Dafür ist das steuerfreie Existenzminimum da. Dies sorgt dafür, dass der Arbeitnehmer Essen, Wohnen, sich bekleiden kann, etc. Mit den ungefähr 10.000 Euro im Jahr kommst du natürlich nicht weit. Aber zusätzlich gibt es Wohngeld, etc.

Kurzum: deine Forderung ist bereits im Steuerrecht verankert.

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Also können wir den Steuerfreibetrag um 1.000 € anheben und brauchen keine Pendlerpauschale mehr?

Die 1000 Euro sind die WerbungsPAUSCHALE. Ohne Prüfung gesteht dir das Finanzamt diese 1000 Euro als Ausgaben im Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit zu.

Wenn du aber nachweisen kannst, dass du - wie auch immer - dafür 10.000 Euro ausgeben musstest, dann wird dein zu versteuerndes Einkommen um diesen Betrag gemindert. Das wäre natürlich nicht möglich, wenn man einfach dem Grundfreibetrag 1000 Euro zuschlägt und Werbungskosten einfach abschafft (was vermutlich grundgesetzwidrig wäre).

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Auch das ist jetzt schon der Fall. 1000 EUR gibt’s pauschal. Wenn Du mehr brauchst, kannst Du so viel absetzen wie Du willst…

EDIT:
Sorry @Guenter, hat sich überschnitten…

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Kann ich denn dann meine Wohnkosten auch absetzen, wenn sie den Freibetrag vorgesehenen überschreiten?

Nein. Denn wie gut du es dir gehen lässt beim Wohnen, Essen, Ankleiden, etc., das ist dein Privatvergnügen. Das Existenzminimum ist freigestellt, mehr nicht.

Nehmen wir mal an, wir haben 2 Personen, beide Personen arbeiten bei demselben Arbeitgeber in der Stadt. Beide Personen wohnen in den gleichen Wohnverhältnissen. Person A wohnt auf dem Land, wo die Wohnung deutlich günstiger ist, man aber nur mit dem Auto (in einer vernünftigen Zeit) zum Arbeitsplatz kommt. Person B kann aus irgendeinem Grund kein Auto fahren (der genaue Grund ist ja egal, weil der Staat ja eh nicht verlangen kann, dass alle Auto fahren können). Das heißt Person B muss, um für den Arbeitgeber arbeiten zu können in der Stadt in der Nähe des Arbeitgebers wohnen. In der Stadt ist die Miete aber deutlich teurer als auf dem Land. Nun gibt es 2 Szenarien für das Existenzminimum, entweder es ist an Person B ausgerichtet, so dass Person A quasi übervorteilt wird, weil sie gar nicht so ein hohe Existenzminimum bräuchte, es aber trotzdem absetzen könnte oder das Existenzminimum ist an Person A ausgerichtet und Person B würde dann deiner Meinung nach im Luxus leben, obwohl sie eig keine ander Wahl hatte.

Hinzu kommt nun noch die Pendlerpauschale, während Person A nun also vermutlich schon Vorteile beim Existenzminimum bekommen hat, bekommt sie nun zusätzlich auch noch eine Pendlerpauschale, die die Rechnung weiter zu Gunsten der auf dem Land lebenden Person macht.

Am Ende steht es also so da, dass von Person B quasi implizit verlangt werden kann umzuziehen, aber auf keinen Fall von Person A näher an seinen Arbeitsplatz.

Was man vielleicht alternativ machen könnte, ist, dass der Staat ähnlich wie beim Existenzminimum sagt, dass es eine bestimmte Entfernung gibt, die er dem Arbeitnehmer zugesteht z.B. 20 km (der Wert ist jetzt aus der Luft gegriffen) und jeder bekommt die gleiche Pauschale für diese 20 km, egal wo er wohnt. Und wenn jemand weiter Weg wohnt, weil es dort noch günstiger oder schöner ist, dann ist das halt sein Privatvergnügen.

So funktioniert aber nunmal das Steuerrecht nicht.
Du kannst Dinge absetzen die ganz klar und unmittelbar mit der Arbeit zu tun haben.

Das ist bei Wohnraum aber eben definitiv nicht der Fall. Denn die Großstadt bietet auch viele andere Vorteile. Es wäre unmöglich nachzuweisen, dass Du zu 100% aus beruflichen Gründen in die Stadt ziehst, und nicht weil Du es dort einfach schöner findest.
Du musst ja auch andersrum keinen Geldwerten Vorteil versteuern, weil Du auf dem Land wohnst.

Der Arbeitsweg lässt sich aber dagegen eben zu einhundert Prozent dem Job zuordnen. Genauso wie

Aus dem gleichen Grund kannst Du auch kein Arbeitszimmer absetzen, dass gleichzeitig anderweitig genutzt wird. Und als Unternehmensberater kann ich auch meine Anzüge nicht absetzen, auch wenn ich die real zu 100% beruflich nutze (ich hasse Anzüge). Aber das Finanzamt erlaubt es nicht, weil sie eben auch anderweitig nutzen KÖNNTE.

im anderen Thread wird genau DARÜBER von der anderen Seite diskutiert, nämlich die 1% Regelung bei Dienstwagen. Das ist das gleiche Prinzip. Der Staat bittet Dich zur Kasse, weil Du Deinen Dienstwagen privat mitnutzt. Wenn Du also die Wohnung absetzen wollen würdest, müsste dementsprechend auch die 1%-Regelung wegfallen.

Und das ist das Problem: Wenn Du die Entferungspauschale kippen willst, müsstest Du das komplette Steuerrecht von links nach rechts umkrempeln.

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Du unterstellst in Deinem Beitrag, dass es nur „eine“ Arbeitsstelle je Wohnung gibt. Dazu folgende Anmerkung:
1.
Häufig wohnen mehrere (2?) berufstätige Menschen in einer Wohnung. Ich vermute, dass sie in vielen Fällen bei unterschiedlichen Arbeitgebern beschäftigt sind und deshalb die Alternative „Wohnung am Arbeitsplatz“ oder „längerer Arbeitsweg“ nicht gegeben ist. Im Idealfall ist die Wohnung dicht am Arbeitsplatz eines Berufstätigen, während der Andere einen längeren Arbeitsweg haben muss.

Vielleicht haben sich die Bewohner der Wohnung auch entschieden ihren Wohnort so zu wählen, dass sie beide ungefähr die gleiche Fahrtzeit benötigen. Wäre eine individuelle Entscheidung.

Was ist in den Fällen, in denen ein Arbeitsplatz gewechselt wird. Wäre es realistisch zu erwarten, dass der Arbeitnehmer dann immer seinen Wohnsitz in die Nähe des neuen Arbeitsortes verlegt? Bei der derzeitigen Wohnungs- / Mietensituation m. E. nicht zumutbar.

Mit der Pendlerpauschale sollen „pauschal“ die (zwangsläufig entstehenden) Kosten steuerlich absetzbar werden, die Jemand tragen muss um Einnahmen aus seiner Arbeitstätigkeit zu erzielen. Denn er kann seinen Lebensunterhalt letztlich nur aus den Einnahmen abzüglich der ihm hierbei entstehenden Kosten bestreiten. Diese Differenz aus Einnahmen./. Ausgaben (im Steuerrecht Einkünfte genannt) ist dann Bemessungsgrundlage für die Erhebung der Einkommensteuer (Lohnsteuer bei Arbeitnehmern).

Dieses System soll sicherstellen, dass die Einkommensteuer grundsätzlich nach der „individuellen Leistungsfähigkeit“ des Bürgers ermittelt wird. Wer höhere „Einkünfte“ hat ist demnach leistungsfähiger (und kann einen höheren Steuersatz leisten) als jemand, der niedrigere Einkünfte hat. Der mit den niedrigeren Einkünften wird deshalb einen niedrigeren Durchschnittssteuersatz haben als Derjenige mit den höheren Einkünften.

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Mal ein anderer Ansatz:

Wenn die Entfernungspauschale ausschließlich denen zugute käme, die weniger als den durchschnittlichen (2/3-) Jahreslohn von vor 2 Jahren (weil bis dahin alle Erklärungen abgegeben sein sollten) erhalten, wären bestimmt einige Milliönchen gespart und die umstrittene Subventionierung wäre sozialverträglich umgestaltet.

Wer heute die Möglichkeit hat näher an seinen Arbeitsplatz zu ziehen und sich dafür das Pendeln (Lebenszeit) spart, der macht das meist heute schon. Kenne niemand der gerne pendelt.
Mehr Lenkungswirkung bekäme man wenn die Arbeitgeber die tatsächlichen Anreisekosten der Arbeitnehmer tragen müssten.
Firmen wären interessiert daran ihren Mitarbeitern Homeoffice/CoWorkingSpaces anzubieten. Würden ihre Standorte dahin verlagern, wo sie möglichst viele Mitarbeiter bekommen.
Wenn die Arbeitgeber noch den CO2 Preis für die Anreise ihrer Mitarbeiter zahlen müssen hätte man die perfekte Lenkungswirkung.

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Interessanter Vorschlag. Könnte bei dem aktuellen Fachkräftemangel mittelfristig ein Thema werden, das Arbeitnehmer die Fahrtkosten vom Arbeitgeber erstattet bekommen wollen oder Alternativen. Ist die Frage, ob für den Arbeitsgeber dann ein Dienstwagen günstiger ist als die Erstattung von Fahrtkosten.

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Aber die Möglichkeit haben doch sehr viele. Aber wenn man mit den Leuten spricht, dann sagen sie natürlich, dass sie schon immer da gewohnt haben und nun nicht wegziehen möchten oder das sie dichter beim Arbeitgeber nie so günstig ein Haus bekommen hätten, oder das der Partner 50 km in die Gegenrichtung arbeitet, da wäre das ja fair und so weiter. Am Ende sind es bei vielen einfach der Komfort.

Aber ob wir uns den auf Dauer leisten können, ist mehr als fraglich.

So einfach ist es eben nicht. Man hat auch irgendwo seine sozialen Netze. Oder noch heftiger, das eigene Kind ist dort verwurzelt. Da finde ich es egoistisch dauernd umzuziehen, vor allem da bei Schulwechseln auf Grund der Rahmenpläne manche Themen gar nicht erst behandelt werden. Was aber dann greifen sollte ist, dass ich eben nicht jeden Job annehmen kann und es mir such noch bezahlen lasse via Pendlerpauschale.

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Die Überlegung wäre, auch bei aktuell steugendem Wert der Arbeitnehmer, den Staat da rauszulassen und es, wie einige es ja bereits machen, den Arbeitgeber in die pflicht nehmen.
Also entweder für den Wunschkandidaten eine nahe Wohnung suchen nach gemeinsam vereinbarten realistischen Kriterien, oder eine Bahnkarte als steuerfreien Gehaltsbestandteil oder eine Tankkarte mit einem festen Budget, das dem monatlichem Arbeitsweg entspricht.

Da könnte sich der Staat heraushalten.

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Das finde ich einen interessanten Ansatz… Wenn man die Kosten dem Arbeitgeber auflasten würde, könnte man damit viele Probleme lösen. Die werden dann schon von ganz alleine dafür sorgen, dass da weniger gefahren wird (mehr HomeOffice, Umzug zahlen, Wohunung zahlen etc,)

Der einzige Nachteil bestände dann darin, dass evtl. bei der Einstellung diskriminiert würde und man Leute die weiter weg wohnen benachteiligt werden. Aber durch den Fachkräftemangel wird das vermutlich durch niemanden ein Problem werden.

Ich finde, das sowas einfach eine persönliche Lebensentscheidung bleiben muss - unabhängig von CO2-Verbrauch und dergleichen.

Wir haben so viele Möglichkeiten einzusparen, die wegen irgendwelchen Lobbys nicht genutzt werden…
Gerade die möglichkeit 100% im HomeOffice zu arbeiten halte ich für mit einer der besten Einsparmöglichkeiten, weil sie absolut keinerlei Nachteile mit sich bringt (außer für Vorgesetze die der Meinung sind, dass die Arbeitnehmer zuhause nix tun) und niemanden etwas kosten.

Da wo es möglich ist, sollte man es anbieten, aber nicht verpflichten.
Nicht jeder hat ein gut ausgestattetes Büro zuhause.

Darf man fragen warum?

Mein Vorschlag wäre nämlich eigentlich: Bürokratieabbau durch Abschaffung.

Es ist doch so, dass der Staat die Lohnsteuer eintreibt und all jenen, die eine Erklärung abgeben gewisse Abzüge zugesteht.

Traditionell ist es jetzt so, dass Erklärungen von denen abgegeben werden die viel verdienen, weil sie viel absetzen können.

Wenn man jetzt die Entfernungspauschale komplett abschafft für alle und im Gegenzug die Einkommenssteuer umgekehrt progressiv senkt haben Geringverdiener etwas weniger Monat am Ende des Geldes und Hochverdiener etwas weniger was sie von der Lohnsteuer absetzen können.

Und der Staat spart noch ein paar Beamte, die den ganzen Kram jedes Jahr nachrechnen und überprüfen müssen.

Was die anderen Kosten der Erwerbstätigkeit angeht sollte man eher zuschauen diese in Richtung Arbeitgeber zu verschieben.
Schließlich kauft sich ja ein Handwerker sein Werkzeug in der Regel auch nicht selber.
Warum sollte also ein Koch sein Kochgeschirr oder eine Friseuse ihre Schere kaufen müssen?

Ich wohne 100km von München. Ich kenne viele, die das gerne jeden Tag in Kauf nehmen.
Und es werden immer mehr, die von München zu uns rausziehen.

Ich meinte: Verpflichtend für die Arbeitgeber das anzubieten.

Weil es ein gerechtes Prinzip ist welches die Leute gleichstellt.

Lassen wir mal diese Großstadt vs. Auf-dem-Land-Geschichte weg.

Nehmen wir zwei Angestellte, die beide auf dem Land wohnen und beide die gleichen Wohnkosten haben.
Der eine muss 50km pendeln, der andere 100km. Beide verdienen das gleiche, beide haben keine Alternative. Beide fahren ÖPNV.

Warum soll derjenige der 100km die Kosten die aufbringen muss, um seiner Erwerbsarbeit nachkommen zu können nicht absetzen und damit doppelt bestraft werden?

Werbungskosten nicht mehr zu zuzulassen ist einfach kein Werkzeug zur Umverteilung.
Imo ist eher das Gegenteil der Fall: Es sollte viel MEHR abgesetzt werden können. Am besten wäreden die REAL entstehenden Kosten.

Und wie gesagt: Das ist einfach eine zu große Baustelle!
Das WIRD nicht kommen
Denn es bringt eigentlich kaum was und wird so ziemlich ALLE Wähler gegen die Parteien die das durchsetzen werden, dagegen aufbringen.

Da bin ich bei Dir… Das hätte dann auch Lenkungswirkung…

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