unsere neueste Folge ist live. Und wir würden gerne mit Euch darüber diskutieren. Erstmal musste ich mich aufregen, weil offenbar einige Leute sich die E-Auto-Prämie über Umwege beschaffen - obwohl sie gar nicht berechtigt wären. Außerdem versteh ich wirklich nicht, dass auch absolute Luxus-Autos über 100.000 Euro von unseren Steuergeldern gefördert werden.
Wie seht ihr das?
Außerdem haben wir über E-Autos beim Carsharing gesprochen. Habt ihr da schon Erfahrungen gemacht? Ich wundere mich ja immer wieder, warum es so wenige E-Autos in den Sharingflotten gibt - also zumindest in meinem Umfeld. Wie ist es bei Euch?
Und bei unseren E-Auto-Mythen haben wir mal erklärt ob es stimmt, dass man den Akku nie bis 100 Prozent laden sollte.
Haut gerne Euer Feedback hier rein oder auch weitere Themen, die Euch interessieren.
Sicherlich ist das in Frage zu stellen. Nach Recherche in der Zulassungsstatistik liegen die Bewilligungen an Fahrzeugen mit einem Referenzpreis unter 50t€ bei weit über 80%, Fahrzeuge mit einem Grundpreis von mehr als 100.000€ kommen auf lediglich 0,2% Bewilligungen.
So wie das aussieht, erreicht die Förderung überwiegend Volumenmodelle unter 50.000€ und die diskutierten Luxusfahrzeuge sind statistisch eine Randerscheinung.
Problematischer finde ich, dass die Förderung nur knapp zu 30% deutschen Konzernen zu Gute kommt und somit ein Großteil der Förderung an ausländische Unternehmen (hier vor Allem Tesla und chinesische Hersteller) fließt.
0,2 % ist echt nicht viel, aber man hätte ohne großen Aufwand auch den Listenpreis auf 70.000 oder 100.000 € begrenzen können. Einfach, weil es richtig wäre.
Und natürlich absolut keine Plug-In-Hybride fördern, wie Christina sagte. Erst recht keine für um die 100.000 €…
Ist halt die Frage, ob man E-Mobilität für niedrige Einkommen fördern will, oder deutsche Autohersteller. Ich würde sagen, wenn diese keine passenden und attraktiven E-Fahrzeuge anbieten, haben sie Pech gehabt
Ich persönlich habe eigentlich damit gerechnet, dass die Förderung nicht so gut angenommen wird, denn die hohe Förderung ist an ein vergleichsweise niedriges Grundeinkommen gekoppelt.
Zusätzlich muss man den Förderbetrag vorfinanzieren und bekommt das Geld nach Antragstellung irgendwann zurück (das soll wohl schnell gehen).
Aber es ist schön zu sehen, dass die Zulassungszahlen der E-Autos steigen.
Und natürlich wäre es sinnvoll und einfach gewesen, eine Obergrenze bei dem zu fördernden Listenpreis einzuziehen.
Zu den Verteilungen der Fahrzeuge: Momentan ist der Volkswagen-Konzern das deutsche Unternehmen, was mit 23% der bewilligten Förderanträge am Meisten von der Förderung profitiert. Danach kommen Tesla (17%), Stellantis (14%), Hyundai (11%), Renault (6%), Leapmotor (5%), BYD (5%), BMW (5%), …
Mercedes ist mit 1,1% nahezu nicht vertreten in der Liste. Dort fehlen aber auch attraktive und bezahlbare E-Fahrzeuge.
Im Volkswagen Konzern geht der Großteil der geförderten Fahrzeuge an Skoda und Cupra, nicht an die Marke Volkswagen selbst.
Wer sich über Dinge aufregt, die ihm im Reddit-Hole begegnen, ist selbst schuld.
Die Forderung ist natürlich keine Käufer-, sondern eine Händlerförderung. Nicht umsonst wurde die letzte Grenze nach oben ja eingeführt, um Tesla rauszuhalten. Und da kann man das mit den 100.000€-Schlitten auch entspannt sehen. Das sind 6% Rabatt. Die hätten die Käufer auch so bekommen.
Am Ende geht es bei jeder Förderung nur um Wirtschaftsförderung und nur für Autobesitzende. Das hatten wir in der Vergangenheit fast immer, dass unter dem Deckmantel Umweltförderung man nur profitiert hat, wenn man möglichst teuer gekauft hat.
Prämien zum Neukauf und Verschrottung. Auch nur für Auto Besitzende Für ein E-Bike gab es nie eine Förderung.
Wenn ich mein Auto abgeben habe, bekam ich in manchen Städten ein Öffi Ticket für ein Jahr umsonst. Hatte ich nie ein Auto, weil ich schon immer umweltfreundlich lebe, schaue ich in die Röhre. Dort gab es die Prämie nie. Weil es muss in jedem Konzept ein Auto mit drin stehen. Öffis fahren und radeln zählen in einem Autoland nicht als umweltfreundlich.
Ist halt die Frage, was die Zielsetzung einer Förderung ist.
Leider macht es wenig Sinn, diejenigen zu belohnen, die sich bereits ideal (wie auch immer man das definieren mag) verhalten - denn sie werden sich auch ohne Belohnung vermutlich weiter richtig verhalten. Statt dessen versucht man, mit Belohnungen diejenigen zu einer Verhaltsänderung zu bringen, deren Verhalten noch nicht ideal ist. Damit „belohnt“ man natürlich die, die sich in der Vergangenheit gerade nicht gut verhalten haben und „bestraft“ diejenigen, die es getan haben. Ich gebe dir absolut Recht, dass sich das ungerecht anfühlt.
Letztlich geht es auf die Frage zurück, was besser ist: Positive oder negative Verstärkung?
Aktuell ist das System nur negativ verstärkend - wer ein Auto hat, muss dafür zahlen (z.B. KFZ-Steuer, Mineralölsteuer usw.), wer kein Auto hat, dem passiert nichts. Positiv verstärkend wäre es, wenn derjenige, der kein Auto hat, eine Belohnung erhalten würde und demjenigen, der ein Auto hat, nicht passieren würde. Problem ist: Fiskalisch funktioniert das natürlich nicht, denn der Staat verbindet bei der negativen Verstärkung das Generieren von Einnahmen mit der erwünschten Verhaltenssteuerung, während er bei der positiven Verstärkung Ausgaben mit der erwünschen Verhaltensänderung verknüpfen würde. Da der Staat unbestreitbar Geld braucht, wäre ein Umstieg auf ein positiv verstärkendes System nur in Verbindung mit massiven Steuererhöhungen möglich, aus denen man dann die positive Verstärkung finanziert. Das hingegen will keine konservativ-wirtschaftsliberale Partei und selbst die progressiven Parteien trauen sich das nicht wirklich, zumal sie aktuell aus weit davon entfernt sind, Mehrheiten dafür zu haben.
Einige Kommunen und Länder fördern den Kauf von E-Lastenrädern. In NRW beispielsweise 25 Prozent der Ausgaben für die Anschaffung, maximal 3500 EUR. E-Bikes werden über steuerliche Vorteile als Dienstrad im Leasing gefördert, das man dann aber vollumfänglich auch privat nutzen darf.
Das Deutschlandticket ist ja im Grunde auch eine Förderung, aber natürlich müsste in diesen Bereichen viel mehr getan werden, da stimme ich Dir zu.
Also ehrlich gesagt ist es das erste was mir eingefallen ist, als ich überlegt habe, wie ich an eine Prämie käme, wenn ich zu viel verdiene. → ich lasse jemand anderes mein E-Auto kaufen.
Diese Prämie ist wie bei allen solchen Subventionen aber auch nicht für den Käufer, sondern für den Hersteller. Der steckt sich das direkt ein. Diese Effekte sehen wir überall. Immerhin keine Prozentuale sondern Absolute, wie bei Wärmepumpen, was einen schlimmeren Effekt hat.
Auch wenn es sich „böser“ anfühlt sind aus meiner Sicht Subventionen für den Endkunden immer schlechter als Besteuerung der Alternativen.
Man sollte E-Autos einfach nicht Subventionieren. Lieber so etwas wie Klimageld auszahlen. Und stattdessen Verbrenner mehr besteuern/bestrafen. Das hat meist politisch eine bessere Lenkungswirkung. Ist am Ende aber sehr unbeliebt, auch wenn am Ende der Endkunde mehr davon hat.
Grundsätzlich läuft am Automobilmarkt in Deutschland etwas falsch. es kommen vor allem überteuerte Leasingwagen auf den Markt, die nur deshalb gekauft werden, weil sie massiv steuerlich abgesetzt werden können. Der Privatkauf ist absolut unattraktiv. Und das sieht man am Ende auch daran, was und mit welcher Ausstattung gekauft/geleast wird. Dieses ganze Konstrukt gehört meines Erachtens überarbeitet.