Man oder vielleicht doch eher du selbst hast diesen Eindruck? Ich kann zwar verstehen, dass du das so siehst, es ist schließlich immer leicht mit dem Finger auf andere zu zeigen, aber das macht es nicht automatisch wahr.

Ach weißt du, früher habe ich mich immer gefragt wie die Menschheit zulassen konnte, dass große Kunstwerke der Geschichte bis zur Unkenntlichkeit zerstört wurden. Was ist vom Kolosseum noch geblieben, vom Forum Romanum, von Städten wie Troja, von Weltwundern, von Urkunden aus dem Frühmittelalter und großen Gemälden, die irgendwann mal überpinselt wurden und vielem mehr.

In den meisten Fällen sind diese Dinge ebenfalls nicht Vandalismus zum Opfer gefallen, sondern schlichtem Mangel und Not (beispielsweise wurden aus Bauwerken wie dem Kolosseum Baumaterialien für den Städtebau gewonnen). Man war eben der Meinung mit der Zerstörung (oder Beschädigung) eines Kunstwerks oder historischen Dokuments etwas besseres, wichtigeres zu schaffen. So verständlich diese Taten aus damaliger Sicht waren, sie haben Einblicke in unsere Geschichte unwiederbringlich zerstört und selten war ihr Erfolg gleichwertig mit dem Verlust den sie herbei gebracht haben. Nur leider merkt man das meist erst hinterher (und viele gar nicht, da ihnen die akuten Probleme wichtiger sind als größere Fernziele - Analog zur Klimadebatte).

Wir sollten nicht ohne extreme Not die Fehler der Vergangenheit wiederholen. Die Museumsaktionen der Letzten Generation erreichen nicht ansatzweise etwas zur Zerstörung gleichwertiges. Daher sind sie aus meiner Sicht grober Unfug.

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Ich habe diesen Eindruck und andere auch, deshalb sage ich der Einfachheit halber „man“, damit ich nicht sätzelang darlegen muss, wieviele das sein könnten usw.

Stimmt, das Fingerzeigen ist nicht schwer. Die negative Konnotation (Ablenkung, Verleumdung, ungerechte Beschuldigung usw.) für meine Wahrnehmung und Kritik weise ich aber zurück. Meine Kritik trifft zu, darum gehts. Ich sehe es an allen Ecken und Enden, angefangen in meiner 5.000 EW-Gemeinde.

Das hat mir die ersten Lebensjahrzehnte auch immer sehr leid getan. Ich hätte rasend gerne das antiken Rom gesehen. Jetzt sehe ich das als eine egoistische, wenn auch harmlos naive Vorstellung, also weltfremd. Wie muss unsere westliche Kulturanbetung auf die Menschen ausserhalb wirken, abgesehen von den verwestlichten Eliten? Ziemlich absurd würde ich sagen. Es hat glaube ich noch nie ein Zeitalter und eine Kultur gegeben, die so sehr auf das unbedingte Erhalten von alten Dingen so erpicht war. Könnte es sein, aus Mangel an ehrlicher Gegenwartskunst? Oder aus Überdruss an den schnell wechselnden Alltagsmoden? Das ist aber eine andere Diskussion, die wir gerne an anderer Stelle diskutieren könnten.

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Vermutlich eher, weil wir heute in einer Gesellschaft leben, in der der Alltag nicht mehr von zwingenden Notwendigkeiten und allgegenwärtigen Mängeln geprägt ist. Kurzum: Die Menschen hatten früher mehr substanzielle Sorgen vor Krieg, Hunger und co.

Dazu kommt, dass die Vernichtung der Kultur des lokalen Gegners noch bis heute (siehe Russland in der Ukraine) ein Thema ist, aber auch davor schon (siehe z.B. die ukrainische UPA gegenüber den Polen im ukrainisch-polnischen Grenzgebiet 1943…). Das betrifft übrigens auch den Westen: Kulturelemente, die unserer Denkrichtung diametral entgegenstehen, z.B. der islamische Staat, wird auch vom Westen nicht „erhalten“, sondern nach Möglichkeit vollständig zerstört (ein anderes Beispiel ist das Versenken von Bin Ladens Leiche im Meer, damit sich hier kein Kult-Ort bildet).

Da wir aber heute die Zeit und Mittel haben, die Geschichte zu erforschen und interessiert sind, die Geschichte zu verstehen, ist es schon nachvollziehbar, dass wir heute eher darauf erpicht sind, möglichst viel alte Kultur zu erhalten. Mir geht das manchmal auch etwas zu weit (sorry, wenn wir jeden alten Stadtkern und jedes Fachwerkhaus erhalten wollen ist das irgendwann auch ein Problem für den Progress, z.B. wenn dann deshalb keine Solaranlagen auf ganzen Stadtvierteln gebaut werden dürfen…).

Mit Mangel an moderner Kultur hat das denke ich wenig zu tun, eher mit der Romantisierung der alten Kultur. Ich bringe da immer wieder gerne das Beispiel von Windmühlen und Leuchttürmen. Auch die wurden, als sie neu waren, teilweise von konservativen Menschen bekämpft, heute werden sie romantisch verklärt. Diese Dinge wandeln sich eben im Laufe der Zeit, irgendwann wir es von „Neu und Nützlich, dem Konservativen aber ein Dorn im Auge“ zu „Alt und romantisch, gerade von Konservativen besonders geschützt und geliebt“. Absurd, aber so sind Menschen.

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Hast du eigentlich genug Integrität, um anderen vorzuwerfen sie hätten nicht genug Integrität, um anderen Vorwürfe zu machen ?

Mal abgesehen von der albernheit solche individual maxime gleich auf Politik zu beziehen, hab ich noch nie verstanden was diese infantile abwehrreaktion soll. Natürlich kann ich sachen kritisieren die ich selbst nicht besser mache. Natürlich kann ich ratschläge geben an die ich mich selbst nicht halte. Puristische Integritätsvorstellung sind was für Leute ohne Leben. Aus dieser Logik kommen zwei mögliche Ergebnisse zustande. Entweder an OCD grenzende Selbstbeschäftigung in dem ständigen Versuch immer neue und komplexere Situationen entlang der eigenen Integrität zu entscheiden oder man redet sich selbst nur ein dass man integer ist in dem man gewisse Situationen überbewertet während man andere ignoriert und reduziert damit die Maxime zum schnöden Abwehrreflex gegenüber Kritik. Da man ersteres aufgrund der inhärenten mentalen instabilität selten trifft würde ich wohl einschätzen, dass du letzteres bist. Denn letztere tendieren auch mehr dazu anderen diese Vorstellung aufzudrücken, sonst funktioniert auch der Abwehrreflex nicht. Ethik als Komplexitätsabwehr anstatt als Komplexitätsreduktion…

Zur Politik, die hat ne aufgabe und ist an den Willen nicht die Integrität der Bevölkerung gekoppelt.

Man tut sich einen gefallen wenn man Ambivalenzen akzeptiert und bissle Ambuigitätstolernz entwickelt, dann lässt sich das Leben wesentlich besser etragen. Man hat auch dann noch genug ethische Probleme und entschiedungen die man treffen muss, man ist dabei nur nicht so herablassend gegenüber anderen.

Btw wer glaubt politisches Handeln und Verständnis ist eine reine Frage der Motivation. Der sollte sollte mal konzepte Bourdieus männliche herrschaft, parochiale politische kultur und poltische selbstwirksamkeit nachschlagen. Da überkreuzt sich sehr viel zwischen (perzeption von) politischer Handlungsfähigkeit und sozio strukturellen Kategorien. „Nit schwätze, mache“ war halt schon immer schlechte Kindererziehung.

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Welch wortgewaltiger Beitrag! Genau das was ich oben als Zitat markiert habe ist ein Verhalten das ich persönlich für moralisch verwerflich halte. Selters predigen und Sekt saufen. Mit einer solchen Einstellung kann ich mich nicht anfreunden, das ist Pharisäertum. Leider kann ich Deinem Beitrag außer persönlichen Beleidigungen keinen weiteren Wert für die Sachdiskussion entnehmen. Wenn es Dir ein Bedürfnis ist, dann beleidige mich gerne nochmal. Das ist OK, kann ich mit umgehen. Auch Dir ein frohes neues Jahr !

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Erstmal Danke für die ehrliche Antwort, finde ich echt gut! Ob genug oder nicht … werden wir wohl erst über die nächsten Jahren sehen. Im Ergebnis „ob es genug war“ zählt das von allen gemeinsam. Wer Entscheiden oder sagen wir bewerten und über uns urteilen werden dann wohl unsere Kinder und Enkelkinder. Und die werden dann nicht nach „allen“ fragen und Applaus geben, wenn unsere Antwort wäre, dass wir ja auch wollten, aber nicht konnten, weil es keine Gesetze dafür / dagegen gab. Sie werden uns einzeln fragen, was wir konkret getan haben und ggf. warum wir nicht früher & mehr getan haben. Und daher halte ich das eigenverantwortliche Engagement für so wichtig.

Guten Rutsch und CO2-ärmeres 2023 :wink:

P.S.: Das mit dem Balkonkraftwerk überleg noch mal. Der große Vorteil ist doch, dass Du es jederzeit mit wenig Aufwand wieder abgebaut hast und in neuer Wohnung anbringen kannst. Strom selber zu produzieren macht gute Laune :slight_smile:

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Dir auch nochmal Danke für die Rückmeldung. Frage war im besten Sinne konstruktiv gemeint. Spannend zu lesen, welche total unterschiedlichen Dinge da zusammenkommen. Zeigt auch sehr schön, dass jede(r) was tun kann und viele Maßnahmen auch nicht viel Geld kosten.

Und natürlich müssen neben dem eigenen Tun auch die Rahmenbedingungen geändert werden. CO2-Preis stetig steigern und Klimadividende wären gute Punkte, neben vielen anderen bereits weiter oben Genannten. Persönlich halte ich den angesprochene CO2-Grenzausgleich-Mechanismus für zwingend nötig, damit wir unsere eigene Wirtschaft nicht abschießen.

All the best für 2023!

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Die Betonung lag auf „denken“, nicht darauf, einen Internet-Link zu klicken und zu hoffen, dass darin die für alle verbindliche Lösung steht.

Zum gründlicheren Selbststudium wäre meine Empfehlung:

Kurzfassung:

  • Photovoltaik aufs Dach, als Mieter gerne Balkon bzw Steckersolar
    evtl netzdienlicher Stromspeicher…

  • Wechsel beim nächsten Auto auf BEV

  • mehr Rad oder zu Fuß (ist auch gut für die Gesundheit)

  • Bei der Heizung idealerweise über eine Wärmepumpe nachdenken oder Anbindung an ein Nahwärmenetz

  • energetisch sanieren

  • Bürgerenergiegenossenschaft oder EWS schönau, Naturstrom, Greenpeace Energy oder regionale Stadtwerke

  • Verringerung des Konsums von tierischen Produkten

  • Vermieter auf dem Keks gehen (Eigentum verpflichtet dem Wohle der Allgemeinheit …)

  • mit anderen Bürgern/Mietern zusammentun

  • weniger oder gar nicht fliegen

wir Haben das in BY bei uns dahoam so umgesetzt und es ist halt auch ein super Inflationsschutz…

Nein, ich möchte weiterhin in einer Demokratie und einem Rechtsstaat leben. Wenn wir glaubwürdig sein wollen, müssen wir uns zuallererst selbst an diese Werte halten! Demokratie ist ein zartes Pflänzchen, das gepflegt werden muss - Demokratie ist kein Selbstläufer.
Und zum Thema Geschichte nur ein negatives und aber auch ein positives Beispiel:
Nazi Gewaltherrschaft
friedliche Revolution 1989 - ganz und gar im Rahmen der „undemokratischen“ Gesetze, aber sehr erfolgreich!
Für mich heiligt der Zweck keine beliebigen Mittel.

P.S.: Ich bin erschrocken über die hohe Zustimmung für „@otzenpunk“ …

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Dieses Wachstum wäre aber einmalig, da die zwischenmenschlichen „Dienstleistungen“ im Schnitt nicht anwachsen. Es gabe ein kurzfristiges „Wachstum“ allein, weil neue Dienstleistungen erfasst werden, aber kein gesamtgesellschaftliches Wachstum. Wachstum auf dem Papier sozusagen.

Beim Rest stimme ich dir aber zu.

Bei „Freiheitsberaubung“ steht aber kein Gericht auf deiner Seite. Selbst die Staatsanwaltschaften haben bisher nur auf Nötigung plädiert (AFAIK).

Es wurde meines Wissens nach kein Kunstwerk beschädigt, genauso wenig wurde Infrastruktur „sabotiert“. Infrastruktur zu sabotieren (spricht beschädigen) ist etwas ganz anderes als Infrastruktur zu besetzten (Kein dauerhafter Schaden, keine Beschädigung der Infrastruktur).

Stand das je zur Debatte? Auf der Webseite der LG steht zumindest nicht, dass sie Vorbilder für die Kindererziehung sein wollen, oder von irgendwem zu verlangen die Kinder so zu erziehen.
Hätte ich Kinder, würde ich mir aber trotzdem Wünschen, dass sie nicht einfach klein beigeben, sondern für sich und andere (der Klimawandel bedroht ja nicht nur Aktivisten) einstehen.

Was hat das mit dem Thema zu tun? Sollen wir jetzt alle Klatschen, dass du PV installiert hast? Suchst du Bestätigung? Es geht hier um das wahrscheinlich größte Problem der Menschheitsgeschichte, und nicht darum Müll zu trennen oder LED Lampen einzubauen.

Das ist für sich erstmal eine These. Kann man gerne so in den Raum stellen, besonders ohne Argumente dafür.

Aha. Und wie soll ich als junger Mensch ohne Kapital das tun? Ich wohne zur Miete in der Großstadt, habe kein Auto, fahre Fahrrad oder Bahn. Ich bin noch nie in meinem Leben geflogen und lebe Fleisch/Fisch und Milchfrei. Davon hat sich aber nichts auf der Erde verändert. Deutsche Stahlhersteller, Rüstungskonzerne, RWE und die sonstige Großindustrie schert sich einen Scheiß drum was ich konsumiere oder nicht. Die kann man nicht über Konsumenten erreichen, da funktioniert nur Politik.

Diese Libertäre Denkweise (der Staat soll sich bloß raushalten) funktioniert im Kapitalismus nicht, wenn Unternehmen mehr Gewinne machen können, indem sie Kosten externalisieren, und mehr Gewinne mehr Einfluss und mehr Marktmacht bedeuten.

Ja, unter anderem desshalb, weil von der Bahn erwartet wird Gewinne zu erwirtschaften. Das ist eine konkrete Zielvorabe, die natürlich wenig Sinn ergibt. Und Gewinne macht man natürlich dann am meisten, wenn man die Strecken auf die Minute durchtaktet so wenig Personal wie möglich einsetzt usw. was zur Folge hat, dass eine Verspätung von 5 Minuten bei einer Bahn kaskadische Verspätungen bei 20 anderen Bahnen zu Folge hat.

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Ich lebe zur Miete und habe keinen Balkon. Ich beteilige mich an einem Bürgerenergieprojekt, aber meine Mittel sind begrenzt und die 1000€ die ich entbähren konnte werden wohl nicht den Kohleaussieg manifestieren.
Zum Biogas. Mit keinem Vertrag den du abschließt wird sich das Verfügbare Biogas verändern. Wir haben ja in Deutschland nicht irgendwo Tausende Hektar ungenutztes Ackerland die wir nur zu bestellen brauchen. Mehr Biogas würde also entweder auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion gehen, oder auf Kosten des Waldes, was auch nicht im Sinne des Klimaschutzes sein kann.

Was spielt denn das für eine Rolle ob die die am Lautesten rufen „selbst schon das ihnen Mögliche getan haben“?
Gerade im Kontext der LG ist das schon eine ziemlich groteske Unterstellung zu behaupten die würden selbst nicht genug für das Klima tun, während sie öffensichtlich bereit sind für mehr Klimaschutz ins Gefängnis zu gehen.
Eine unnötige Verschiebung der Debatte ins Unnütze.

Aber genau deshalb brauchen wir doch die Politik. Du sagst es sogar selbst: „Solange das Angebot und die Zuverlässigkeit des ÖPNV schlecht sind und mit individuellen Verkehr oftmals in keinster Wiese mithalten können, werden ein Großteil der Menschen (inkl. mir) nicht bereit sein auf das Auto als erstes Verkehrsmittel zu verzichten.“

Die Macht dies zu verändern hat nunmal nur die Politik. Auf kommunaler, Landes und Bundesebene zusammen.

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das könnte auch ein üblicher social Media Filterblasen / Echokammer Effekt sein…

damit wird dann zb suggeriert „das wäre eine Mehrheit“, Gottseidank sieht dann aber die echte Welt wieder ganz anders aus…

Ist im folgenden PDF top zusammengefasst:

auf Seite 3/126 rechte Spalte mitte unter
„Ängste und Depressionen, Filterblasen und
Echokammern“

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Ich sehe da eher den Nachholbedarf deinerseits, zu realisieren, dass die Lösungen eben komplex sind und in der Komplexität Prioritäten zu erkennen.

Prio1: Dekarbonisierung der Energiesysteme (huch da gehört PV, Wind, biomasse, wasserkraft etc dazu)
Prio1,1: Dekarbonisierung von Transport/Verkehr
Prio2: Dekarbonisierung von Ehrnährung

Kreislaufwirtschaft und natürlich Dekarbonisierung und Schaffung vom Energiesouveränität/Autarkie im Bereich der Industrie ( Carbon Capturing etc)
parallel zu den Prios s.o. Und vieles ist ja verzahnt…

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Ich hatte nicht den Eindruck, dass jemand den Wert dessen abstreitet. Aber es ist nicht alles und oftmals ist die Überbetonung der Eigenverantwortlichkeit eine Ablenkungsstrategie.

Das habe ich auch nicht erwartet, ich verstehe nicht, was die AEMR mit den von Dir dann gelisteten Punkten zu tun hat.

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Das die Probleme, sowie Lösungen komplex sind und das PV auf Dachflächen Teil der Lösung ist, ist volkommen richtig und würde ich nie bestreiten.

Ich wollte eher den Kontext kritisieren, in dem die Aussage mit dem Solar auf dem Dach getätigt wurde.

Aber gerade weil das Themengebiet so komplex ist, kann es eben nicht sein, dass der Staat sich raushält und "die Verbraucher"™ es regeln müssen.

Aber eben dies hatte der Schreiber propagiert und seine PV als „Argument“ für diese These gebracht. So zumindest hatte ich es interpretiert.

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Ja und Nein. Wir liegen da m.E. gar nicht weit auseinander. Klimakrise kann zweifelsfrei nicht alleine in Eigenverantwortung der Menschen gelöst werden. Da muss der Staat / die Politik massiv eingreifen / Anreize setzen / Rahmenbedingungen schaffen etc. pp.

Mein Punkt ist und bleibt das jeder erstmal eigenverantwortlich bleibt für sich und sein Handeln und ich den moralische Standpunkt vertrete, dass ich von Anderen nicht mehr verlangen kann als ich selber bereit bin zu tun. „Ich konnte nichts tun für den Klimaschutz, weil …“ kann es m.E. nicht geben, da jeder im Rahmen der eigenen Möglichkeiten immer etwas tun kann. Und ich empfinde, dass sehr schnell nach Staat / Wirtschaft / den Anderen gerufen wird und m.E. auch noch viel ohne staatliches Eingreifen möglich wäre. Unter anderem hier im Thema weiter oben mal begründet, dass man ja Nachteile gegenüber Anderen hätte, wenn man was tut was nicht alle tun müssen. Etwas tun heißt ja auch oft auf was zu verzichten, Geld in die Hand zu nehmen oder Komforteinbuße. Und das kam und darf kein Argument sein, weil dann brauchen wir ja auch nichts tun, solange nicht alle anderen Länder auch ….

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Für mich ist das ein bisschen widersprüchlich. Erst erkennst Du an, dass der Staat eingreifen muss und nicht die Individuen verantwortlich sind, dann sollen die Individuen doch in Vorleistung gehen. Ich lese auch, dass dies in Deinen Augen kein Widerspruch ist und möchte nicht sagen, es soll keiner was tun, aber m. E. stecken da sehr unterschiedliche Verständnisse der Rolle des Staates hinter.

Ich finde die Situation zwischen Individuen und Staaten hier nicht vergleichbar, da es innerhalb eines Staates zwischen den Individuen auch den sozialen Frieden gefährdet. Hinzukommt, dass viele abwarten, ob und wie der Staat agiert und deswegen Entscheidungen für z. B. PV in die Zukunft verlegen, weil es sich lohnen könnte ein halbes Jahr zu warten, dann könnte es ja eine Förderung geben.

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Dann hätte ich doch gerne mal eine Einschätzung von dir:

Ich habe ein E-Auto bestellt, aber noch nicht bekommen. Darf ich dann jetzt schon pro E-Auto argumentieren oder muss ich warten bis das Teil in der Einfahrt steht?

Ich habe letztes Jahr ein Haus gekauft, da andere Sachen wichtiger sind ist noch keine Solaranlage auf dem Dach und noch nicht mal im Planungs-/Bestellungsstatus.
Darf ich dann jetzt trotzdem pro PV argumentieren oder muss ich auch hier warten bis die aufgebaut ist, bevor ich mich dafür einsetzen kann, dass auch andere die die Möglichkeit haben darüber nachdenken sollten sich eine anzuschaffen?

Ich kaufe seit Jahren kein Gemüse aus Spanien mehr sondern verzichte im Winter auf Gurke/Tomate.
Ist das jetzt schon ausreichend um vom Staat vielleicht Transportregeln zu verlangen die Solcherart Gemüse verteuern um es unrentabler zu machen oder muss ich dazu erst noch auf Mandarinen/Apfelsinen zur Weihnachtszeit verzichten?

Und wie ist überhaupt deine Haltung zu meiner Teilnahme hier im Forum, wo ich doch nichtmal mehr in Deutschland wohne?

Darf ich da überhaupt aus deiner Sicht hier mitreden oder ist das unerwünscht, da du nur mit „deinem Stammtisch“ reden willst?

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Die Logik hat doch ohnehin einen Bruch.

Eine gute , sinnvolle Gesetzgebung wird ja nicht „schlecht“, wenn die Menschen, die sie befürworten irgendwas tun ( egal ob sie verschwenden oder rücksichtslos sind oder was auch immer Menschen so tun.)

Das Gesetz interessiert das nicht.

Andererseits benötigen Gesetze gesellschaftliche Akzeptanz. Und die allein ist wertvoll.

Und selbst wenn ich nach Australien in den Urlaub fliege (was ich nicht tue) nützt es trotzdem, wenn ich CO2 Bepreisung unterstütze.

Die ethischen Fragen, was ich mir leisten will, wie ich mit meinem Impakt umgehe. sind jedoch fraglos sehr viel verwickelter und nicht binär.

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