Sind Leute, die Menschen zuhause pflegen, nicht genau das? „Laienpfleger“?
„Ausstellen“ ist nicht die Frage, das ist simpel. Das, was da eigentlich an fachkundiger Arbeit geschieht, ist die Diagnose.
Und da ist die „Laiendiagnose“ insofern berücksichtigt, als dass eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erst ab mehr wie 3 Tagen Krankheit erforderlich ist. Dir wird sozusagen zugetraut, für einfache, kurze Krankheitsfälle selbst einschätzen zu können, ab wann du wieder arbeitsfähig bist - eben genau damit man nicht wegen jedem sich selbst heilenden Zipperlein zum Arzt muss.
Gibt es: Freiwillige Feuerwehr.
„Polizisten“ sind ein Element des Systems zum Erhalt der öffentlichen Ordnung. Die allein betrachten zu wollen wäre wie den Meister generell für alle Tätigkeiten eines Handwerksbetriebs ersetzen zu wollen. Das wollte aber auch der kritisierte Ansatz nicht: er will den Meister nur da ersetzen, wo nicht wirklich Meister-Kenntnisse erforderlich sind, und den Gesellen analog dazu ebenfalls da, wo dessen Kenntnisstand nicht notwendig ist.
Also fassen wir es gröber: betrachten wir statt „Polizisten“ das gesamte System zum Erhalt der öffentlichen Ordnung. Und da gibt es schon eine abgestufte Kette von Beteiligten mit wenig bis viel Ausbildungsbedarf: Ordner bei Großveranstaltungen brauchen kaum Ausbildung, sind aber bereits Teil dieses Systems (da vorgeschrieben von der öffentlichen Hand). Dann gibt’s den kommunalen Ordnungsdienst, dann Polizisten, dann Spezialeinheiten, mit jeweils steigendem Ausbildungsaufwand.
Laienrichter. Gibt es längst.
Blogger.
Wieder zu stark verengter Blick. Fluglotsen sind ein Teil des Flugsicherungsdienstes, und in dem arbeiten abgesehen von den nach strengen Kriterien ausgewählten und trainierten Fluglotsen auch noch eine Menge Personen mit einfacherem Ausbildungshergang, und zwar unter anderem deswegen, damit die Fluglotsen sich voll und ganz auf ihre Radarschirme konzentrieren können.
Ja klar, wenn man die Intention (absichtlich?) missversteht, ist das simpel - ich geb dir noch einen: Gehirnchirurgen! Die Intention ist aber eben nicht, die vor Radarschirmen ihre Arbeit erledigenden Fluglotsen durch in einem sechswöchigen Crashkurs ausgebildete Leute, die man auf der Straße aufgegabelt hat, zu ersetzen, sondern zu verhindern, dass der Fluglotse seine Zeit damit vergeuden muss, sich selbst Kaffee zu kochen oder das Windows auf seinem Arbeitslaptop selbst neu installieren zu müssen, wenn der rumzickt.
Es gibt nun mal in allen Berufen, in denen Fachkräfte zugange sind, viele Tätigkeiten, die diese Fachkräfte zwar ausüben, die aber die Fachkenntnisse nicht oder kaum benötigen. Die Arbeitsteilung ist praktisch nie so perfekt organisiert, dass für jede „niedere“ Tätigkeit jemand mit gerade dafür ausreichendem Qualifikationslevel zur Verfügung steht. Daher ist es seit Erfindung der Arbeitsteilung und Spezialisierung schon immer ein bewährter Weg zur Effizienzoptimierung gewesen, solche Tätigkeiten zu identifizieren, sie herauszuseparieren und sie an dafür dediziertes, passend ausgebildetes Personal zu geben. Die Idee, einen Schnell-Intensiv-Kurs für Handwerker bereitzustellen und durch so ausgebildete Leute eine Entlastung der umfangreicher ausgebildeten Gesellen und Meister zu bewirken, reiht sich daher erst mal ein in dieses historisch betrachtet sehr erfolgreiche Konzept, zu dem es auch keine wirkliche Alternative gibt.