Ich fände es auch extrem wünschenswert wenn dieser gesamte Themenblock von der LdN häufiger aufgegriffen und tiefer bearbeitet würde. Klar ist das nicht das Hauptmetier der beiden, aber es ist zu wichtig für uns alle, und findet immer noch nur in Ausschnitten Beachtung.
Ich fände das Thema müsste sogar noch breiter angegangen werden.
Wir rennen auch nicht nur in der Pflege in einen Fachkräftemangel. Physio-und Psychotherapeuten und Rettungsdienstler müssen häufig immer noch Ausbildungsgeld zahlen, statt während der Ausbildung Geld zu bekommen. Komisch, dass auch hier ein massiver Mangel herrscht. Assistenzärzte werden so massiv (und vollkommen illegal) geschunden, dass viele nach dem Studium in andere Zweige gehen, oder wieder aus dem Beruf ausscheiden. 10% der praktizierenden Ärzte in D sind 65 Jahre oder älter. Vom Respekt und Gehalt die den Logistikern (aka Bettenschiebern) entgegengebracht wird möchte ich gar nicht erst reden. Mindestlohn für einen kaputten Rücken im Schichtsystem. Die finden nirgendwo Erwähnung, aber ohne die würde an den großen Häusern alles sofort zum Stillstand kommen.
Die geburtenstarken Jahrgänge werden in den nächsten 10 Jahren in all diesen Berufen in Rente gehen, und stattdessen anfangen als Patienten das System zu „belasten“.
Jenseits von Jens Spahns grandiosem Ansatz, den Mangel einfach in ein ärmeres Land zu exportieren, indem man die Kräfte von dort abwirbt, sehe ich bisher keinerlei Initiative seitens der Zuständigen.
Und währenddessen werden Deutschlandweit die Häuser bis zum Anschlag auf Profit getrimmt. Wenn wir nicht als erstes aufhören, Versorgungsstrukturen zu führen wie frei wirtschaftende Unternehmen, sehe ich dunkelschwarz. Die Unikliniken, die gerade bestreikt werden, argumentieren gerne damit, dass kein Geld da wäre, während sie teilweise im Millionenbereich grüne Zahlen schreiben. Im Gesamtkontext einer Uniklinik ist das kein großer Überschuss, aber hier gibt es doch trotzdem ein systematisches Problem.
Ich finde auch das gilt für das ganze GS. Mit dem zusätzlichen Problem, dass die, die es merken, oft keine Zeit/Kraft/Möglichkeit mehr haben, ihre Stimme organisiert zu erheben.
Das menschliche Leid, dass im Moment durch diese Zustände in den Kliniken entsteht, ist Menschen, die außerhalb des Systems arbeiten, schwer zu vermitteln.
Es sind nur meine zwei Cent. Klar kehren die Jungs weiter zusammen, was sie relevant und interessant finden. Aber das hier ist in meinen Augen zu wichtig um jemals ein „Kann-Thema“ zu sein.