Konstruktiver Journalismus, man braucht leider etwas Fantasie, um die Berichterstattung im letzten Podcast als konstruktiv zu bezeichnen.
Damit meine ich erneut die Berichterstattung rund um die Panzerlieferungen.
Es ist völlig in Ordnung, die langsame Entscheidungsfindung zu kritisieren, ich hätte es mir ebenso schneller gewünscht. Wenn es jedoch diese Zeit gebraucht hat, um gerade die USA mit ins Boot zu bekommen, war es das Wert. Die europäische Allianz an lieferwilligen Staaten ist doch leider sehr überschaubar. Große Staaten wie Italien oder Frankreich liefern keine Kampfpanzer, hier die USA sicher dabei haben zu wollen ist wichtig, wer weiß, wer 2024 in Weißen Haus sitzt. Wieder ein Typ Trump, der die Nato infrage stellt?
Auch das Ansehen Deutschlands wurde kaum beschädigt, wie behauptet wurde. Biden lobt in eines Statements gerade die Zusammenarbeit mit Scholz und auch sonst hat sich die Zusammenarbeit mit Frankreich zumindest in diesem Punkt nicht verschlechtert. Ja, Polen und die baltischen Staaten sind nicht übermäßig glücklich. Die Beziehung insbesondere mit Polen ist jedoch ohnehin seit Jahren schwierig, was sogar hauptsächlich an Polen liegt. Stichpunkte: Justiz, Pressefreiheit etc.
Warum halte ich die Berichterstattung als für nicht konstruktiv? Der Ton macht die Musik. Alleine wie Ulf in den ersten Minuten spricht, als wäre Scholz ein Idiot, der einfach zu lange gebraucht hat um zu verstehen was nötig ist, ist einfach schon für sich unangemessen und unkonstruktiv.
Sowie bereits erwähnt eine einseitige Darstellung was Deutschlands ansehen angeht, ein völliges unter den Tisch fallen der Unterstützung vonseiten Deutschlands an die Ukraine bisher (als wäre das nichts) und ein ebenfalls völliges ignorieren der Teile der Bevölkerung, die sich eben doch sorgen, über eine Ausweitung des Krieges machen.
Die über 30 % Prozent der Bevölkerung von Deutschlands, die diese immer weiter gehenden Lieferungen kritisch sehen, immer nur als Russlandversteher oder Rechte/Linke Trolle oder gleich als Idioten zu bezeichnen. Greift zu kurz und es ist eben nicht dumm, auch hier als politisch handelnde Person eine gewisse Rücksicht zu nehmen.
Auch wenn ich in der Sache selbst für die Waffenlieferungen, auch Kampfpanzer bin.