Beim Begriff „Technologieoffenheit“ will ich immer wieder antworten:
Wir hatten doch jahrzehntelange Technologieoffenheit und heute wissen wir, wer gewonnen hat!
In Jahrzehnten der Technologieoffenheit hat die Verbrennertechnologie statt eines 3l-Autos oder eines funktionierenden Clean Diesel nur ein funktionierendes Defeat Device produziert. Ebenso hat sie keine wirtschaftlich tragfähige E-Fuel-Infrastruktur geschaffen.
In Jahrzehnten der Technologieoffenheit hat die Wasserstofftechnologie kein Auto der Zukunft, keine vernünftige EFH-Heizungsanlage und keine Infrastruktur für den Brennstoff produziert, die abseits von industriellen Spezialanwendungen für den Normalanwender bezahlbar wäre.
Nach Jahrzehnten der Technologieoffenheit gibt es immer noch keine modernere AKW-Technologie, die ohne massive staatliche Subventionen wirtschaftlich zu betreiben wäre. Und selbstverständlich gibt es immer noch keine Antwort auf die Frage nach dem Endlager für den entstehenden Atommüll.
Und wer hat gewonnen?
Strom! Erneuerbare Energieproduktion aus Sonne und Wind. Die Wärmepumpe. Das vollelektrische Auto.
Wie gesagt, wir hatten jahrzehntelange Technologieoffenheit, wir können jetzt die Gewinner küren und wir können als Gesellschaft auf diese Gewinner setzen, so wie wir in den Jahrzehnten davor auf fossile Technologien gesetzt haben.
Je länger wir als Gesellschaft und als Volkswirtschaft auf die Verlierer-Technologien setzen, desto teurer kommt es uns, die Verlierer-Infrastruktur zu betreiben. Mit jedem Anwohner, der technologieoffen seine Gasheizung abschafft, verteuert sich der Betrieb des kommunalen Gasnetzes. Mit jedem Autofahrer, der ein Elektroauto anschafft, verteuert sich die Kraftstoff-Infrastruktur. Eine Volkswirtschaft, die weiter auf eine absehbare tote Technologie setzt, wird industriell abgehängt, mit allen Folgen für die Nation.
Weil es früher keine Alternative gab, subventionieren wir die fossile Infrastruktur seit vielen Jahrzehnten. Künftig werden wir sie nicht mehr brauchen, denn die Alternative ist jetzt da. Und wenn der Staat nicht rechtzeitig die Ansage macht, dass er die Rest-Anwender nach einem zukünftigen Stichtag nicht mehr weiter raushauen wird, wird es umso teurer für uns alle.
Nur deshalb spricht man von einem Verbrennerverbot, nur deshalb fördert man Wärmepumpen. Damit Industrie und Anwender wissen, woran sie sind. Damit man sich nicht noch schnell einen Verbrennerwagen oder eine Gasheizung kauft und in ein paar Jahren jammert, warum Kraftstoffe und Infrastruktur unbezahlbar werden, und nach staatlichen Geldern ruft, sobald man seinen Fehler bemerkt.