Ja, der Markt regelt das, tut er heute schon. Jedoch gibt’s da auch eine Trägheit. Die öffentliche Hand könnte ein Zeichen setzen, tut es aber nicht.
pbf85
5
Bin mir nicht sicher ob der Markt das aber im Sinne von allen regelt. Wenn z.B. die Verwaltung aufgrund von Personalmangel nicht gut funktioniert, dann fällt das ja allen auf die Füße.
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Olaf.K
6
Ich finde z.T. wird das Homeoffice aber auch gnadenlos überschätzt.
Bei uns jedenfalls waren die Meisten nach der Pandemie froh wieder in die Präsenz zu kommen.
Ja manches kann man sicher auch aus der Distanz erledigen, aber ein Mix ist zumindest überall zu empfehlen statt alles nur digital und „gesichtslos“ abzuwickeln.
Mei, das kommt stark auf die Arbeitssituation an. Und ich sag ja nicht, dass alle zuhause bleiben müssen, aber es ist ja ohne Zweifel so, dass Familie und Beruf durch den Einsatz von HO verbessert werden kann. Bspw hat die HO Regel bei meiner Frau auch nach Corona gegolten, sie war dann im Büro, wenn es Sinn machte. Vieles kann man von zuhause genauso gut regeln, insb wenn man eh mit räumlich getrennten Personen zusammen arbeitet (weil man eh im Büro nur am telefonieren ist), aber einiges macht im Büro mehr Sinn. Nachdem die Regel beendet war und nun alle wieder jeden Tag da sein müssen, hat sie die Arbeitszeit reduziert. Geht nicht anders.
Schlecht für die Rente, schlecht für die haushaltskasse, schlecht für die Umwelt (mehr Sprit), schlecht für die geleistete Arbeit… so werden wir als Gesellschaft nicht produktiver…
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Also da würde mich mal interessieren warum und welcher Arbeitsbereich. Also bei uns ist keiner froh darüber wieder öfters in die Firma kommen zu müssen. Klar gibt es auch mal Tage wo es sinnvoll ist.
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pbf85
9
Grundsätzlich befürworte ich auch einen Mix, bin aber auch in einer Firma wo viele Sachen vor Ort erledigt werden müssen.
Aber selbst dieser Mix wird ja in einigen Betrieben wieder in Frage gestellt und manchmal sogar der eine Homeofficetag den es gab wird auf einen Tag im Monat reduziert.
Ich erlebe selbst, dass es oft nicht die Leute im Home Office sind die dafür sorgen, dass das nicht so effizient ist, sondern der Chef im Büro der auf Nachrichten nicht reagiert, im Büro aber antworten würde wenn man in der Tür steht und was fragt.
Es geht ja auch gar nicht darum Leute ins Home Office zu bringen deren Arbeit dort nicht erledigt werden kann, sondern im Rahmen des Jobs so viel wie möglich zu schaffen, auch durch Umorganisation, sodass nicht jeden Tag Dinge in Präsenz zu erledigen sind, sondern diese z.B. auf 2-3 Tage gelegt werden.
Und gerade Eltern mit limitierter Kitabetreuung profitieren davon nicht noch Pendelzeit und Reserve für Stau vorzusehen. Da entlastet jeder zusätzliche Tag im Homeoffice ungemein und ermöglicht mehr Wochenstunden.
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Olaf.K
10
Die Aussage habe ich von unserem Hauptplaner der quasi vorsorglich ins HO gesteckt wurde, zusammen mit einigen anderen kritischen Funktionen aus dem Einkauf, Konstruktion, Verkauf glaube unser HR Admin war auch im Zwangs HO.
Alles jetzt keine Dienste die zwingend Präsenz vorschreiben, zumal teilweise auch an 2 Standorten.
Aber selbst da gibt es Aufgaben vom Bürovolk wo die zwischen den zwei Standorten pendeln. (Sind nur knapp 15km)
Ideal ist doch eine Mischung aus Präsenz und Homeoffice.
Präsenz wegen der notwendigen und bereichernden Interaktion mit den Kolleg:innen.
Das ist nicht nur aus sozialen Gründen wichtig, sondern auch, um den Betrieb weiterzubringen.
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Ich habe 60% Home Office und 40% Büro und finde diesen Mix ganz angenehm. Man sieht seine Kolleg*innen und kann vor Ort dinge bearbeiten aber man hat auch deutlich höhere Flexibilität und die Wegezeiten fallen an drei Tagen die Woche weg. Insgesamt bin ich bei manchen Aufgaben zu Hause deutlich effizienter und kann auch was länger Arbeiten.
Neben dem Weg fällt ja auch noch das vorzeigbar machen weg, im HO sitze ich in Jogginghose und Pullover das kann ich im Büro leider nicht.
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Mike
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Erstmal ist die Möglichkeit des HomeOffice primär eine Ermessensentscheidung des Arbeitgebers.
Je nach Tätigkeit ist HO mehr oder minder gut umsetzbar.
Dazu kommt natürlich die Notwendigkeit, innerhalb des Betriebes eine gewisse Gerechtigkeit walten zu lassen, um den Betriebsfrieden zu erhalten.
Daher finde ich staatliche Vorgaben schwierig.
Welche Verpflichtung an Arbeitgeber will man vorgeben?
Tinifee
14
So verallgemeinert würde ich das für mich nicht unterschreiben. Ich arbeite in einem technischen Beruf und seit Jahren nahezu vollständig Remote. Nun gibt es in jüngster Zeit seitens der Unternehmenführung aber zunehmend Bestrebungen, uns regelmäßig zurück ins Büro zu holen.
Allerdings ist der Konsens sowohl im Team, als auch mit unseren unmittelbaren Managern, dass wir im HO besser arbeiten und die virtuelle Kommunikation gut funktioniert.
Ich empfinde die anhaltenden Versuche, uns wieder zu Präsenz zu verpflichten, nebst der Argumente dafür als regelrecht respektlos.
Wir haben beim ersten Lockdown selbstmotiviert und als Team innerhalb kürzester Zeit Lösungen gefunden, die es uns erlaubt haben ohne Produktivitätseinbußen weiterzuarbeiten. Die Kollegen mit Kindern haben dies sogar in Phasen hinbekommen, in denen die Kinderbetreuung wochenlang wegfiel.
Wir bekommen von allen Seiten das Feedback: Das habt ihr super gemacht. Und jetzt ab zurück ins Büro. Einfach weil.
Die Stimmung, die diese Mißachtung von Loyalität und Leistung produziert, ist weit schädlicher für den Teamzusammenhalt, als Meetings über Video-Software.
Angesichts der gesamtgesellschaftlichen Debatte über „die Jungen“ und ihre Arbeitsmoral kann ich vor diesem Hintergrund nur sagen: Die machen das schon ganz richtig. Loyalität ist im Kontext von Arbeitgebern halt doch viel zu oft eine Einbahnstraße.
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pintxo
15
Ist das so? Ich arbeite seit fast 10 Jahren (fast) ausschließlich remote, es gab mal ein Jahr vor Corona in dem ich mir mit einem Kollegen ein Büro geteilt habe.
Ich empfinde die fehlenden Mischung keinesfalls als unideal, ganz im Gegenteil ich schätze die gesparte Lebenszeit, die ich nicht in Auto oder Bahn verbringen muss sehr, und gehe stattdessen mit dem Hund raus.
Vielleicht bin ich hier der Ausreißer, vielleicht auch nicht, ich würde es auf jeden Fall nicht sagen, das eine Mischung immer die ideal Lösung ist.
Interaktion kann man durchaus auch ohne wöchentliche Präsenz herstellen. Man muss sich als Team nur entsprechend aufstellen. Ich habe zum Beispiel öfter mal mehrstündige „Videokonferenzen“ mit Kollegen gemacht und so quasi den gemeinsamen Büroaufenthalt simuliert, du hast eine Frage, einfach drauflos quatschen. Es geht, wenn man denn will.
In meiner aktuellen Firma sehe einen kleinen Teil meiner Kollegen aktuell 3-4 mal im Jahr für einen Tag, und alle zusammen 1 mal im Jahr für ein paar Tage am Stück. Passt für uns sehr gut, Interaktion findet trotzdem täglich statt, eben per Chat oder Videokonferenz.
Dem stimme ich zu, allerdings muss man dafür m.E. nicht zwingend regelmäßig ins Büro. Man kann die notwendige soziale Interaktion in weiten Teilen auch digital umsetzen, und gezielt mit persönlichen Interaktionen ergänzen. Ob dass dann ein wöchentliches 2h Teammeeting in der Firma ist, oder ein Treffen für 2-3 Tage, alle 3 Monate, mit Fokus auf der sozialen Interaktion muss jede Firma/Team für sich selber entscheiden.
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Kann alles sein. Ich denke nur, es liegt viel Potenzial in den gemeinsamen Kaffeepausen, pointiert ausgedrückt. Nicht jedes effektive Online-Meeting ist in jeder Hinsicht effektiv.
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Mike
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Es muss natürlich sinnvoll sein. In Schulen kann ich mir das nur bedingt vorstellen, oder wie schon erwähnt Einzelhandel, Pflege, Polizei, etc…
Will nur sagen, wo HO möglich ist und sinnvoll, kann und soll man es auch nutzen, es ist aber kein Allheilmittel, das pauschal für alle funktioniert.
Und manchmal bietet auch der gut ausgestattete Arbeitsplatz Vorteile gegenüber dem Küchentisch zuhause
Myke
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Ich denke die Kaffeepausen kann man in den mehrstündigen Videokonferenzen simulieren, die @pintxo beschreibt.
Mir ist zum Beispiel in einem Projekt mal aufgefallen, dass das Dream Team nach zwei Jahren Remote-Arbeit immer weniger miteinander interagierte und weniger frische Ideen entwickelt hat.
Im Team haben wir dann tägliche Blocker etabliert, in denen wir einen gemeinsamen Video-Call haben. Meist arbeiten wir still nebeneinander, manchmal als Shout out Raum falls mal jemand Hilfe braucht und manchmal als Coffee Meeting, in dem über alles geredet und auch mal im Break Out innovative Ideen entwickelt werden können.
Präsenz wäre nicht möglich gewesen, da das Team auf zwei Standorte mit >300 km Entfernung verteilt arbeitet.
Wichtig ist aus meiner Sicht nicht Präsenz, sondern Interaktionsräume und freie Zeit ohne Termindruck.
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Ich denke, ich meinte die Macht der Zufälligkeit und Spontaneität 
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pbf85
20
Ich glaube hier haben alle Seiten einen wichtigen Punkt. Gerade diese ungeplanten Zusammenkünfte sorgen ja immer wieder dafür, dass Dinge angesprochen werden die man in einem geplanten Zusammentreffen nicht besprechen würde. Zudem würde das lockere Teams Meeting online wohl im größten Stress schnell mal gecancelt werden, während man sich an der Kaffeemaschine trotzdem mal austauscht und vielleicht erfährt, dass der Kollege für ein ähnliches Problem wie das woran man gerade hängt ne einfache Lösung parat hat.
Das heißt ja nicht, dass deshalb Standortübergreifende Teams ständig zusammenkommen müssen und es ist auch ein unterschied ob wir über ein paar Minuten pendelstrecke oder eine Stunde und mehr reden. Man kann miteinander gezielt auch online schaffen, aber mit Grenzen. Am Ende ist jeder Mensch, jedes Team und jeder Arbeitsplatz anders und somit kann man nicht verallgemeinern.
Für den Durchschnitt würde ich eine Mischung aber schon als das effizienteste ansehen. Vor allem weil viele arbeiten ja dennoch Präsenz von einigen erfordern. Wenn in einem Betrieb mit Produktion zu viele die nicht produzieren zu 100% daheim arbeiten sind Spannungen vorprogrammiert. Das mag in einer Werbeagentur anders sein.
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Tinifee
21
Das Argument, dass komplett remote dort wo sinnvoll möglich nicht umgesetzt werden sollte, weil es Teams und Tätigkeiten gibt, für die dies nicht möglich ist, akzeptiere ich ehrlich gesagt auch nicht.
Außer sie arbeiten in einem Kollektiv, in dem alle von Bezahlung über Urlaub bis Beteiligung am Unternehmen das gleiche kriegen, sind die Arbeitsbedingungen immer von Tätigkeit zu Tätigkeit unterschiedlich.
Einige Kolleginnen mit viel Erfahrung bekommen in Teilzeit so viel Gehalt, wie einige jüngere in Vollzeit. Einige Teams bekommen Fortbildungsbudgets, die andere nicht bekommen. Einige sind tariflich angestellt, andere außertariflich, einige bekommen Weihnachtsgeld, manche haben in Form von Shares Beteiligung am Unternehmenserfolg sind dafür aber auch vertraglich stark gebunden, andere nicht.
Warum sollte ausgerechnet beim Home Office auf einmal gleiches Recht für alle gelten, wenn dies nirgendwo sonst gelebt wird? Das klingt mir doch etwas vorgeschoben.
EDIT: Typo
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MarkusS
22
Manche Menschen müssen in Schichten arbeiten. Ist nach meiner persönlichen Erfahrung auch eine erhebliche Einschränkung. In dem Fall wird das ja im Gehalt berücksichtigt. Kann man ja beim Faktor Homeoffice im Zweifelsfall auch machen.
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War da nicht mal so eine Homeoffice Gesetz im Gespräch?
Der aktuelle Koalitionsvertrag für die 20. Legislaturperiode (2021 bis 2025) plant einen Erörterungsanspruch über mobiles Arbeiten und Homeoffice – zumindest für „Beschäftigte in geeigneten Tätigkeiten“. Demnach sollen Arbeitgeber dem Wunsch der Beschäftigten künftig nur dann widersprechen können, wenn betriebliche Gründe entgegenstehen. Eine Ablehnung darf also weder sachfremd noch willkürlich sein.
Im öff Dinst gibt es bei Kinderbetreuung ein Recht auf [Homeoffice](Wann kommt Recht auf Homeoffice? – Gesetz und Vorgaben)
Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben kein grundsätzliches Recht auf Homeoffice. Ebenso wenig kann der Arbeitgeber bzw. Dienstherr eine einseitige Homeoffice-Pflicht veranlassen. Denn die Ausübung des Direktionsrechts des Arbeitgebers muss verhältnismäßig sein und die schutzwürdigen Interessen der Mitarbeitenden berücksichtigen.
Eine Ausnahme gilt für Beschäftigte mit Familien- oder Pflegeaufgaben: Sie haben nach § 16 Bundesgleichstellungsgesetz (BGleiG) ein Recht auf Homeoffice, z. B. für die Kinderbetreuung. Genauer haben Beschäftigte hier Anspruch auf folgende Maßnahmen, um der Kinderbetreuung nachzukommen:
Telearbeitsplatz
Mobiles Arbeiten
Familien-/pflegefreundliche Arbeitszeit- und Präsenzzeitmodelle