Das Problem ist hier meines Erachtens schon ein ganz anderes, nämlich ein rein betriebswirtschaftliches. Eine Wohnung als Mietobjekt zur Altersvorsorge zu kaufen ist grundsätzlich ein Fehler, wenn man nicht das Kapital (oder zumindest die Kreditwürdigkeit) hat, die damit erwartungsgemäß spontan anfallenden, oft höheren Instandhaltungskosten decken zu können. Das ist einfach ein betriebswirtschaftliches No-Go.
Zudem gibt es aktuell keinen Bereich, in dem die Renditen höher sind, als in der Vermietung. Gerade zu Niedrigzinszeiten ist es nahezu immer lohnenswert, Kredite aufzunehmen, um Mietwohnungen zu kaufen. Und genau deshalb steigen die Immobilienpreise auch so stark, weil die Rendite der Vermietung weit über den durchschnittlichen Fremdkapitalzinsen liegen und dieses Delta zwischen Vermietungsrendite und Fremdkapitalzinssatz zu einer hohen Nachfrage unter Investoren führt.
Und auch hier gilt, dass man große Gefahr läuft, wenn man sich deshalb denkt: „Hey, das spricht doch für eine Mietwohnung als Altersvorsorge“. Nein, denn sobald die Niedrigzinsphase endet und die Zinsbindung des jeweiligen Kredites bei der Bank ausläuft kommt dann plötzlich der Zinsschock und die Zinsen fressen den Großteil der Mieten auf.
Kurzum:
Wer eine einzelne Wohnung als Altersvorsorge hat und über kein Kapital verfügt, um das abzusichern, hat einfach schon einen großen betriebswirtschaftlichen Fehler gemacht bzw. ist ein enormes Risiko in Erwartung einer hohen Rendite eingegangen. Wenn sich hier das Risiko statt der Rendite verwirklicht, weil plötzlich wieder die Zinsen erhöht werden oder große Instandhaltungen notwendig werden, muss das akzeptieren, weil es eben ein „High Risk, High Reward“-Szenario ist. Es ist hier nicht die Aufgabe des Staates, Menschen, die ein „High Risk, High Reward“-Szenario eingehen, im Notfall vor der Verwirklichung des Risikos zu schützen, sonst setzen wir nur Anreize, dumme Risiken einzugehen. Denn das schlimmste, was letztlich passieren kann, ist, dass der Rentner seine Mietwohnung verkaufen muss.
Das klingt jetzt alles vielleicht etwas kalt, aber man muss hier halt rational rangehen. Klar würde ich mir wünschen, dass Mieteigentum in der Breite verstreut wäre, statt in Konzernen wie der Deutschen Wohnen, Annington, Vonovia, Vivawest und co… Aber das gibt unsere aktuelle Wirtschaftsordnung einfach nicht her.