Über die fehlende Namensnennung habe ich auch gewundert. Zwei Anbieter kenne ich: Secunet & Compugroup Medical. Beide an der Börse notiert. Die Secunet hat dieses Jahr eine üppige Sonderdividende für die Gewinne aus 2021 ausgeschüttet. Daher verdächtige ich auch die Secunet, bzgl. der Weigerung des Softwareupdates. Wie gesagt, nur mein Verdacht!

Ich bin kein Kapitalismusgegner und investiere auch in Aktien und ETFs. Aber wie die Gewinne hier zustande kommen, auf Kosten der Allgemeinheit, das k*tzt mich auch an.

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Weil es schlechter Stil wäre. Im Grunde wurde alles nötige mit dem Hinweis, es sei der größte Anbieter, gesagt. Danach reicht 2 Minuten googlen und man findet diese Pressemitteilung von 2021 in der steht wer der größte Anbieter ist.
https://www.gematik.de/newsroom/news-detail/pressemitteilung-einfuehrung-der-elektronischen-patientenakte-nimmt-weiter-fahrt-auf

Ich selbst bin in dem Fall hin und her gerissen. Im Grunde verlangt die Gesellschaft nun von den Herstellern der Konnektoren eine nachträgliche Erweiterung der Verträge zu ihren Lasten. Nachvollziehbar, dass vor allem Unternehmen mit großem finanziellen Verlust durch den Weiterbetrieb (im Vergleich zur Planung) da mauern.

Die Wut sollte sich meiner Meinung nach eher gegen die Gematik und das Bundesministerium für Gesundheit richten, die schlechte Ausschreibungen gemacht haben und erneut ein IT-Projekt in die Verzögerung trieben.

Ich bin als Aktionär der compugroup von diesem Geschäftsgebaren trotzdem enttäuscht…

Was ist daran schlechter Stil, Ross und Reiter zu benennen?

Ansonsten, für alle Interessierten, hier eine vertiefte Diskussion:

Teile ich auch nicht zu 100%, ist aber schon interessant.

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Folgt man der Quelle aus den Shownotes ist zu lesen, dass es explizit nicht die secunet, sondern CGM ist, die mauern. Eventuell wäre es hier also doch sinnvoll gewesen den Hersteller zu benennen, um Falschbeschuldigungen vorzubeugen.

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Und den damaligen Minister, der mal eben entgegen aller Kritik die Staatsbeteiligung auf 51% gesetzt und den Vorsitzenden (ein Rechtsanwalt) gegen einen Vertreter der Pharmalobby ausgetauscht hat.
Aber wir wussten ja schon vorher: wir werden ihm später viel zu verzeihen haben

Die CGM sollte prinzipiell geprüft und künftig ausgeschlossen werden. Es sollte ebenfalls geprüft werden, ob die monopolartige Stellung im Bereich Praxissoftware in Ordnung ist. Wäre doch was fürs Kartellamt.

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Mal langsam. Wenn der Bund nicht die Mehrheit der gematik an sich gezogen hätte, wäre bis jetzt genauso viel passiert, wie in den Jahren davor, nämlich so gut wie nichts.
Das deutsche Gesundheitswesen mit seiner Selbstverwaltung ist halt optimiert auf Interessenausgleich zwischen den verschiedene Leistungserbringern und Kostenträgern, nicht auf Versorgungsqualität, Wirtschaftlichkeit oder Innovation.
Spahn hat vor diesem Hintergrund in der Digitalisierung gar keinen schlechten Job gemacht, wenn er dem Vernehmen nach an Sachfragen auch weniger interessiert war als an guter Presse und Umfrageergebnissen.

Danke für die Richtigstellung. Da war die Google Suche wohl doch der falsche Ansatz.

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Ich finde den Ansatz völlig nachvollziehbar und habe selbst nur noch weitergesucht, weil ich die secunet kenne und ganz anders einschätze. Eine solche Blockade hätte da glaube ich kaum jemand mitgetragen. Ansonsten wäre ich zum gleichen Schluss gekommen, weshalb Klarheit von Anfang an vielleicht besser gewesen wäre.

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Da hast du auch wieder recht. Das ist kein dankbares Ministerium und nicht für schnelle Umsetzungen bekannt.

Vor allem hat das Ministerium halt wenig zu sagen. Da ist ganz viel auf die Selbstverwaltung verlagert - mit dem beschriebenen Effekt…

Der Versuch einer einfachen Antwort: Weil sie auch ohne die mit den Konnektoren einhergehende Digitalisierung gut arbeiten können. Die aktuell über die Gematik laufenden Anwendungen sollen im Wesentlichen die Versorgung für Patienten verbessern und zugänglicher machen - nicht die Arbeit der Arztpraxen vereinfachen. Leider ist die aktuelle Umsetzung einiger Gematik-Projekte aber eher mit zusätzlichem Arbeitsaufwand (zumindest wenn man den rechtlich korrekten Weg gehen will…) für die Arztpraxen verbunden. Diese können sich allerdings jetzt schon vor Patienten kaum retten.
Das ist dann der zweite Teil der Erklärung: Im ambulanten Bereich existiert im Prinzip - insbesondere bei gesetzlich Versicherten - keinerlei Wettbewerb, weil die Praxen sowieso an oder über ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten. Es gibt also überhaupt keinen Anreiz, sich durch die Nutzung von Digitalisierungsprojekten vielleicht einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen (so dieser dadurch überhaupt entsteht).

Insgesamt gilt daher: Die Arztpraxen können ohne Telefon, Computer und (leider…) Fax nicht arbeiten. Ohne Gematik-Zugang in gewissen Grenzen schon. Wenn die Solidargemeinschaft den Praxen jetzt also vorschreibt, gefälligst den Gematik-Zugang zu nutzen, dann muss die Solidargemeinschaft das dann auch bezahlen.

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Um einige deiner Fragen und Hypothesen aufzugreifen:

  1. Die von dir genannte gesetzliche Regelung zur „Update-Pflicht“ hat hier gar keine Relevanz. Die Konnektor Hersteller werden seit Rollout regelmäßig über gematik Spezifikationen aufgefordert Updates zu machen (Die sogenannten PTVs). Zudem sind alle TI-Hersteller verpflichtet umgehend sicherheitsrelevante Updates zu machen sobald eine Sicherheitslücke erkannt wird. Hierfür gibt es ein eigenes Ticketsystem der gematik in welchem es ganz klar festgeschriebene Reaktionszeiten gibt. Setzt ein Hersteller die Updates nicht um droht die Abschaltung der Geräte oder die Zulassung wird nicht verlängert. Beispiel hierfür ist die Log4j Sicherheitslücke. Hier wurden nun einige RISE Konnektoren gesperrt weil sie nicht geupdatet wurden.

  2. Gibt es keine Auschreibungen der gematik für das Inverkehrbringen von TI-Produkten, also wirst du auch niemanden davon ausschließen können.

  3. Ja die Hersteller bauen die Software komplett selbst, nein die Hardware in der Regel nicht, aber sie wird relativ sicher nicht fertig aus Fernost gekauft. Der Marktführer secunet zum Besipiel lässt die Geräte in Österreich bei S.I.E herstellen. Ist übrigens kein Geheimniss und lässt sich auf den Websites nachlesen. Meines wissens ist es garnicht möglich das Gerät in China produzieren zu lassen, da alle Beteiligten Regularien in der Produktion und einer sicheren Lieferkette einhalten müssen. Deine Frage zur Firmware lässt sich dort sicher auch ganz einfach beantworten. Alternativ einfach mal die gematik specs durchwühlen.

  4. Die geräte werden von den Leistungserbringern gekauft. Die sichere Lieferkette verpflichtet jedoch den Nutzer ein Defektes oder nicht mehr benutztes Gerät sperren zu lassen und umgehend über das Systemhaus an den Hersteller zurück zu senden. Diese widerum müssen die Geräte verschrotten und dürfen auch keine Teile davon widerverwenden.

  5. Ja der Hersteller kann das Update verweigern. Aber was der Werte Herr Diening verschweigt ist, dass man dann dem Hersteller die Zulassungserneuerung verweigern kann und damit die Geräte abgeschaltet werden müssten. Nicht das erste mal das Diening in diesem Kontext nur die halbe Wahrheit erzählt. Jede Aussage der gematik welche die Hersteller attackiert sind nichts als Nebelkerzen. Das Softwareupdate für die Zertifikate wurde EINSTIMMIG in der Gesellschafterversammlung der gematik abgelehnt. Obwohl secunet und RISE die Lösung quasi schon in der Schublade hatten. Bedeutet, sowohl BMG, GKV-SV und die Lesitungserbringer haben das entschieden, nicht die Hersteller.

  6. Der CCC kann weder den „Wartungsauftrag“ übernehmen, noch können die Hersteller deren Code nutzen. Denn der CCC hat keine Zulassung als Anbieter und jegliche Software muss auf einer gematik spec basieren und braucht dann ebenfalls eine Zulassung. Aber die komlexität der administrativen und operativen ebene des konnekors hat der CCC leider nicht im Ansatz verstanden. Ob nun Hertseller X den Konnektor von Hersteller Y Updaten kann weiß ich nicht. Aber da diese Lösung bisher noch nie von irgendjemand diskutiert wurde, gibt es sicher Gründe warum das nicht machbar ist. Denn die zwei Hersteller mit der fertigen Lösung in der Schublade hätten sich dafür sicher positioniert.

Achja, der genannte Hersteller der die Softwarelösung abgelehnt hat ist CGM.

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Da die gematik in diesem Kontext weder Ausschreibt noch Aufträge an Hersteller vergibt, gibt es auch keine Auftragsnehmerbewertung. Jeder kann jederzeit einen Konnektor bauen und auf den Markt bringen, wenn er die ellenlangen Prüf-, Zertifizierungs-, Sicherheits- und Zulassungsanforderungen der gematik erfüllt.

Das stimmt so nicht. Die Entscheidung über das Softwareupdate wurde auf der Gesellschafterversammlung einstimmig getroffen. Das BMG hatte hier mit seinen 51% Stimmanteil die Entscheidungshoheit.

Das ist ein Missverständnis. Mein Statement war eher allgemeiner Natur. Zu dem spezifischen Beschluss habe ich mich nicht geäußert. Ich meinte in diesem Sub-Thread die allgemeine Veränderungsgeschwindigkeit des Gesundheitswesens in Deutschland

Ich hab’s mir gedacht, dass CGM dahinter steckt. Hab dieses Jahr bei denen gekündigt. Alleine das war schon ein Riesenakt. Wirklich nur schlechte Erfahrungen gemacht mit denen.

Aus aktuellem Anlass ein Update hierzu:

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Ich habe den Artikel, die Pressemitteilung der gematik und sogar die Spec gelesen. Also ich bin nicht schlau daraus geworden, inwieweit es jetzt eine Pflicht gibt, für alte Router, die sonst EOL wären ein Update anzubieten oder ob das nur für Router gilt, die weiterhin in der TI betrieben werden sollen.

Für mich klingt das fast wie ein Stunt der gematik, um Ruhe rein zu bringen. Aber ob CGM verpflichtet wird, das für alte Router anzubieten, die nach CGM ja aus dem Verkehr gezogen werden sollen, ist mir nicht klar.

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