Was sagen die Experten? Mehr Sanktionen bei Bürgergeldempfängern, Abschaffung der Familienversicherung für Ehepartner, Ende der Rente mit 63, Ende des Ehegattensplittings, etc. Am Ende werden alle gesellschaftlichen Schichten gewisse Formen der Zumutungen in Kauf nehmen müssen.

Das demographische Problem ist in erster Linie ein Problem der Sozialsysteme und des Arbeitsmarkts - dort müssen wir es lösen.

Was ja tatsächlich bedeutet das Lösungen komplexer sind und alle (!) mit daran arbeiten müssen. Also Politik, Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

1 „Gefällt mir“

Ich würde ja hoffen, dass politische Diskussionen besser auf Basis letzterer geführt werden, statt die eigene Subjektivität zum Maßstab zu erklären.
Es ist ja auch so, dass es aus Elternperspektive viele gute Argumente gibt (die in diesem Thread auch genannt wurden und denen ich zustimme). Das Argument, früher wäre alles besser gewesen, stimmt trotzdem nicht.

Ist es nicht. Es ist ein gesellschaftliches Problem einer kinderfeindlichen Politik.

3 „Gefällt mir“

Ich lese hier vor allem wieder mal untere und untere mittlere Einkommen. Wo sind die Arbeitgeber in der Pflicht oder müssen die sich nur beschweren? Wo sind die Privatversicherten die sich unsolidarisch verhalten? Wo sind die bewusst Kinderlosen die sich später von meinen Kindern finanzieren lassen? Wo sind die oberen 10% die die Gesellschaft spalten?

3 „Gefällt mir“

Das Früher, wo alles besser war, haben wir eigentlich heute, aber wir wissen es erst morgen.

:wink:

Aber wie wir in Wahlen (u.a. USA) sehen, reicht komplexe fundierte Sachlichkeit nicht immer aus, um Menschen mitzunehmen

4 „Gefällt mir“

Mir ist diese Diskussion zu schwarz weiß!

Ich sehe 2x Vollzeit bis Ende Grundschule auch als unmöglich, je nachdem wo man wohnt und wie viel man Elterntaxi ist auch länger, aber Fakt ist doch auch, dass es sehr wohl Frauen gibt die mehr arbeiten wollen es aber wegen der verfügbaren Betreuung nicht können.

Meiner Kollegin wurde zB jetzt angekündigt, dass die Betreuung ihres Kindes (Vorschule) ab Januar voraussichtlich nur noch von 8-12 möglich ist statt wie bisher von 7:45 bis 14:15.
Sie müsste jetzt ihre Arbeitszeit von 5,5 auf 3,5 h pro Tag reduzieren.
Meine Schwester hat Betreuung nur von 8-12 und mehr wäre nur mit Job realistisch, aber auch nicht sicher. Da bewirbt man sich ja dann lieber gar nicht.

5 „Gefällt mir“

Wenn Du darauf hinauswillst, dass die Politik schuld daran ist, dass die Geburtenraten niedrig sind: Ja und nein.

Ein Rückgang der Geburtenquote ist ein Phänomen, das sich quasi durch die gesamte Welt zieht und immer mit folgenden Faktoren zusammenhängt:

  1. Erhöhter Bildungsstandard von Frauen
  2. Besserer Zugang zu medizinischer Versorgung
  3. Gesamtwirtschaftliche Zunahme an Einkommen

Man muss sich klarmachen, dass quasi nur noch Entwicklungsländer eine Geburtenrate oberhalb der Erhaltung haben. Selbst in Indien ist die Rate dieses Jahr unter 2 gefallen.

Ich empfehle hierzu diese Podcastfolge von Ezra Klein:

Die Erkenntnisse der interviewten Demografieforscherin sind leider sehr ernüchtern. Es gibt, wissenschaftlich betrachtet, keine Evidenz dafür, dass politische Maßnahmen dazu führen die Geburtenrate zu steigern. Einige Nationen haben es höchstens geschafft, den Fall etwas zu verlangsamen, aber deren Modelle zu kopieren wird nicht dazu führen, dass die Raten wieder zunehmen.

1 „Gefällt mir“

Rüberschwappen im Sinne von es gibt hier im deutschsprachigen Raum Frauen die auf den Zug aufspringen (die Frauen in den Videos sind wirklich gekleidet wie in den 50er, die Wohnung ist komplett so eingerichtet), würde ich nicht sagen. Ich würde sagen, es wird hier mehr (kritisch) darüber diskutiert, was das für ein ein Phänomen ist und wieso es dort so erfolgreich ist. Das sowas in den USA besser funktioniert als in Europa, sollte doch spätestens nach der zweiten Trump Wahl eigentlich wissen.

Es liegt meistens nicht am Gehalt wieso wir so einen Mangel an Erziehern haben. Der Job an sich ist für viele in der heutigen Zeit einfach unattraktiv.

1 „Gefällt mir“

Hab ich ja auch unten geschrieben… Ohne sich sichtbar zu machen wird sich aber nix ändern ist meine Überzeugung. Oder sichtbar gemacht werden. Vlt. kann die Lage ja mal das Thema Familie aufgreifen und Lösungen aufzeigen

Geh ich komplett mit, flächendeckende Betreuung ist super wichtig, sonst bekommen Familien nicht mal das Minimum gestemmt. Trotzdem, und dabei bleib ich, ist es für ein Paar mit +2 Kindern, für beide, nahezu unmöglich, wenn nicht die Oma (die bereits in Rente sein muss) um die Ecke wohnt, einen 40 Stunden Job aufrecht zu halten. Gründe habe ich schon geschrieben. Zusätzlich muss man ja auch noch die Zeit zwischen Arbeitsort und Betreuung abziehen um die Kinder wieder abzuholen. Die fehlt einem auch noch für die Arbeit.

Und einen Aspekt haben wir noch gar nicht gesprochen: Schicht- und Wochenendarbeit. Die Branche mit den größten Fachkräftemangel ist der Gesundheitssektor. Das sind keine 9-5 Jobs. Die arbeiten auch Nachts und am Wochenende. Wie will man dafür flächendeckende Betreuung gewährleisten?

3 „Gefällt mir“

Ich arbeite im Schnitt über 40h die Woche, meine Frau 35h, wir haben zwei Kinder und keine Großeltern, die Kinder abholen oder unter der Woche betreuen. Man muss halt früh aufstehen, braucht eine Kinderbetreuung bis 16 Uhr (die hatten wir bisher aber in jeder Kita und auch jetzt in der Schulkindbetreuung) und Jobs mit flexiblen Zeiten. Aber es ist nicht unmöglich.

Ja die Jobs mit den flexiblen Arbeitszeiten und vor allem Bedingungen (Büro Jobs vs. Fast alles andere). Das sind halt nicht alle. Das hab ich auch geschrieben.

Ich bin auch der Meinung um so kleiner die Kinder umso besser klappt es mit der Betreuung. Die Bedürfnisse sind nicht so hoch und es reicht auch meist eine reine „Betreuung“ umso älter umso schwieriger wird es. In Hessen (weiß nicht wie es in den anderen Ländern ist) gibt es ab der 5. Klasse keine feste Nachmittagsbetreuung mehr. Also Betreuung die über Mittagessen und eine rudimentäre Hausaufgaben Betreuung hinaus geht.

3 „Gefällt mir“

Ich denke die Forderung nach 2 Vollzeitkräften mit Kindern ist einfach blödsinniger Populusmus. Selbst wenn es machbar wäre wollen ja die meisten ihre Kinder auch sehen und nicht nur abends um für Arbeitgeber da zu sein denen man am Ende des Tages auch nicht wirklich wichtig ist.

7 „Gefällt mir“

In dem Alter war ich jeden Mittag bis 16:30 Uhr allein. Heutzutage gibt es immerhin Essen in der Schule und sowieso 2 bis 4 mal nachmittags Unterricht. Sprich, das Problem wird deutlich kleiner als mit kleinen Kindern.

1 „Gefällt mir“

Zurück zur Ausgsngsfrage:

Die Forderung/der Vorschlag, einfach mehr Frauen in die Vollzeitarbeit zu bringen (ich gkaubecrs war von 2,8 Mio die Rede), ist das die Lösung für den Fachkräftebedarf?
Ist das auch realistisch?

Haben wir 2,8 Mio Frauen mit abgeschlossenen Berufsabschlüssen/Studium in Deutschland, die mit aktuellen Fachkenntnissen nur auf den Eintritt in die Vollzeittätigkeit warten, überspitzt formuliert?

1 „Gefällt mir“

Dazu:

.

Hast du dich mal mit dem heutigen Schulsystem beschäftigt? Es gibt mehr Hausaufgaben, es wird mehr „Elternarbeit“ erwartet. Die Anforderungen sind einfach massiv gestiegen.

4 „Gefällt mir“

Ist es nicht auch eher so das die heutige Generation das gar nicht möchte? Also nicht nur bei Frauen sondern auch bei den Männern wird Teilzeit und Reduzierung der Stunden bei genügend Gehalt doch immer mehr Standart. Zumindest da wo es möglich ist. Work-Life Balance ist ja nicht nur eine Modeerscheinung. Will man die Leute also zwingen?

5 „Gefällt mir“