Euren Beitrag in der Lage dazu fand ich sehr gut, Ulf und Philip. Gerade wenn man ein neues Baby hat, sollte die Stimmung doch eigentlich ganz anders sein. Hoffnungsfroher. Dass auch du, @philipbanse , solche niedergeschlagenen Momente hast, finde ich ziemlich aussagekräftig. (Herzlich willkommen, kleines Baby, auf dieser Erde und alles, alles Gute!) Vielen Menschen geht es so, obwohl es vielen noch relativ gut geht.
Ist der Grund wirklich die Kommunikation?
Aus meiner Sicht ist sie es auch. Lindners Rede war ein gutes Beispiel, aber auch das Auftreten von Scholz, Baerbock, Klöckner bei den Demonstrationen fand ich kommunikativ ganz schlimm. Die müssen da weg bleiben. Sonst machen sie alles kaputt. Politiker:innen haben dort nichts zu suchen. Die Verharmlosung aller Probleme durch Scholz ist auch sehr schlecht. Die Wähler sind keine Kinder. Auch hat er überhaupt nichts zur Bildungskrise gesagt, oder? Wenn man bedenkt, wie wichtig das ist, unvorstellbar. Nicht vermittelbar.
Aber die Kommunikation ist doch nicht der einzige Grund für die Resignation.
Wie @kritzelkoenig42 schon schrieb, ist es das ewige Schielen nach den Umfragen (Warum sonst reden fast alle der AfD nach dem Mund, ohne AfD sein zu wollen).
Und natürlich diese unglaubliche Entscheidungsunfähigkeit.
Das Festklammern an dieser Art von Schuldenbremse wirkt auf mich, als wäre es für die Verantwortlichen eine Art Rettungsanker, eine letzte Sicherheit in unsicheren Zeiten.
Es macht überhaupt keinen Sinn (siehe Japan) und blockiert alles. Aber es gibt z.B. Herrn Lindner Halt. Etwas Handfestes.
Wie ihr im Podcast schon sagtet: Es braucht Ehrlichkeit gegenüber den Wählern. Und Mut zu Entscheidungen.
Persönlich sehe ich so viele Baustellen (nicht nur durch euer Buch) und es wird nichts an diesen Baustellen getan.
Das ist das, was mich völlig fertig macht.
Es stimmt, dass auch viel Gutes passiert ist und dass das viel zu wenig kommuniziert wird. Ich bin da auch sehr enttäuscht von den Medien.
Aber auch wenn all das gut kommuniziert worden wäre, wäre ich trotzdem noch frustriert, weil so vieles angegangen werden müsste, was blockiert wird - durch die Schuldenbremse oder den Koalitionspartner.
Zuletzt fehlt mir auch eine sachliche inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD. Warum sezieren die Politiker nicht, was AfD-Position für die Wähler in einzelnen Bereichen bedeuten würde?