Mathematik der Inzidenz

In der aktuelle Corona-Diskussion wird der Inzidenzwert als gottgegeben dargestellt. Leider wird er nicht hinterfragt. Er ist nämlich eigentlich unbrauchbar als Steuerungsgröße - bei der aktuellen Berechnung werden Äpfel mit Birnen verglichen. Ein bisschen einfache Mathematik könnte die Situation deutlich verbessern. Leider hat dieser Fakt keine Öffentlichkeit.

Die Situation wird hier ziemlich gut erklärt…

Es wäre schön, wenn Ihr Euch das mal kritisch anschauen könntet.

Dieser vermeintliche Fehler in der Berechnung ist doch altbekannt: Natürlich hängt die Zahl der gefundenen Infizierten auch von der Zahl der Tests ab. Und natürlich werden viele Infizierte nie gefunden. Das führt aber nur dazu, dass die Inzidenz viel zu niedrig ist: Würde man alle Infizierten auch tatsächlich finden, so wäre die Inzidenz noch wesentlich höher.

Problematisch ist das allerdings nicht. Zwar ist die absolute Inzidenz sicherlich um einen erheblichen Faktor zu niedrig. Aber als Vergleichswert eignet sie sich durchaus, insbesondere auf der Zeitachse (Inzidenz steigt / fällt) sowie zwischen verschiedenen Regionen. Natürlich muss man sich dabei auch immer kritisch fragen, ob gravierende Unterschiede bei Test-Strategie auch einen Einfluss auf unterschiedliche Inzidenzwerte haben. Das haben wir aber zB in der Lage immer wieder diskutiert.

Die in dem Video vorgeschlagene Formel würde das Problem übrigens auch nicht lösen, sondern nur eine Unschärfe (wie viele infizierte werden nicht gefunden?) durch eine andere ersetzen - nämlich die Frage, wie unterschiedlich man die Voraussetzungen für einen Test ansetzt: Wenn nur schwer Kranke getestet werden, ist die Quote hoch, wenn man sich ohne weitere Voraussetzungen testen lassen kann, ist die Quote niedrig. Das scheint mir noch wesentlich weniger aussagekräftig zu sein.

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