Hallo Philip, hallo Ulf,

danke erst einmal für die neueste und wie immer sehr informative Folge der LdN (natürlich auch an das restliche Team).

Ich bin zwar kein großer Fan des horse race, aber ich wollte mal meine Meinung zu eurer Einschätzung, dass Scholz sich beim Nennen des Neuwahl-Termines geschwächt hat, abgeben. Denn ich fand das Nennen eines konkreten, möglichst späten Termines eigentlich recht clever, denn er hat damit quasi politische Verhandlungsmasse aus dem Nichts geschaffen, da er (als Kanzler) ja durch die Vertrauensfrage den Zeitpunkt von Neuwahlen indirekt kontrolliert.

Und für die allermeisten potentiellen Wähler wird es vermutlich auch wichtigere Faktoren geben, die über ihr Kreuz bei der SPD entscheiden werden, als das Festlegen des Neuwahl-Termines.

Ich würde das auch nicht so schwarz-weiß sehen bzw. bin mir nicht sicher, ob ich das alles als Schwäche auslegen würde. Da die Rede am Abend von Lindners Rauswurf ganz offensichtlich länger vorbereitet war, muss eigentlich der ganze Ablauf zumindest einmal in verschiedenen Szenarien geplant gewesen sein. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Scholz/die Führungsriege der SPD nicht vorausgesehen hat, dass die Union, allen voran so Polterer wie Merz, Söder, Spahn, eine sofortige Vertrauensfrage fordern wird.

Was wäre denn passiert, wenn Scholz keinerlei Termin genannt hätte? Dann hätte es dennoch die Forderungen gegeben, ggf. hätte es noch geheißen „erst bringt er die Regierung zum Platzen und dann hat er nicht einmal einen Fahrplan“; so konnte er zumindest die Story platzieren: Neuwahlen, vorher noch wichtige Themen durchbringen für das Land, und zwar gemeinsam. Das fand ich eigentlich recht clever, m.E musste er dafür aber einen Termin oder zumindest Zeitraum nennen.