Moin,
ich glaube schon, dass gewisse Lehren auch jetzt schon gezogen werden können.
Ein Punkt, der meiner Meinung nach in der Pandemie ganz deutlich hervorkam, ist die Änglichkeit der Deutschen vor der digitalen Welt und wie weit wir eigentlich schon abgeschlagen sind.
Zu aller erst würde ich hier die generell fehlende Infrastruktur anbringen wollen. In meiner Heimatstadt am Rande des Ruhrgebietes gibt es noch immer ein Dorf, in dem man keinen Handyempfang hat. null. „G5“ wird hier noch ein Fremdwort bleiben, wenn es woanders bereits „G10“ gibt. Ein Dorf weiter gibt es erst seit ein ca 2 jahren eine Breitbandverbindung. Mag ja sein, dass es sich heir „nur“ um Dörfer oder gar um kleine Städte handelt, aber davon haben wir in Deutschland leider einige und viele davon sind einfach schlecht angebunden. Dies führt zu vielen anderen Problemen. Landflucht der jugen Erwachsenen und Konzentration auf die Großstädte, keine Homeschooling oder Home Office Möglichkeiten, „Aussterben der schönen kleinen Städte“.
Und wenn wir zu den Internetproblemen in Großstädten kommen, haben wir die Überlastung gesehen, wenn auf einmal alle daheim sind und die Leitung überlastet sind. Das andere Beispiel wäre Samstagabend Netflix, o.ä. zu schauen, wenn alle den Fernseher laufen haben und die Verbindung nicht wirklich ausreicht. Hier müssen wir aus der Pandemie lernen, die uns gezeigt hat, dass wir stark in diese Strukturen investieren müssen.
Dann würde ich zur Zeit ebenfalls bereits schließen, dass unser Schulsystem, wie oben bereits genannt, noch nicht im 21ten Jahrhundert angekommen ist. Ein Overhead Projektor mag nostalgisch ganz nett sein, sollte aber heute nicht mehr verwendet werden müssen. Und das ist nur ein eher bildliches Beispiel, es gibt dutzend weitere.
Home Office wäre eine weitere Lehre. Es ist beeindruckend wie viel Gegenwind das Arbeiten von daheim bekommt. Einfach aus Prinzip und weil es neu ist. „Das haben wir noch nie gemacht“, „wie soll das denn gehen, das will ich nicht“. natürlich hat es mancherorts funktioniert (ich meine gelesen zu haben, dass gerade 25% im HO sind), aber die Anstrengungen hier hin zu kommen waren doch deutlich größer, als sie hätten sein müssen.
Dann die Digitalisierung unserer Behörden. Die Rückverfolgung der Kontakte per Papier, Stift, Post und Fax ist peinlich. Die vergeigte app, die das Vertrauen verloren hat und kaum noch wer wirklich nutzt. Impfterminvergabe, die nicht klappt. überlastete Leitungen. und und und…
Meine Lehre ist, dass wir uns echt mal umschauen müssen und das 21te Jahrhundert und die Digitalisierung begrüßen müssen. Wir können nicht dagegen angehen, denn der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Also müssen wir mit dem Fortschritt gehen. Ich würde auch die steile These vertreten wollen, dass es für alle Datenschutzprobleme auch eine Lösung gibt, man muss sie nur suchen wollen. Und da plichte ich meinen Vorrednern bei, dass der Datenschutz die gern gesehene Ausrede ist, etwas nicht anzugehen.
Das wäre mein erster Gedanke hierzu und es gäbe bestimmt noch viel mehr, was wir lernen könnten und sollten.