LdN472 Energiewende: Kaum Anreize dynamisch zu verbrauchen

Hallo LdN!

Ich bin gerade dabei mir eine Wärmepumpe anzuschaffen und habe/hatte vor dann einen dynamischen Stromtarif zu nutzen. (Also keinen Wärmepumpentarif sondern meinen jetzigen Stromtarif zu ersetzen durch einem dynamischen Stromtarif.) Warum? Nun ich habe mir mal angeschaut wie stark die Strompreise im Tagesverlauf variieren und dachte mir: Die Wärmepumpe (aber auch andere Verbraucher wie Waschmaschine, Spülmaschine oder Backofen) könnten ja vor allem dann laufen wenn Strom billig ist. Leider wurde mir irgendwann bewusst, dass die (statischen) Netzentgelte das ungemein unlukrativ machen, da sie bei mir 25ct/kWh ausmachen. Wenn der Strompreis also sage ich jetzt einfach mal zwischen 0 und 20ct/kWh schwankt (krasse Spitzen jetzt mal außen vor gelassen) ist das schon erheblich, aber doch sehr wenig gegenüber diesen Netzentgelten.

Also herzlichen Dank, dass ihr das aufgegriffen habt und ins Rampenlicht gestellt habt!

Aus meiner Sicht könnte man schlichtweg die Netzentgelte komplett als monatliche Grundgebühr erheben (Nur abhängig von der maximalen Stromabnahme - so regelt das übrigens die EnBW für die Fernwärme in Stuttgart über den Jahresservicepreis) und damit völlig verbrauchsunabhängig machen. Schließlich sind die Netze ja immer da.:wink: Damit gäbe es den größten Anreiz Strom dann zu verbrauchen wenn er billig ist.

LG, Michael

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Die Wärmepumpe ist jetzt nicht unbedingt der ideale Usecase, um viertelstündlich die Stromkosten zu optimieren. Häufiges Ein/Aus bedingt viele Kompressorstarts, welche die Lebensdauer der WP massgeblich beeinflussen. Idealerweise läuft sie möglichst lange Phasen durch, um den Wärmebedarf zu decken. Die Heizkurve zu optimieren ist hier der bessere Weg, Energiekosten zu senken.
Edit: Typos bereinigt

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Hallo,

in der Regel werden Wärmepumpen bei einer Steuerung über dynamische Strompreise nicht ständig an und aus geschaltet, sondern zu bestimmten Zeiten verstärkt betrieben um den Pufferspeicher zu nutzen. Die Zeiten mit günstigem Strom hängen ja auch üblicherweise zusammen und ändern sich nicht alle 15 min komplett. Also finde ich den use case eigentlich sogar sehr gut. Die meisten Wärmepumpen unterstützen börsendynamische Steuerung auch schon, alternativ geht das mit einem zentralen energiemanagementsystem, dann lassen sich sogar Stromspeicher und eigener PV Strom mit nutzen.

Seit April 2025 sollte es für den konkreten Fall auch möglich sein, einen Tarif mit dynamischen Netzentgelten abzuschließen (Stichwort: §14a EnWG Modul 3) - das müsste dann direkt mit dem Netzbetreiber geklärt werden. Dann braucht man nur ein Energiemanagementsystem, das mit beidem (dyn. Stromtarif und Netzentgelte) umgehen kann - oder man passt die Heizkurve manuell an.

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