Auf die Studie geht auch die FAZ noch ein:
Die Ergebnisse zeigen, dass Sorgen wegen der Einwanderung der wichtigste Grund für die Unterstützung der Partei sind – und das bereits seit der Gründung der AfD. Kein anderer Indikator sagt die Unterstützung für diese Partei im untersuchten Zeitraum so deutlich und beständig vorher.
Dieser Zusammenhang wurde bis ins Jahr 2019 kontinuierlich stärker, schwächte sich während der Coronapandemie etwas ab, um dann in den Jahren 2023 und 2024 noch stärker zu steigen. Sorgen wegen der Migration sind also nicht nur durchweg der stärkste Indikator dafür, ob jemand die AfD unterstützt – der Zusammenhang wird auch immer stärker. Ein geringerer Bildungsstand oder ein geringeres Einkommen erwiesen sich dagegen als unbedeutende Faktoren, um zu erklären, warum jemand die AfD unterstützt.
Somit widerlegt die Studie die sogenannte Modernisierungsverlierer-Hypothese, nach der sich bestimmte Bevölkerungsgruppen durch Globalisierung, gesellschaftlichen Wandel oder wirtschaftliche Umbrüche abgehängt fühlen und sich deshalb Parteien wie der AfD zuwenden. Die Frage nach der Benachteiligung wurde in der Studie subjektiv und objektiv erfasst.
Zur Beurteilung der objektiven Benachteiligung wurden der Bildungsstand und das Haushaltseinkommen in Relation zu den anderen Befragten erfasst. Zur Beurteilung der subjektiv empfundenen Benachteiligung wurden die Zufriedenheit mit dem Haushaltseinkommen, dem persönlichen Einkommen und die allgemeine Lebenszufriedenheit erfasst sowie Sorgen um die eigene finanzielle Situation und die wirtschaftliche Lage Deutschlands.
Das Wissenschaftlerteam um Martin Schröder kommt daher zu der Schlussfolgerung, dass Sorgen wegen der Einwanderung nach Deutschland die Unterstützung für die AfD bereits so umfassend erklären, dass sozioökonomische Benachteiligung weder eine gute zusätzliche noch alternative Erklärung für die Zustimmung zu der Partei liefert.
Woher die Sorgen wegen der Einwanderung stammen, war nicht Fokus der Studie. Die Ergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass politische Lösungsvorschläge, die auf sozioökonomische Gleichheit abzielen, nicht helfen werden, um Wähler zurückzugewinnen und die AfD kleinzuhalten.
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