Die Argumentation mit einem angeblichen Regierungsauftrag der CDU (oder jeder anderen Partei) ist von vornherein ungenau. Dann hätte keine Partei unter der absoluten Mehrheit einen eindeutigen Regierungsauftrag, weder CDU noch SPD, Linke oder Grüne. Genauso wie man der CDU vorwerfen kann, dass sich 2/3 gegen sie entschieden haben, haben sich entsprechend Leute gegen jede andere Partei entschieden.
Im Endeffekt kommt es darauf an, wer die Mehrheit für eine Koalition bilden kann. Wenn RRG das schafft, haben sie jedes Recht dazu, wenn es Schwarz-Rot schafft, haben sie das auch. Es hängt also von der SPD ab, wie diese sich entscheidet, da sie wohl beide Optionen hat.

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Glaube jeder weiß dass eine Mehrheit mehr als 50% ist. Aber es strengt an, wenn das linke Spektrum sich nicht mehr an das gesagte von gestern erinnert. Zur Erinnerung: Laschets Anspruch wurde als unanständig bezeichnet, selbst wenn er mit Jamaika ebenfalls eine Mehrheit gehabt hätte. Und die Watschn, die RRG bekommen hat, sucht ihresgleichen. Man könnte auch mal die Frage stellen, wie seriös es ist mit der putinnahen LINKEN an der Macht zu kleben. Also bitte nicht wieder die Taktik vom Thema abzulenken. Sogar ein Schröder hatte dann mal eingesehen, dass der Sieger das Vorrecht für Verhandlungen hat.

Nein. Scholz ist Kanzler, weil irgendwann selbst die Oligarchenmedien, die ansonsten immer zu 100% CDU und FDP unterstützen mit allem was geht, realisiert haben was für ein politisches Leichtgewicht Laschet war, und dass auch gerade in der Wirtschaftselite am Ende niemand mehr ihm ernsthaft die Verantwortung übergeben wollte, einmal Deutschlands Interessen in Verhandlungen mit Leuten wie Erdogan, Xi, Putin usw. zu vertreten.

Was redest du? RRG hat mit drei Parteien gemeinsam ~5,5% verloren. Das ist im Verhältnis für eine Regierung in Krisenzeiten absolut im üblichen Rahmen. Da gab’s schon ganz andere Wahlen, wo sogar einzelne Parteien deutlich stärker eingebrochen sind, z.B. letzte Bayern-Wahl CSU minus 10,4%.

Letztendlich hat RRG immer noch mehr Unterstützung an der Wahlurne sowie sitzmäßig im AGH als schwarz-rot oder schwarz-grün es hätten.

Das war ja auch nie geplant, dass die Bundesvorsitzende wird. Die SPD-Basis hat sich bloß nicht an das Drehbuch gehalten, was dann ja aber mit der Ernennung von Scholz zum Kanzlerkandidaten (ohne Basisvotum) korrigiert wurde.

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An diese Bezeichnung erinnere ich mich nicht. Ich erinnere mich allerdings daran, dass auch die FDP ziemliche Skrupel hatte, mit einer massiv abgestürzten CDU und einem völlig demontierten Armin Laschet zu koalieren. Zumal die Partei hinter Laschet damals in der Frage der Regierungswilligkeit recht zerstritten war. Das war schon ein anderes Kaliber als die Verluste der Giffey-SPD.

Da dürfte was dran sein. Der Berliner Landesverband der Linkspartei um Klaus Lederer, Anne Helm u.a. dürfte allerdings so putinfern sein, wie kaum ein anderer Landesverband. Das Problem der CDU ist im Gegenzug, dass der Berliner Landesverband so ‚konservativ‘ ist wie kaum ein zweiter - und die Hürden für mögliche Koalitionen zB mit den Grünen im Wahlkampf immens hoch gelegt hat.

Lieber Philip, lieber Ulf,

ich finde euere Analyse der Berlinwahl wieder gut und ausgewogen. Ich finde allerdings, dass ihr einen Aspekt auslasst, den auch die meisten Zeitungen weitestgehend ignoriert haben, ihr aber bei der letzten Berlinwahl ausgeführt habt:

Das Ergebnis der kleinen Parteien von 9,0%

Ihr argumentiert ähnlich wie die großen Tageszeitungen, dass die Grünen in der Mitte einiges verloren / nicht abgerufen hätten, da sie zu progressiv (Auto hassend) aufgetreten seien. Das mag zum Teil auch stimmen. Aber es stimmt auch, dass Tierschutzpartei (2,4%) und Klimaliste (0,3%) und meinetwegen ÖDP (0,1%) ca. 2,8% vereinen, denen die Grünen wohl nicht progressiv genug waren. Hätten nur paar wenige dieser die Grünen gewählt, würden wir über ein anderes Ergebnis diskutieren.

Das ist aber genau der Punkt.

Wegner hat das Vorrecht zu Verhandlungen, das war’s dann aber.

Das ist so ziemlich der einzigste Punkt den du in deiner ganzen Argumentation hast.

Niemand kann aus dem Wahlergebnis herausdeuten welche Verhandlungen zum Ziel führen müssen.

Achtung, hier kommt ein Hufeisen:

„Bei der Wahl zur hamburgischen Bürgerschaft 2001 war die CDU mit über 10 % Abstand zweitstärkste Kraft, hatte noch dazu selbst Stimmen verloren und brauchte eine Dreierkoalition.“

https://twitter.com/Lenny_du_Nord/status/1626157091059601408?ref_src=twsrc^tfw|twcamp^tweetembed|twterm^1626157091059601408|twgr^eb1ed28867419ad7dc6ddc7ec6648314dc4a4ad6|twcon^s1_&ref_url=https%3A%2F%2Fuebermedien.de%2F81526%2Fkein-grund-schwarz-zu-sehen-oder-was-ist-nochmal-eine-mehrheit%2F

Die ödp ist öko-konservativ. Denen sind die Grünen garantiert nicht zu wenig progressiv… Bei Klimaliste und Tierschutzpartei wird der entscheidende Faktor auch weniger die gesellschaftliche Progressivität der Grünen sein, sondern eher die den WählerInnen fehlende Kompromisslosigkeit im Einstehen für Tier-/ Umwelt- &Klimaschutz.

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Ich würde das ja auch so sehen, aber das Gerede von einem angeblich ganz klaren Regierungsauftrag für die CDU kommt von deren Berliner Spitzenkandidaten :wink:

Man könnte auch die Frage stellen, wie seriös es ist, ausgerechnet dem Berliner Landesverband der Linkspartei „Putinnähe“ zu attestieren. In Berlin kriegt ja schon ein Ortsverein richtig Beef mit dem Landesverband, wenn er es cool findet, eine Wahlkampgkundgebung mit Wagenknecht zu machen.

Völlig jenseits von (partei-)politischen Präferenzen frage ich mich allerdings, seit wann denn der Trend einer Partei (also die Frage, ob sie im Vergleich zur vorherigen Wahl Stimmenanteile oder Mandate gewonnen oder verloren hat) ernsthaft als moralisches Argument angeführt wird. So weit ich mich erinnern kann, kam dieses Argument immer nur von schlechten Verlierern, und zwar meist in genau dersleben Situation in der die CDU in Berlin jetzt ist. Das war schon zu Beginn der sozialliberalen Koalition im Bund 1969 so.

Blockzitat genau das und nicht mehr sage ich. VORRECHT für Verhandlungen. Und ich sagte auch, dass es mir recht wäre, wenn RRG weiter regiert, weil es der beste Wahlkampf für die konservativen Parteien wäre.
Das in Hamburg wäre dann von mir ebenfalls kritisiert worden. Konservative sind wesentlich objektiver und nicht so festgefahren auf die eigene Meinung.
Aber ich hoffe dann dass in 3 Jahren niemand rumjammert, wenn es mit der Ampel für alle Zeit vorbei ist. Die FDP wird sich nie wieder mit dem Satz „springt über euren Schatten“ locken lassen. Dann bliebe nur noch die Linkspartei. Und das dürfte dann sogar für SPD und Grüne zu viel des Guten sein.

Kannst du auch sachlich schreiben? Dieses Forum ist nicht die Bildzeitung und dein Niveau ist gerade extrem weit unten.

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Du musst mal versuchen mir zu erklären, warum es für die Ampel im Bund besser laufen sollte, wenn der regierende Bürgermeister ein Konservativer wird.

Ansonsten lässt sich von außen sagen, dass die FDP selbst schuld ist an ihren miserablen Wahlergebnissen.

Und in Berlin ist sie ja auch aus dem Parlament geflogen. Muss jetzt nochmal gewählt werden damit die FDP wieder rein kommt um die Bundesampel zu retten?

Glückwunsch zur aktuellen Lage.
So gut mir die kurze Analyse der Berlinwahl gefallen hat, so war ich über den Anfang überrascht.
Ihr sagt da, dass viele Menschen, die in Berlin leben, gar nicht wählen konnten. Daher sei anzunehmen, dass prozentual noch sehr viel weniger Menschen in Berlin CDU gewählt/ gewollt haben.
Das stimmt aber nur, wenn man annimmt, dass diese Menschen komplett anders gewählt hätten, als die, die Ihre Stimme abgegeben haben.
So sehr ich das auch hoffen mag. Rein Statistisch eher unwahrscheinlich.

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s. dazu

Diese Aussage habe ich schon öfters gehört. Ich frage mich immer, ob man diese Aussage auch im Bezug auf die AfD gelten lassen würde.
Zum Beispiel, wenn die CDU mit einem (vermeintlich) gemäßigten Orts- oder Landesverband koalieren würde.
Ich denke nicht, dass man hier dann eine Unterscheidung vornehmen würde.

Dem stimme ich zu, ob sich RGR damit einen Gefallen tut, werden wir dann alle sehen :sweat_smile:

War auch nicht als „Legitimität In Zweifel stellen“ zu verstehen. Das auf keinen Fall.
Aber die Behauptung, dass der Prozentsatz der Wähler einer Partei XYZ in der Gesamtpopulation (inkl. aller, die nicht wählen durften) anders und insb. geringer sei, als bei dem repräsentativen Querschnitt, der in der Wahl zum Ausdruck kommt, wurde aufgestellt.
Und da schreit mein innerer Statistik-Monk laut auf.

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Der Vergleich hinkt gleich doppelt: Erstens basiert er ganz im Sinne der Hufeisen"theorie" auf der Annahme, dass zwei Parteien an den Rändern des parlamentarischen Spektrums ja irgendwie gleich „extrem“ sein müssen. Aber eine inhaltliche Grundlage für diese Annahme gibt nicht, zumindest nicht, wenn man so Dinge wie Verfassungstreue, Menschenrechte etc. als Maßstab nimmt und nicht nur das eigene subjektive Empfinden. Man mag die Forderungen nach Vergesellschaftung von Wohnungskonzernen und Vermögenssteuer nicht mögen, aber verfassungswidrig sind sie nicht. Und selbst an den Punkten, wo es inhaltliche Überschneidungen gibt (wie zum Beispiel die Haltung zu Russland) liegen immer noch weltanschauliche Welten zwischen AfD und Linkspartei.
Zweitens gibt es - wiederum gemessen an den tatsächlich vertretenen politischen Positionen - bei der AfD einfach nicht dieselben parteiinternen Differenzen wie in der Linkspartei - beispielsweise zwischen Wagenknecht und der Berliner Linkspartei. Selbst wenn man sagt, dass Höcke oder Tillschneider wie Wagenknecht sind - wer ist dann der Lederer der AfD? Bernd Lucke wäre das vielleicht gewesen, aber der ist eben seit fast acht Jahren nicht mehr in derselben Partei.
Das alles sage ich ausdrücklich als jemand, der keine der beiden Parteien besonders mag.

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Spätestens wenn Du auf Variablen wie Bildung, Einkommen und sozialen Status kontrollierst, ist es m. E. nicht mehr berechtigt, vom Wahlverhalten der Wählenden auf das der Nichtwähler:innen und nicht Wahlberechtigten zu schließen. Aber dem Statistiker ist das ja sicherlich klar :wink:

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Absolut. Das ist es ja gerade. Jede Annahme über das Wahlverhalten von nicht abgegebenen Stimmen, wäre Glaskugelschauen.
Übrigens ebenso wie die Annahme, dass die in der Folge angesprochenen Menschen in Berlin, die nicht wählen können, alle den gleichen Bildungs-, Einkommens-, oder Kultur-Hintergrund haben.

So wurde das doch gar nicht gesagt. Im Gegenteil meine ich mich zu erinnern, dass sogar erwähnt wurde, dass SPD und Grüne ja sogar entsprechend noch weniger Prozente hätten.

Ging halt generell darum, dass die „Regierungsmehrheit“ nur bei etwas über 20% der Bevölkerung liegt, aber der Politikbetrieb macht einfach weiter und zieht nicht einmal in Erwägung, darüber zu diskutieren ob das so wünschenswert ist. (Gleichzeitig dann immer gerne genommenes Argument gewisser Parteien, um Volksentscheide zu delegitimieren: Da haben ja nur X % abgestimmt!!11)

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