Teilweise teile ich deine Kritik, teilweise nicht.
Das ist in der Tat korrekt. Dazu kommt noch, dass es sich um das kleinste der vier Terminals am Hamburger Hafen handelt, daher geht es nicht einmal um „ein Viertel von einem Viertel“, sondern um noch weniger.
Auch wird Cosco untersagt, Einfluss auf die Entscheidungen der Hafenverwaltung auszuüben, daher: Cosco bekommt keinen Mitarbeiterposten in der Geschäftsführung und darf sich vertraglich keine Vetorechte einräumen lassen.
Der Einfluss Chinas ist damit tatsächlich denkbar klein. Die Kritik daran lautet natürlich dennoch „Wehret den Anfängen“, weil dieses Investment für China natürlich nur ein Zwischenschritt ist und China in jedem Fall versuchen wird, darauf aufbauend seinen Einfluss zu erhöhen.
So gesehen war diese Entscheidung der Bundesregierung das gegenwärtige Optimum - der Einfluss Chinas wurde so gering wie möglich gehalten und die wirtschaftlichen Vorteile der Investition, die ja durchaus gewünscht ist, bleiben größtenteils (zu 71%) erhalten.
Die rationale Frage muss daher lauten:
War das Verhältnis von Vorteilen (=Investition, dadurch Arbeitsplätze usw.) und Nachteilen (Einflussbasis für China) hier in Ordnung oder nicht? Ich würde hier eher zu „ja“ tendieren.
Natürlich kann man als totaler Hardliner sagen: „Auch für Milliarden sollten wir China nicht einen Millimeter Einfluss gewähren“ - aber das ist halt eine Extremposition. Durch die Änderung von 35 auf 24.9% wurde ein wesentlich besseres Verhältnis von Vor- und Nachteilen erreicht und mir persönlich reicht das. Dennoch müssen wir in Zukunft wachsam bleiben, wann immer es um chinesische Investments geht. Wachsam heißt aber halt nicht die denkbar extremste Position zu beziehen…
Die Unstimmigkeiten zwischen Deutschland und Frankreich sind in der Tat beidseitig problematisch. Aber wir als Deutsche sollten halt vor allem unsere Führung für ihre Fehler kritisieren, ebenso wie die Franzosen vor allem ihre Führung für ihre Fehler kritisieren sollten. Und Fehler gab es auf beiden Seiten in großer Zahl, vor allem auch bei FCAS (und das nicht erst seit Scholz Kanzler ist…)
Andernfalls riskieren wir halt das Wiederaufflammen der alten deutsch-französischen Ressentiments. Daher: Die Deutschen kritisieren die Franzosen und geben ihnen die ganze Schuld und vice versa. Und das führt ganz schnell dazu, dass alles, was wir seit Ende des zweiten Weltkriegs an Völkerverständigung aufgebaut haben, scheitern könnte.
Daher sehe ich es durchaus so, dass meine Forderung vor allem an Scholz geht, alles zu tun, um ein gutes Verhältnis mit Frankreich zu erzeugen. Und ich hoffe, dass hinreichend viele Franzosen ähnlich auf Macron einwirken.