Was ist jetzt genau dein Vorwurf gegenüber Ulf und Philip? Worin soll die Herabwürdigung „von Ostdeutschen“ im Allgemeinen bestehen?
Welches wörtliche Zitat legst du hierfür zugrunde? Wer soll das so zugespitzt behauptet haben?
Du bestätigst selbst:
Du hast also dem Faktum an sich nicht widersprochen. Aber irgendwie scheint es dir wichtig gewesen zu sein, auf geringe Deutschkenntnisse hinzuweisen. Unbedarfte Leser - da bin ich sicher nicht der einzige - könnten die Formulierung „von denen viele immernoch kaum Deutsch sprechen können“ als Vorwurf verstehen. Wie kommst du überhaupt darauf, dass diese Menschen „immernoch kaum Deutsch sprechen können“? Was meinst du damit? Hast du sie nach ihrer Aufenthaltsdauer und der Möglichkeit, Deutschkurse zu besuchen, gefragt? Und mit wie vielen von ihnen hast du dich unterhalten, um daraus derart allgemeine Schlussfolgerungen ziehen zu können?
Inwiefern ändert diese Feststellung etwas an dem Faktum, dass Ostdeutsche seltener Kontakt zu Ausländern haben? Und was soll das Ansprechen dieser Tatsache, die du ja bestätigst (s. o.), mit „Arroganz und d[em] Leugnen der Lebenserfahrung Ostdeutscher durch Journalisten aus dem Westen“ zu tun haben?
Auch hier bestätigst du wieder im Grunde, dass die Erfahrung sich stark verändert hat. Ist das dein Punkt, der klar sein sollte? Und inwiefern haben Ulf und Philip etwas anderes, gar Gegenteiliges, behauptet?
Das mag ja stimmen, aber gibt es im Osten nur noch Hochaltrige? Und inwiefern ist das wofür relevant?
Ja, und? Worauf willst du hinaus?
Ist das anderswo anders?
Meinst du Chemnitz? Muss man sich also mit jeder einzelnen Stadt länger als eine halbe Minute beschäftigen, um Aussagen über ‚den‘ „Osten“, von dem du ja zuvor schreibst, treffen zu können?
Welche Aussagen meinst du genau? Und inwiefern wurde im Podcast die „Lebensrealität Ostdeutscher“ in Abrede gestellt?
Und worin sollen „Vorurteile[] und (vermutlich unbeabsichtigte[]) [H]erabwürdigungen von Ostdeutschen“, ja „das Leugnen der Lebenserfahrung Ostdeutscher“, nun bestehen? Ich versteh’s leider nicht.
In dem, was du nennst, thematisierst du doch nach meiner Lesart, aber ich kann mich natürlich irren, Fremdheitserfahrungen aufgrund eines schnell gestiegenen Ausländeranteils. Meine Vermutung wäre, dass im Podcast nichts Gegenteiliges behauptet wurde.
Im Podcast ging es allerdings um die Wahlergebnisse in zwei ostdeutschen Bundesländern, weshalb ich zu meiner Schlussfrage komme:
Soll das, was du thematisierst, diese Wahlergebnisse in irgendeiner Weise rechtfertigen? Wenn ja, inwiefern?
Mir fällt da - offen gestanden - nichts ein.
Aber ich schließe natürlich nicht aus, dich gründlich missverstanden zu haben.
PS: Über eine Präzisierung deines Anliegens würde ich mich freuen.