LdN489 Demokratiebildung in Schulen: Tolle Methode für gemeinsame Entscheidungen

Liebes Team der Lage der Nation!

Auf diesem Wege erstmal ein großes Danke für Eure gute und kontinuierliche Arbeit bei Euren Podcast! Für mich eine der bevorzugten Nachrichtenquellen.

Als es in der Nummer 489 um Demokratiebildung an Schulen ging war mir klar, dass ich Euch jetzt unbedingt schreiben sollte, da ich Euch auf eine wichtige Methode - das Systemische Konsensieren bzw. die Weiterentwicklung zur Kooperativen Entscheidungsfindung - aufmerksam machen möchte.

Der bei unseren (demokratischen) Entscheidungsprozessen standardmäßig verwendete Mehrheitsentscheid hat ja leider ein paar gravierende Nachteile: Gewinner-Verlierer-Logik, Untergruppenbildung je Vorschlag, kleine Vorschlagsmenge für relevante Mehrheiten etc.

Dabei gibt es schon lange erprobte Alternativen - im Wesentlichen das Systemische Konsensieren und seine Weiterentwicklungen - ohne diese Nachteile und mit dem großen Vorteil der Maximierung der Gesamtakzeptanz der ausgewählten Lösung.

Ich konnte als Trainer und Berater mit Spezialisierung auf das Thema Kooperative Entscheidungsfindung und Konfliktlösung inzwischen viel Erfahrung mit der Wirksamkeit der Methode sammeln. Meine kostenlose Einführungsserie während der Corona-Zeit für Menschen im Non-Profit-Bereich hatte über 2.600 Teilnehmende. In Schulen funktioniert es für SchülerInnen und die Lehrenden bei Konflikten und Entscheidungen - und es macht einen sehr großen Unterschied in der Kultur (auch in Unternehmen)!

Ich würde mich sehr freuen wenn Ihr das Thema aufgreift, denn es ist aus meiner Sicht für die Weiterentwicklung unserer Demokratie und in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation ein wichtiger Baustein. Eine kompakte Einführung gibts bei meinem kostenlosen Minikurs hier: Minikurs Schnelleinstieg – Sven Jung Transformation . Und natürlich gerne persönlich.

Liebe Grüße
Sven

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Danke für diesen interessante Vorschlag.

Wikipedia hat einen Artikel über das Systemische Konsensieren: Systemic Consensing - Wikipedia
Das Prinzip ist, dass jeder sagen kann, wie stark er jede der Alternativen ablehnt, z. B. auf einer Skala von 1-10, und dann die Alternative genommen wird, die insgesamt am wenigsten abgelehnt wird.

Ich glaube, das hat in kleineren Gruppen, in denen persönlich über die Alternativen diskutiert wird, den Vorteil, dass durch das Thematisieren der Ablehnung (des Widerstands) darauf fokussiert wird, welche Nachteile die verschiedenen Alternativen für Beteiligte haben, und das motiviert, eine Lösung zu wählen, die für viele akzeptabel ist.

In großen, anonymen Gruppen hat es immer noch den Vorteil, dass es praktisch äquivalent ist zu einer Bewertungswahl (Range Voting, Score Voting) ist, und diese erfüllt die meisten bekannten Wahlsystemkriterien ( Bewertungswahl – Wikipedia ).

Generell glaube ich, dass Wahlverfahren einen Einfluss auf die politische Praxis haben. Unser Verhältniswahlrecht erscheint mir da schon besser als das Mehrheitswahlrecht in den USA, das meiner Meinung nach durch Polarisierung zur Spaltung der Gesellschaft beiträgt.
Und Bewertungswahl scheint noch besser zu sein, weil man mehr als nur eine Alternative bevorzugen/weniger ablehnen kann.

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