Massive Rechenfehler bei Windkraft-Schallbelastung

Um das Thema wird bereits seit Jahren debattiert, jetzt ist es tatsächlich mal zu einem Ergebnis gekommen.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) nutzte zur Berechnung der Schallemissionen von Windkraftanlagen eine erstmals in 2009 veröffentlichte Studie, die eine Infraschallbelastung von 100dB angab, obwohl dieser realistisch bei 64dB liege.

Maßgeblich verantwortlich für das Aufdecken des Fehlers, sowie der Analyse ist der Physiker Martin Hundhausen.

Finde es durchaus bemerkenswert wie sich eine Behörde über Jahrzehnte um den Faktor 4000 verrechnen konnte, ohne dass es intern aufgefallen ist oder die Kritik von außen akzeptiert wurde. Man stelle sich nur vor wie viele Windparks aus diesem Grund nicht gebaut wurden.

(Die Einheit Bel ist logarithmisch, 3dB bedeuten Verdoppelung der Schallleistung, so kommt man auf Faktor 4000, bzw. genau 4096)

Edit: Habe da Schalldruck und Schallleistung/Schallenergie in einen Topf geworfen. Schalldruck beschreibt die Lokal gemessene Größe und verdoppelt sich mit 6dB, die Schallleistung beschreibt die gesamt abgegebene Schallemission und verdoppelt sich wie genannt alle 3dB. Das nur zum gerade ziehen.
Edit Ende

Zusätzlich war dies über Jahre hinweg natürlich Wasser auf die Mühlen von Windkraftgegnern (Stichwort „Vernunftkraft“) und sorgte für ein sich festigendes negatives Bild gegenüber Windkraft, was man jetzt erstmal wieder gerade ziehen muss (ahnlich wie sehr viele haltlose Vorurteile gegenüber der Elektromobilität)

Inwiefern diese „Entschuldigung“ jetzt zu irgendwas führt ist fraglich, der Frame der „gefährlichen Windkraft“ ist gesetzt und wird bei Bürgern nicht so schnell wieder verschwinden. Bleibt zu hoffen, dass es wenigstens in der Politik schnell akzeptiert wird.

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Kleines Update:
In der aktuellen Pressemeldung entschuldigt das BGR den schweren Rechenfehler jetzt mit dem Vorhandensein „neuer wissenschaftlichen Methoden“…

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