Russland hat mehrfach unter fadenscheinigen Gründen weniger oder gar kein Gas geliefert. Der Vorwurf, dass Russland vertragsbrüchig ist, weil diese Gründe nur vorgeschoben seien, wurde schon mehrfach erhoben, kann aber nur schwer bewiesen werden.
Mit der Zerstörung der Pipelines ist das Thema hingegen durch. Jetzt kann Russland tatsächlich kein Gas mehr über diese Pipelines liefern.
Naja, nach Einschätzung der westlichen Geheimdienste (und auch Russlands) war es eben ganz und gar nicht einfach, sondern erfordert Vorbereitungen und Technik, über die vermutlich nur einige wenige Staaten verfügen. Vor allem, wenn das ganze im Zeitalter der Satellitenüberwachung spurlos passieren soll.
Da kommen eigentlich nur U-Boote oder vielleicht sogar eine Sprengung aus der Pipeline heraus in Frage (die könnte wegen der Fließrichtung des Gases nur Russland initiieren). Russische Atom-U-Boote wurden jedenfalls vor wenigen Monaten in der Ostsee gesichtet.
Auch ein guter Punkt.
Ich würde mich generell der Einschätzung anschließen, dass Russland der mit großem Abstand wahrscheinlichste Urheber ist.
Die USA oder andere NATO-Staaten würde ich hingegen mit nahezu absoluter Sicherheit ausschließen, da das Risiko, wenn hierfür Beweise an den Tag treten würden, für diese Akteure zu groß wäre. In einer Krise wie der des russischen Angriffskrieges kann es sich kein NATO-Land leisten, bei einem Angriff auf die Infrastruktur eines anderen NATO-Landes erwischt zu werden, die Folgen wären einfach zu verheerend. Es würde Russland den Sieg in diesem ganzen Konflikt auf einem Silbertablett präsentieren, weil die NATO an einer derartigen Aktion tatsächlich vollständig zerbrechen könnte, weil jedes Vertrauensverhältnis zwischen den Bündnispartnern zerstört würde. Das macht absolut keinen Sinn, der potentielle Gewinn dieser Aktion steht in keinem Verhältnis zum potentiellen Schaden.
Russland hingegen hat hier wenig zu verlieren, selbst wenn glaubwürdige Beweise an’s Tageslicht kommen wird man alles bestreiten und die Dinge werden exakt so weiter gehen, wie sie aktuell ablaufen. Russlands Ruf ist ohnehin bereits so weit zerstört, dass diese Aktion keinen Unterschied mehr macht.
Andere Sicherheitsexperten sehen in dieser Aktion auch den Plan Russlands, der Welt zu verdeutlichen, wie angreifbar die wichtige Infrastruktur ist. Kurzum: Die Zerstörung der Pipeline könnte auch dazu dienen, der Welt ihre Verwundbarkeit vor Augen zu führen und somit von weiterer Unterstützung der Ukraine abzuhalten. Ich hoffe, die Aktion bewirkt das Gegenteil und verdeutlicht, dass Russland auf absehbarer Zeit kein Partner sein kann, so lange Putin und seine Gesellen dort an der Macht sind.