Das Eine hat mit dem Anderen weniger zu tun, als hier der Eindruck erweckt wird.
Der Großteil aller Morde und Messerangriffe erfolgt eben nicht durch „abgelehnte, ausreisepflichtige Asylbewerber“ - nur, weil das in Solingen nun ein Mal der Fall war, sollte man nicht der Fehlwahrnehmung erliegen, dass hier das zentrale Probleme läge.
Und auch wenn ich deine Empörung grundsätzlich nachvollziehen kann, funktioniert Rechtsstaat eben nicht so. „Einfach mal handeln, statt abzuwägen und zu versuchen, die Situation vollumfänglich zu verstehen“ ist etwas, dass die AfD fordert - und kein Demokrat fordern sollte!
Faktisch gibt es in der aktuellen Rechtslage eben durchaus auch für ausreisepflichtige Menschen noch Möglichkeiten, eine Duldung zu erhalten - und in seltenen Fällen kann dadurch sogar eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung (oder sogar ein Antrag auf Staatsangehörigkeit) werden. Also so einfach ist es nicht.
Aber ganz im Ernst, wenn du alle diese extrem hoffnungslosen Menschen an einem Ort versammelst, wie kannst du davon ausgehen, dass das nicht in einer Katastrophe enden wird?!? Du gehst scheinbar - entgegen der Fakten - davon aus, dass es möglich ist, all diese Menschen abzuschieben. Aber das ist eben nicht der Fall. Wenn sich die Herkunftsstaaten weigern, die Leute aufzunehmen oder gar die Identität und damit Herkunft der Personen nicht mal aufgeklärt werden kann, kannst du sie auch nicht abschieben. Damit würde das Problem in diesen „Orten der Hoffnungslosigkeit“ sich teilweise Jahrzehnte hinziehen, es würden Kinder in diesen Orten geboren werden und aufwachsen. Sorry, aber meiner Meinung nach schaffen wir so nur eines: Die ideale Brutstätte für die Terroristen von Morgen. Das ist einfach keine realistische Lösung, egal, wie gerne einige eine solche „Lösung“ sehen würden.
Ich bin durchaus dafür, dass der Staat Maßnahmen unternimmt, um zu verhindern, dass ausreisepflichtige Menschen untertauchen können. Der erste Hebel dafür sind Sozialleistungen (bei Ausreisepflicht kann man z.B. regelmäßige Meldepflichten einführen, werden die verletzt gibt es kein Geld mehr, bis die Leute sich wieder melden; es ist natürlich problematisch, wenn Sozialleistungen an „untergetauchte“ Ausreisepflichtige ausgezahlt werden, das müsste aber eigentlich schon dem aktuellen Gesetzesstand entsprechen). Aber eine generelle Haft oder eine Konzentration in „Lagern“ / „Ghettos“ sehe ich nicht als Lösung, sondern halte ich für unverhältnismäßig und unproduktiv (es schafft mehr Probleme und Kosten, als es löst/spart)
Mehr noch, auch wenn die Bundesregierung dazu nichts sagt, aber es kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die Bundesregierung den Taliban auch direkt Geld zahlt, damit diese sich „bereit erklären“, eine Zahl von Ausreisepflichtigen zurück zu nehmen. Auch dieser Aspekt ist moralisch sehr problematisch.