Also aus meiner Zeit als gesetzlicher Betreuer, wo ich naturgemäß die Finanzen vieler Rentner organisieren musste, kann ich eigentlich sagen:
So lange die Rentner noch ihre eigene Wohnung bewohnt haben, war Geld sehr unproblematisch, es sammelte sich quasi mangels Ausgaben auf den Konten an, vor allem, wenn sie irgendwann aus Altersgründen das Auto aufgeben, was bis dahin oft der einzige nennenswerte, nicht lebensnotwendige Ausgabenposten ist. In dem Moment, in dem sie dann in’s Heim gehen, tja, da schmelzen dann die zehntausende Euro, die sich angesammelt haben, ganz schnell dahin, denn so viel Rente, dass man davon (zusammen mit dem Geld aus der Pflegeversicherung) die Heimkosten zahlen könnte, hatten dann doch nur ganz, ganz wenige (z.B. Bergleute mit massiver betrieblicher Zusatzrente). Aber das kann auch kaum das Ziel sein, weil das einzige, was wir damit erreichen würden, wäre, dass die Rente an die Erben abfließt…
Das sind natürlich vor allem Rentner gewesen, die schon eine relativ fortgeschrittene Demenz hatten, wobei ich die Zeit davor über die Kontoauszüge nachvollziehen konnte. Der Finanzbedarf ist bei Rentnern, die nach Renteneintritt noch ein kostenintensives soziales Leben führen, natürlich deutlich höher. Wie viel Geld angemessen ist, ist dabei grundsätzlich schwer zu beurteilen. Wie gesagt, wer noch voll im Leben steht und teure Hobbies hat, für den werden 1.500 Euro schnell knapp. Derjenige, dessen größte Hobbies „Mit dem Kissen auf der Fensterbank die Nachbarn beobachten“ und „in die Kirchengruppe gehen“ und einmal die Woche vielleicht zum Skat-Abend zu gehen sind, weiß schon bei 1.500 Euro oft nicht, was er mit dem Geld anstellen soll.
Letztlich hat es aber einen Grund, warum teure Kreuzfahrten vor allem an Rentner vermarktet werden… von allen meinen Betreuten musste ich mir jedenfalls bei den Rentnern am wenigsten Sorgen um das Thema Geld machen…