergrundwissen aneignen möchte. Gerade in Bezug auf meinen Hinweis, dass bei vielen Menschen die Zeit, in der sie sich mit soetwas beschäftigen, eher knapp bemessen ist.
Am Ende noch ein kurzer Hinweis zum Thema „Zensur“. Natürlich gibt es eine Zensur auch außerhalb des staatlichen Eingriffs. Das habe ich selber mehrfach erlebt. Zum einen gibt es bei so einigen Zeitungen/Magazinen generelle Ausrichtungen, die kaum bis garkeinen Platz lassen für alternative Ansichten oder gar Gegenpositionen. Zum anderen gibt auch direkte Einflußnahmen zb von Chefredakteuren, die zb verbieten, bestimmte Artikel zu schreiben. Kleines Beispiel gefällig? Als damals Bush Sen. gegen den Irak Krieg führte und Kuweit „befreite“, gab es bei uns in der Zeitung die glasklare persönliche Ansage des Chefredakteurs an die Politikredaktion, keinerlei negative oder auch nur kritische Berichterstattung über die Amerikaner zu bringen. Zwei Redakteure haben es trotzdem gemacht und da war dann die Hölle los. Danach hat sich keiner mehr getraut, gegen die Ansage zu handeln. Solche Direktiven gab es öfters. Das war kein staatlicher Eingriff, aber eine klare Zensur. Es wäre weltfremd zu glauben, dass es in Redaktionen nicht zumindest eine klare Richtung als Vorgabe gibt für bestimmte Themen. Rein theoretisch sind die selbstverständlich nicht rechtlich bindend, aber gegen sie zu handeln dürfte in der Regel negative Folgen haben.
Gerade aufgrund dieser verschiedenen Ausrichtungen ist es besonders wichtig, sich über eine möglichst breite Palette an Informationsangeboten schlau zu machen.
Was ich vermisse - gerade in der heutigen Zeit - ist ein staatliches Angebot, welches unser Staatssystem vom Bund über die Länder bis hin zu den Kommunen möglichst einfach erklärt. Ja, es gibt Möglichkeiten, sich dies zusammenzusuchen. Aber ich würde in der aktuellen Situation es für klug halten, die Demokratie und den Rechtsstaat massiv und offen durch Informationsoffensiven zu bewerben. Der größte Feind der beiden ist die Desinformation. Und die wird massiv und offensiv betrieben. Da fehlt mir eine Gegenbewegung. Ein TikTok-Account des Kanzlers mit seiner Aktentasche als Hauptfigur ist - sagen wir - eher dezent untauglich als Gegenpol.
Idefix2
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Nein nein nein. Das kann nicht sein. Es gibt sicher andere Kräfte und Bremser, die die FDP an ihrer genialen und freien Entwicklung hindern. Da sind andere schuld sag ich dir. Das System, die Sozialisten. Würde man sie nur machen lassen, also die FDP, dann wäre ein leistungsgerechter Wahlerfolg garantiert, so um die mindestens x %…
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Neffets
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In 2 anderen Threads wird ja gerade zum Thema ÖRR diskutiert.Dem kommt hier mMn eine Schlüsselrolle zu, da die Programme, aber auch der Online-Auftritt für jeden in Deutschland frei zugänglich sind. Darum habe ich auch sowenig Verständnis für die Pläne, Online-Texte wegen ihrer „Presseähnlichkeit“ zu beschränken.
Für mich ist zZ der ÖRR inklusive der Online-Angebote die Beste und ohne Einschränkungen nutzbare Art sich zu informieren, auch ohne Einfluss des persönlichen Geldbeutels.
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