Ich wollte hier nur meine Meinung zum Ausdruck bringen, die sicherlich keine Einzelmeinung ist - hier im Forum vielleicht nicht, da ich immer wieder feststelle, dass konservativere Sichtweisen hier im Forum grundsätzlich scharf angegangen werden.

Trotzdem stehe ich dazu und bin auch überzeugt davon dass es unnötiger Balast ist und an der falsche. Stelle ansetzt, will man etwas für Gleichberechtigung zun.

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Einspruch. Repräsentation in der Sprache ist kein „Ballast“. Es gibt inzwischen etliche Studien, die nachweisen, dass das sogenannte generische Maskulinum eben nicht „neutral“ ist, sondern dazu führt, dass die Zuhörenden oder Lesenden sich eher Männer vorstellen. Hier findest du eine kurze Zusammenfassung. Die Psycholinguistik forscht schon länger zu diesem Thema, eigentlich könnte das Ergebnis inzwischen bekannt sein. Vorschlag: Wenn die Nennung von Männern und Frauen oder der Gender Gap wirklich so extrem anstrengend ist, können wir in den nächsten drei Jahrhunderten zur Abwechslung einfach das generische Femininum verwenden - da sind dann Männer selbstverständlich mitgemeint.

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Guter Vorschlag. Nur leider fehlen dann noch non- binäre Personen.

Die ich dir auch gerne gönne, aber das darf halt nicht ausblenden, dass es die Gegner des Genderns sind, die

immer wieder ins Spiel bringen.
Insofern sollte der Podcast ja in der Conclusio Deine Meinung getroffen haben (keine Gesetze), auch wenn die persönliche Meinung beim Gendern auseinander geht.

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In diesem Forum nervt mich darüber hinaus, dass die Kommentare nicht ordentlich gelesen werden.

Ich habe ausdrücklich davon geschrieben dass dieses erzwungene Bürger:innen und Schüler:innen mein Aufreger ist.

Ich habe überhaupt kein Problem damit wenn man dies in der normalen deutschen Sprache macht, indem man ganz normal und flüssig „Damen und Herren“, „Bürger und Bürgerinnen“ oder „Schüler und Schülerinnen“ formuliert.

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Ich habe deine Kommentare gelesen. Ich bezog mich auf:

Ich wäre beim Begriff „die Mitarbeiter“ niemals auf die Idee gekommen, dass dies männlich vorbesetzt ist.

… und habe mit dem Verweis auf die Ergebnisse diverser Studien argumentiert, die zeigen, dass das generische Maskulinum sehr wohl männlich vorbesetzt ist. Und wie kommst du eigentlich auf „erzwungen“? Manche Menschen machen diese kleine Pause im Wort oder setzen ein Sternchen oder einen Doppelpunkt oder einen Unterstrich, andere nicht. Und einige Institutionen (z.B. Universitäten) haben beschlossen, in allen offiziellen Texten geschlechtersensibel zu kommunizieren. Andere tun dies nicht. Ich persönlich habe noch nie erlebt, dass dann die Sprachpolizei kommt. Oft sind auch neutrale Begriffe möglich, die alle einschließen: Publikum statt Zuhörer und Zuhörerinnen, Mitarbeitende statt Mitarbeiter usw. Da ein bisschen mehr Mühe und Fantasie aufzubringen ist meiner Ansicht nach nicht zu viel verlangt.

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Ausdrücklich, allerdings nur im letzten Absatz. Vorher ging es allgemein um „Gendern“.

Ich kann ja sogar noch einige Berufsgruppen verstehen, die mit dem Gendern ihre Probleme haben (Menschen, die dies täglich tun müssen, weil sie vor „Publikum“ stehen und denen die Nicht-Nutzung gendergerechter Sprache berufliche Nachteile bringt), aber mal Hand auf’s Herz: Wann wird man denn als Mitarbeiter eines „Konzerns mit über 30.000 Mitarbeitern weltweit“ gezwungen zu Gendern bzw anderweitig davon „belästigt“?

Diesem Absatz entnehme ich, dass du keinen Bedeutungsunterschied zwischen „Bürger:innen“ und „Bürger und Bürgerinnen“ siehst. Diesen gibt es jedoch. Die Schreibweise Bürger:innen (und bei der Aussprache die entsprechende kurze Pause) soll ausdrücklich auch nicht-binäre Personen einbeziehen, was „Bürger und Bürgerinnen“ gerade explizit nicht tut. Hier wirst du, aus deiner - so scheint es mir - heteronormativen Sichtweise, vermutlich wieder kein Problem sehen, aber auch hier gilt:

Es geht explizit darum, eine Minderheit Sichtbar zu machen. Scheinbar gelingt das immer noch nicht gut genug :wink:

Ja die Frage ist ob das angebracht ist wenn die Sprache von allen umgemodelt werden soll um eine Minderheit sichtbar zu machen, die in der Bevölkerung wieviel Anteil hat?

Aber jedem das seine. Mir ist das zu viel Verbiegung der Sprache - auch des Sprachflusses.

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Es ist eben einfach seltsam, dass Konservative scheinbar kein größeres Problem in diesem Land sehen als freiwilliges gendern ( außer vielleicht die bösen Migranten). Dabei sind nahezu alle Probleme auf konservative Politik zurückzuführen. Aber Hauptsache alle über 60 kommen ohne gendern und ohne Stress durch die Rente. Alle darunter haben eben Pech gehabt.

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Okay, erlaube mir die Gegenfrage:
Wie groß muss der Anteil einer Minderheit sein, damit man sie berücksichtigen sollte?
Ich glaube, wir haben hier nicht die gleiche Definition von „Minderheit“… gibt es nach deiner Sichtweise also irgendwo einen Sweet Spot zwischen „Zu kleine Minderheit, daher nicht zu berücksichtigen“ und „Keine Minderheit mehr, daher nicht zu bevorteilen“?

Dieses Argument kommt mir jedes Mal so vor, als würde man es nur vorschieben.
Sprache ändert sich - hat sie immer und wird sie - hoffentlich - auch immer. Die Sozial- und Geisteswissenschaften haben uns die Erkenntnis gebracht, dass „Sprache“ durchaus relevant für „Wahrnehmung“ ist, und „Wahrnehmung“ wiederum relevant für „Handlung“ ist. Vor diesem Hintergrund ist es nur konsequent, dass die Sprachnutzung diese wissenschaftliche Erkenntnis umsetzt.

„Verbiegung der Sprache“ gibt es daher grundsätzlich nicht, weil Sprache keine „natürliche Form“ hat. Jedes Wort in jeder Sprache hat einen historischen und oft machtpolitischen Hintergrund, jede Kodifizierung von Sprache (z.B. der Duden) und jede staatliche Reform (z.B. die Rechtschreibereform) war ein gezielter Eingriff in die Sprache, da mit der Kodifizierung im Prinzip der „natürliche Wandel durch Nutzung“ eingeschränkt wurde und sich nun Konservative immer auf das Kodifizierte als „richtig“ berufen konnte. Aber warum sollte eine frühere Kodifizierung und Reglementierung von Sprache „natürlicher“ sein als eine spätere?!?

Sprache ist ein gesellschaftlicher Aushandlungsprozess. Du kannst gerne für den Erhalt des Status Quo kämpfen, zusammen mit Merz und den anderen konservativen Betonköpfen. Ich halte das aber einfach für reaktionär.

(Und zur Sicherheit nochmal: Niemand zwingt dich, im privaten Bereich gendergerecht zu schreiben - und das will auch niemand ändern…)

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Ja… nee. Zumindest nicht auf die quasi-magische Weise, wie manche Befürworter von * _ oder : meinen. Sonst müssten Kulturen, deren Sprache z.B. von vornherein kein Genus kennt, ja irgendwie signifikant gleichberechtigter sein. Ein solcher Zusammenhang lässt sich aber nicht nachweisen.

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Umfrage in Deutschland zur Relevanz von geschlechtergerechter Sprache 2023: „Finden Sie geschlechtergerechte Sprache, sogenanntes Gendern, wichtig oder unwichtig?“

Quelle

Wie sagt man … ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Persönlich finde ich es bemerkenswert, dass die Anteile zwischen den „klassischen“ Geschlechtern kaum variieren.

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Das ist aber auch die falsche Frage.
Die Frage müsste lauten:
Sollte Gendern gesetzlich vorgeschrieben/verboten werden?
Sollten Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, Genderregeln verpflichtend auferlegt werden?
Sollten Universitäten und Schulen Gendern/Nichtgendern mit Fehlerpunkten belegen?

Ich sehe es schon kritisch, wenn ein CDU-Ministerpräsident sich gegen einen Grünen Koalitionspartner entscheidet, weil er nach eigener Aussage die Verbotsmentalität als schädlich für Deutschland und sein Bundesland ansieht und direkt darauf ein Genderverbot verspricht.

Keiner plant eine Genderpflicht. Stattdessen wird von der man-darf-ja-gar-nichts-mehr-sagen-Fraktion eine Scheindebatte angezettelt und versucht, anderen Sprache vorzuschreiben.

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Der Trick ist, dass das bewusste Gendern im Hirn jedesmal einen Denkprozess anstoßt, der den Sprecher und den Hörenden (genauso wie die Sprechende und die Hörende) unterbewusst daran erinnert, warum man das tut. Damit verändert das Gendern unterbewusst die Realität. Das Gleiche tut ein Verteidigungsminister, wenn er von Kriegstüchtigkeit spricht (Wer das nicht versteht, nenne ihn mal Kriegsminister) oder die AFD, wenn sie Nazijargon in ihre Reden mischt.

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OK, also 1. Was ist da genau „unterbewusst“, wenn ständig explizit darüber diskutiert wird? Und 2. Warum sollte die Reaktion im „Hirn“ des Zuhörers nicht noch stärkere Ablehnung sein?

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Man sieht ja am Widerstand, dass es funktioniert.
So lange Männer Angst haben, sie könnten bei der Jobsuche von Frauenquoten benachteiligt werden, wird es immer Leute geben, die unterbewusst mit Bestandswahrung reagieren, auch wenn sie objektiv nichts verteidigen müssen.
Statt sich mal bewusst mit der Frage auseinanderzusetzen eine Hexenjagd zu starten ist aber die falsche Reaktion.

Die Frage finde ich erstrangig die genau Richtige. Damit wird einzig und ganz konkret abgefragt, ob es ein wichtiges Thema ist. Dreiviertel sagen Nein. Schade ist, dass es keine Darstellung der Antworten nach Altersgruppen gibt.

Die Koalitionspolitik finde ich auch extrem bedauerlich, hätte mich sehr über Fortsetzung der alten Koalition gefreut, halte Rheins Entscheidung für falsch, aber anderes Thema.

Was das zu erwartende „Genderverbot“ an Schulen / Unis / Medien angeht, finde ich es erstmal positiv, wenn es dafür dann klare Regeln gibt. Soweit ich weiß ist in Diskussion bestimmte Schreibweisen mit dem Genderstern, einem Unterstrich oder dem Doppelpunkt zu verbieten. Positiv fände ich, wenn eine zulässige Form definiert würde und klare Regeln, ob Gendern / Nicht-Gendern z.B. in die Benotung einfließen darf. Da muss es klaren Rahmen für alle geben.

Mir war bis dato nicht bewusst, dass diese sprachlichen Regelungen sogar Aufgabe der Länder sind. Sollte es wohl eine Festlegung geben und nicht demnächst unterschiedliche zwischen den Ländern.

So sieht es aus. Und für diese Leute macht die Koalition in Hessen ein Gesetz, um sie vor etwas zu schützen, von dem sie selber sagen, dass sie es sehr unwichtig finden.
Damit sieht man, dass die Diskussion mit solchen Umfragen genau in die falsche Richtung geht.
Denn die Folge ist ja nicht, dass die Leute sagen: egal, dann soll doch jeder und jede gendern, wie er und sie es für richtig halten, sondern: dreiviertel finden das Thema nicht wichtig, also Zeit, mit diesem Gender-Gaga endlich aufzuhören.

Und nein, Sprache ist nicht Ländersache. Aber man kann zumindest öffentlichkeitswirksam öffentliche Ämter und alles, was irgendwie am Bundesland hängt, mit Verhaltensregeln beglücken.

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Da frage ich mich ja fast, warum du Spiegel:ei nicht als Verbiegung der Sprache ansiehst.

Oder sprichst du Spiegelei ohne Pause?

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