Absolut. Die Praxis von CIA (USA), Mossad (Israel) und GRU (Russland), im Ausland gezielte Tötungen durchzuführen, egal, ob sie sich gegen Politiker/Anführer (z.B. damals Castro, heute vor allem Drohnen-Angriffe), Oppositionelle (z.B. Nawalny) oder Wissenschaftler (z.B. iranische Atomwissenschaftler) richten, muss dringend klar und eindeutig international geächtet werden. Da aber zwei der Nationen, die diese Tötungen vornehmen, ein Veto-Recht in der UN haben, ist klar, dass es keine internationale Ächtung geben kann. Das ist sehr frustrierend und zeigt einmal mehr, dass das Veto-System des Weltsicherheitsrates dringend geändert werden muss.
In all diesen Fällen weiß jeder, wer hinter den jeweiligen Taten steckt, aber es gibt keine juristischen Konsequenzen. Ein Staat, der gezielte Tötungen durchführt, gehört international isoliert und sanktioniert, ohne jede Ausnahme.
Dass in Botschaften und der Botschaft zugehörigen Gebäuden viel Spionage und generell Geheimdiensttätigkeiten organisiert werden, ist ja nichts besonderes. Ebenso, wie wir davon ausgehen müssen, dass der CIA in jeder amerikanischen Botschaft präsent ist, müssen wir davon ausgehen, dass der Iran das ähnlich handhabt. Das rechtfertigt aber eben keine Angriffe auf Botschaften - ein Angriff auf eine Botschaft wäre allenfalls gerechtfertigt, wenn aus dieser Botschaft heraus aktive Kampfhandlungen erfolgen (dh. z.B. Raketenabschussrampen in der Botschaft sind oder aus dem Botschaftsgebäude geschossen wird). Nur die Tatsache, dass sich Militärs in einer Botschaft treffen, kann keinen Angriff rechtfertigen.
Das Argument Israels, es sei gar kein Botschaftsgebäude, kann hier nicht tragen. Was ein Botschaftsgebäude ist können nur das Gastland und das Gastgeberland bestimmen, also in diesem Fall Syrien und Iran - und das hat Israel zu respektieren, so lange es nicht offensichtlich missbräuchlich ist (in der Größenordnung von „Syrien erklärt ein ganzes Stadtviertel samt Kaserne zur iranischen Botschaft“).