Hallo liebes Lage-Team,
ich beziehe mich auf euren Podcast 468 und das Thema Mietpreise/Mietpreisbremse. Ein Argument eines “Unternehmers/Investors”, welches ihr vortrugt, lautete dmenach, woher die Annnahme käme Anspruch auf günstigen Wohnraum in der Stadt haben zu dürfen.Sehr sehr interessanter Punkt!!!
Ihr werdet lachen aber zum letzten Weihnachtsfest war das ein hoch diskutiertes Thema bei uns in der Familie und wir haben zusammen einen Fragebogen getestet, der zur Datenerhebung Mietpreise betreffend genutzt werden sollte. Warum? Essen war leer ![]()
Für die Erläuterung, wie es zu dieser Situation kam, muss ich etwas ausholen. Mein Bruder arbeitet an der TU Chemnitz und Beschäftigt sich unter anderem mit den Themen Stadtplanung- und Entwicklung und Urbane Transformation. Im Zuge eines Projektes geht es darum mittels eines Fragebogens Daten zu erheben was eigentlich “die Miete” alles beinhaltet. Wird das Konzept Miete nämlich in einem größeren Zusammenhang betrachtet, entsteht ein Spannungsfeld zwischen dem Preis für die Wohnfläche (Miete), Mobilität und Energie.
Um es zu veranschaulichen und meinen Ausgangpunkt zurück zukommen: Person XY sagt, ein Recht auf günstige Wohnungen in der Stadt gibt es nicht. Menschen sollten daher auf das Umland ausweichen, da die Mieten hier günstiger sind.
Ja, der Preis für die Wohnfläche sicherlich. Aber was heißt das für die eigene Mobilität? Unter Umständen muss ein Kraftfahrzeug mit Verbrennermotor angeschafft werden, da die Infrastruktur nicht gegeben ist öffentl. Verkehrsmittel zu nutzen. Die dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten und ökonomischen Auswirkungen sind nicht zu verachten. Was heißt das auch für den Energieverbrauch? We gut sind die Sanierungsstandarts? Spare ich wirklich oder muss ich hier mit höheren Kosten rechnen?
Ich möchte auch noch einen persönlichen Aspekt einbringen. Denn ein längerer Arbeitsweg bedeutete für mich, dass ich meine Arbeitsstunden reduzieren musste, da ich allein erziehend bin. Ich erhielt weniger Geld, was schließlich dazu führte meinen Job aufzugeben, weil das Geld am Ende nicht reichte. Also auch die persönliche Lebenslage hat einen direkten Einfluss auf die Frage nach dem Wohnraum und dessen Preis.
Mich beschäftigt dieses Thema sehr, da ich aus einer linken, solidarischen Richtung komme und u.a. mit Autonomen Hausprojekten zu tun habe. Zudem finde ich den Ansatz, den die Mitarbeitenden an der TU Chemnitz da gerade verfolgen sehr spannend und könnte mir vorstellen, dass dies ein Thema für die Lage der Nation sein könnte. Sollte Interesse bestehen, schreibt mir gern, dann stelle ich auf Wunsch den Kontakt her.
In diesem Sinne viele Grüße aus dem sonnigen Potsdam und vielen Dank für euren wöchentlichen Input,
Anna