LDN287 - Gas sparen für den nächsten Winter

Sehr interessantes Interview! Aber es ist nicht vielen Leuten klar, dass mit Gas sparen heute nicht nur generell was Gutes für Klima und gegen Putin getan wird, sondern konkret auch mitgeholfen wird, dass die Speicher gefüllt werden und im nächsten Winter Heizung und industrieller Gasverbrauch möglichst wenig Einschränkungen haben werden. Das sollte vielleicht mal eine Kommunikationsoffensive starten…

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Dazu hätte ich eine vielleicht etwas wilde aber vielleicht trotzdem hilfreiche Idee:

Ich sehe das Problem beim Gassparen unter anderem darin, dass jeder das in seinem persönlichen stillen Kämmerlein macht. Es gibt keine direkten moralischen Benefit, möglicherweise eckt man in seiner Bekanntschaft und Verwandtschaft mit so einem idealistischem Verhalten vielleicht sogar an.

Da wäre es natürlich gut, wenn man irgendwo seine persönlichen Sparmaßnahmen (Heizung ein Grad runter, Energie-effizient Kochen usw.) festhalten könnte und auch die Maßnahmen anderer Leute sehen könnte, um das Gefühl zukommen, Teil einer größeren Gruppe zu sein.

Mein Vorschlag wäre daher tatsächlich eine App, bei der man sich anonym anmeldet und einfach aus einer großen Liste von Energiespar-Optionen diejenigen auswählt, die man selbst umsetzt. Das ganze wird dann mit Gamification-Systemen gekoppelt, d.h. man schaltet virtuelle Belohnungen frei für bestimmte Einspar-Mengen.

Und man kann grob seinen Wohnort (PLZ) eingeben um zu sehen, wie viele Leute um einen herum ebenfalls etwas tun.

Da alles anonym und freiwillig ist und keine Eingabe geprüft werden kann, kann man natürlich nicht viele gesellschaftliche Rückschlüsse daraus ziehen, außer vielleicht wie viele Leute so eine Energiespar-App installieren würden (install base).

Wie gesagt ist nur so ein spontaner Gedanke dazu.

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Ich fand die Klima-Fußabruck app extrem hilfreich. Gute Idee )

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Hallo Matder,
finde die Idee klasse und hatte in den letzten Tagen genau die gleichen Gedanken:

Ich denke sehr viele Deutsche wären bereit, einiges einzusparen (gabs ja auch schon Umfragen zu). Die Problematik ist jedoch genau die, die Du beschreibst: Wie kann man bei jedem einzelnen Menschen, der Energie einspart das Gefühl erzeugen, dass diese Einsparung einen Unterschied macht? Und wie kann man dem ganzen Messbarkeit und Sichtbarkeit geben?

Als Lösungen kamen mir mehrere Ideen:

  1. Ein Dashboard, was dem ganzen erstmal Messbarkeit und Transparenz gibt, ähnlich wie bei Corona (diesen Vergleich hatte Klaus Müller ja auch gezogen). Jeder Bürger und jede Bürgerin weiß wie viel Energie in D. von Privathaushalten verbraucht wird.

  2. Neben dem Dashboard gibt es Best Practices wie und wo man bei seinem Privatkonsum leicht Energie einsparen kann, vielleicht auf ein Forum zu Austausch wie dieses hier.

  3. Der Gamification Effekt wie Du ihn beschreibst - also wie kriegen die Menschen eine gefühlte persönliche Sichtbarkeit oder Belohnung? Vielleicht sowas wie ne „Ice Bucket Challenge“ nur mit Fotos vom der Gasabrechnung… Keine Ahnung, aber sicher gibt es hier viele kreative Ansätze.

  4. Wenn so eine Infrastruktur steht, wäre es super, wenn Habeck und Scholz etc. gezielt dazu aufrufen einzusparen, so dass ein bisschen von dem „Wir schaffen Das“ Gefühl von 2015 entsteht. Mein Eindruck ist, dass sich viele Menschen genau danach gesehnt hätten → eine Ansage der Politik, weil viele der Ukraine helfen wollen, aber nicht wissen was sie selbst beisteuern können… Einsparung wäre dann eine konkrete Möglichkeit.

Soweit meine losen Gedanken dazu. Euch einen schönen Freitag.

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Ich kann mich nur anschließen: Das Interview war ein sehr interessantes!

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Etwas Off Topic, aber mal als Denkanreiz an der Stelle: Es gibt auch regelmäßig eine Mehrheit in Umfragen, die für „besseres Fleisch“ ist. Gekauft wird es, trotz Verfügbarkeit, jedoch nicht. Wie groß die Bereitschaft dann tatsächlich ist, sich wirklich einzuschränken, bleibt also etwas vage.

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Also abgesehen davon, dass es ja auch mit hineinspielt, wen man wo fragt, ist hier die wichtigere Frage: wo ist die Verfügbarkeit?

Bei uns hier in Schweden war LIDL gezwungen hochwertigeres Fleisch anzubieten, da niemand das Billigschnitzel aus DTL. haben wollte, aber dazu muss man dann eben auch wissen, das für die Meisten Schweden LIDL nicht die Haupteinkaufsstelle ist.

Wer hauptsächlich bei Kaufland einkaufen geht, dem nutzt Verfügbarkeit bei Kaisers absolut gar nichts, denn die wenigsten werden für das bessere und teurere Fleisch noch extra zu einer Verkaufsstelle fahren.

Ich denke auch, dass wir erstaunlich wenig Unternehmen, um JETZT signifikant Gas zu einzusparen. Je voller die Speicher, desto besser könnten wir in Zukunft mit so einer Situation umgehen:

Das wird in Deutschland nicht passieren, der größte Importeur Uniper stellt auf eine Zahlung in Rubel um. Solang die Forderungen Putins befolgt werden gibt’s auch keinen Grund einen Lieferstopp von russischer Seite zu erwarten.

Ich glaub, eine App ist schwierig. Entweder es ist anonym und man hat wieder keinen sozialen Anreiz.
Ist diese Information aber nicht anonym, wie geht man mit Leuten um
-die schon früher sparsam waren, da ist dann sparen schwierig
-kein Geld haben um sich sparen zu leisten.

Sowohl der Absolutverbrauch -
bin ich moralisch gut, weil ich das Geld hatte mir ein Energiesparhaus zu bauen?
Als auch der relativ Verbrauch -
Mein Nachbar beheizt seinen Pool nicht mehr und hat 25° in der Bude, ich hab 19° aber weniger Einsparung. Wer ist moralisch der Bessere?

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Ein App würde bei sicher helfen um Energie zu sparen. Wichtiger wird aber eine gute Informationspolitik sein. Zum einen muss jedem klar werden welche Möglichkeiten es gibt Energie zu sparen und in welchen Bereichen besonders viel Energie verbraucht wird. Zum anderen muss informiert werden welche Energiekosten in den nächsten Jahren auf die Menschen zukommen. Die werden sich optimistisch gerechnet mindestens verdoppeln und da kann ja jeder mal nachrechnen, was das im Jahr für einen persönlich bedeutet. Das sind auch keine Horrorszenarien, sondern die Energieprodukte für 2023 und 2024 werden bereits jetzt eingekauft. Und die Preise sind hoch und eher bei dem 3-4 fachen von vor 12 Monaten.

Mein Eindruck ist, dass vielen noch gar nicht bewusst ist, was auf sie zukommen wird.

Und das ist schon schockierend. Wird doch seit 40 Jahren gepredigt, dass fossile Rohstoffe endlich sind und auf lange Sicht im Preis steigen werden.
Dann, weil das nicht gleich passiert, davon auszugehen, dass das dann auch weiter so bleiben wird, ist maximal blauäugig.

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Das denke ich mal ist ein wichtiger Punkt, denn momentan schaut ja jeder erstmal nur zu Hause bei sich.

Also nehmen wir Mal ein aus der Luft gegriffenes verkürzten Beispiel.

Eine Chemiebude braucht Unmengen Naturgas um Dünger herzustellen.
Der Bauer braucht den Dünger um das Brot herzustellen.

Jetzt muss der Verbraucher also wissen für welches Brot wieviele Dünger gebraucht wurde und kann evtl. eins wählen welches zwar etwas teurer ist, aber dafür weniger Gas in Form von Dünger verbraucht wird.

Schon kann man als einzelner deutlich mehr Einfluss auf den Gasverbrauch nehmen.

Ein kurzer Einschub, weil im Thread für mich persönlich das beklemmende Gefühl von persönlicher Machtlosigkeit durchkommt.

Climate Town stellt unterhaltsam die Krux an dem individualisierten Ansatz dar. Die These: der CO2-Fußabdruck ist eine Erfindung der Öl- und Gasindustrie. Firmen haben keine Füße, ergo keinen Anteil am Klimawandel.

Ich denke, wir dürfen beim Thema Gas nicht in die gleiche Falle zu tappen: einige wenige Leute machen sich persönlich verrückt, während die wirklich großen Größenordnungen nicht angegangen werden.

Die konkreten Vorschläge hier (Energieverbrauch sichtbar machen, Gamification, …) finde ich gut. Das darf aber keine Ausrede sein, die Verantwortung auf das Individuum abwickeln. Die Verantwortung trägt die gesamte Gesellschaft und Politik. Wir können nur Mitspielen - und das fällt bei guten Marketing-Kampagnen und Gamification einfacher.

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Das scheint tatsächlich so zu sein. Hierzu gibt es ein super Video auf YouTube von Simplicissimus.

Das bedeutet jetzt nicht, dass wir aufhören sollten, darauf zu achten. Jeder einzelne zählt. Wir sind so viele - acht Milliarden weltweit - dass der Multiplikator einfach enorm ist.

Aber es ist auch richtig, dass wir als einzelne nicht viel ausrichten können. Die Industrie ist es, die wir angehen müssen, denn hier sind die großen Mengen angesiedelt. Wenn ich jetzt (hier nur exemplarisch als Beispiel) die BASF rumheulen höre, dass ihr das Gas abgedreht werden könnte, dann ist es mehr als nur legitim zurück zu fragen, wieso man es dort hat so weit kommen lassen? Sind die Manager nicht diejenigen, die hochbezahlt sind, damit sie genau solche Situationen frühzeitig erkennen und Gefahr von ihren Unternehmen abwenden? Oder ist der kurzfristige Shareholder-Value doch wichtiger gewesen? Und die politischen Entschieder gleich mit dazu holen. Es wäre zu einfach, die Wirtschaft ohne die Politik zu betrachten.

Also ich habe auch nicht das Mindeste an Verständnis, das Dilemma auf das Individuum abzuwälzen. Auf der einen Seite den Konsum anheizen mit psychologischen Marketing-Tricks oder auch mit technischen Ansätzen wie geplanter Obsoleszenz oder der Nichtreparierbarkeit. Und auf der anderen Seite dann dem Individuum den Schwarzen Peter zuschieben.

Und dennoch tue ich was geht, um meinen CO2-Fußabdruck gering zu halten. Wenn das bloß jedes Unternehmen von sich behaupten könnte.

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Dieses Beispiel von BP als Erfinder des CO2 Fußabdruckes habe ich auch schon häufiger mittlerweile gesehen, halte es aber für einen Trugschluss und Teil eines blame Games, das uns nicht weiterbringt. Die Unternehmen geben der Politik und den Konsumenten die Schuld, die Politik gibt den Unternehmen und den Konsumenten die Schuld und die Konsumenten geben der Politik und den Unternehmen die Schuld. Am Ende macht dann keiner was, weil man selber ist ja nicht Schuld.

Und die im Simplicissimus genannten 34 Milliarden Tonnen CO2, die von BP ausgestoßen wurden, sind ja auch nur ein Rechentrick. Weil die Frage ist, wem rechnet man diese Tonnen CO2 an, BP oder den Kunden, die die Produkte kaufen. BP erzeugt das CO2 ja nicht aus jucks und tollerei, sondern weil es Kunden gibt, die das Produkt kaufen. Daher, wenn wir alle den CO2 Fußabdruck ernst nehmen würden, wäre das auch nichts gutes für BP, weil sie dann all ihre Kunden verlieren würden. Man kann natürlich sagen, dass BP auch anfangen könnte umweltfreundlicher zu agieren. Dann würden sie aber evtl. Wettbewerbsfähigkeit verlieren, da die Kunden zu den Wettbewerbern wechseln, da es dort die Produkte günstiger gibt (was ja nach der CO2 Fußabdruck Kritik in Ordnung ist, da der Konsumer ja nicht Schuld ist, kann er kaufen was er möchte). Und die Sache ist nun mal die in unserem kapitalistischen System, wo es eine Nachfrage gibt, wird sich auch eig immer ein Angebot bilden. Und wenn es nur ein einziges geldhungriges Unternehmen ist. Verbraucher und Unternehmen sind halt keine komplett unabhängingen Systeme, sondern hängen voneinander ab.

Natürlich muss die Politik bei dem Ganzen auch helfen und die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Allerdings auch dort machen es die Verbraucher der Politik einfacher, wenn sie ihren persönlichen Fußadruck senken. Wenn so gut wie niemand Inlandsflüge machen würde, wäre es viel einfacher diese zu verbieten.

Natürlich ist BP kein Unschuldslamm in all dem. Vor allem wie Ölkonzerne versucht haben, gegen die Erkenntnisse der Wissenschaft vorzugehen ist echt verwerflich.

Damit hast du natürlich Recht, aber auf der anderen Seite sind wir ja auch keine Gehirnlosen Robotor, die alles tun müssen, was ihnen die Werbung vorschreibt. Nehmen wir mal den Smartphonebereich als Beispiel, dort kann man sich, das etwas teurere Fairphone für 600€ kaufen, was dann nachhaltiger als die Konkurrenz ist. Trotzdem kaufen sich die Leute lieber ein 800€ teures IPhone oder Samsung Handy. Oder ein billiges Chinahandy, das die gleichen Features hat, aber günstiger ist.

Außerdem, wenn wir den Gedanken weiterspinnen würden, dass die Unternehmen alleine Schuld sind und BP & Co. verbieten würden so viel CO2 auszustoßen, würde das ja letztlich dazu führen, dass die Verbraucher am Ende keine Verbrenner mehr fahren würden, weil sie kein Öl mehr bekommen. Was der gleiche Effekt wäre, wie wenn alle ihren CO2 Fußabdruck reduzieren würden.

Und um das ganze jetzt in den Kontext dieses Threads zu bringen: Die Unternehmen können wenig dagegen machen, wenn Menschen ihre Wohnung im Winter auf 24° heizen. Und BASF ist ja vor allem deswegen Systemrelevant, weil wir deren Produkte kaufen. Natürlich hätte BASF vorrausschauender handeln können, aber auch dort hätte es passieren können, dass die Kunden dann alle zu der billigeren Konkurrenz wechseln (Damit will ich nicht sagen, dass das Management keine Fehler gemacht hat).

Zum Thema Gamification, weiß ich nicht, ob das im Privathaushalt in der Menge genug bringen würde. Dort sehe ich vor allem die Trennung zwischen aktuellem Verbrauch und Ölpreis als Problem. Vielleicht könnte man jedem Deutschen mit Öl- und Gasheizung einen 50% Rabat auf digitale Thermostate geben und dann noch eine App dazu entwickeln, die die aktuellen Heizkosten berechnet. Und dann die Leute bitten, ihre Heizung nicht ganz so weit runter zu stellen. Und im nächsten Schritt das dann gamifizieren.

Ich stimme dir in fast allem zu, und sehe ebenso das Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Politik. Die Bosse von Konzernen werden zu allererst an der Rendite gemessen. Wenn die gut genug ist, dann wird bei den vorbildlichen Geld für Klimaschutz ausgegeben. Diese Vorbildlichen sind z.B. der Science based Target Initiative beigetreten und verpflichten sich so viel CO2 einzusparen wie es den Reduktionzielen von Paris entspricht. Die anderen schütten den Ertrag als Dividende aus. Gesetze zum Energiesparen, für die die Politik verantwortlich wäre, gibt es praktisch nicht. Ich arbeite zum Thema Energieeffizienz und Renewables in der Industrie und weiß von was ich spreche. Da die Industrie so viel Energie verschwenden darf wie sie will, geht nur etwas über den CO2 Preis. Und der ist lächerlich niedrig. Da im Gegenzug zum CO2 Preis die EEG Umlage gesenkt wurde „verdient“ die Industrie damit Millionen ohne auch nur eine kWh einzusparen. Das einzige was hier helfen könnte wäre jetzt ein wirklicher CO2 Preis, von vielleicht 200 Euro.
Privat geht es nach meiner Meinung darum die richtigen Themen anzugehen. Ab sofort nur noch lauwarm zu Duschen ist wirklich die Lachnummer des Jahres. Der direkte Verbrauch der fossilen Energie ist es, und die müssen einfach weg. @Slartie, das nennt man Priorisieren, manchmal ist das auch „simpel „.
Und nachdem jeder weiß wie es geht, müssen wir einfach tun.

BP und die anderen Petro-Giganten sind dermaßen finanzstark, sie hätten schon längst andere Technologien erforschen lassen und einführen können. Stattdessen investieren sie Unsummen in Gegenstudien, PR-Kampagnen und Lobbyismus, um die Welt auch weiterhin abhängig von den fossilen Energieträgern zu halten.

Dabei ist schon in den 70-igern eine Studie von Exxon gemacht worden, die den CO2-Anstieg und dessen Folgen erstaunlich präzise vorher gesagt hatte. All die Probleme, mit denen wir uns heute konfrontiert sehen, sind den Petro-Giganten schon seit den 70-igern in erschreckender Genauigkeit bekannt.

Das wäre nur dann so, wenn die Menschen eine echte Wahlmöglichkeit hätten. Das Individuum muss aber schlichtweg funktionieren. Muss arbeiten (evtl. pendeln), muss wohnen und heizen, muss sich ernähren, usw. Wo sind denn die Alternativen? Ja, Fleischverzicht ist und war jederzeit möglich. Aber beim Thema Heizen: Seit wann gibt es denn vernünftige Alternativen zum Gas oder zum Öl? Ebenso Mobilität: Wie gut ist denn der ÖPNV? Die Bahn wird seit Jahrzehnten kaputt gespart. Strecken werden still gelegt. Wo war (und ist) die Alternative? Das sind nur zwei Beispiele aus einer Vielzahl.

Siehe mein erstes Argument oben.

In einem vollständig liberalistisch-kapitalistischen System wäre das richtig. Aber du sagst es ja selbst: wir leben nicht in einem solchen System, sondern in einer Marktwirtschaft, in der die Staaten Rahmenbedingungen und Anreize setzen und darüber steuern. Deswegen kann man die Wirtschaft nicht ohne die Politik betrachten.

Ich würde die Menschen sicherlich nicht als gehirnlose Roboter bezeichnen. Bequem sind wir aber allemal. Und die Bequemlichkeit geht insbesondere auch in die Richtung, dass sich viele Menschen nicht adäquat informiert halten und lieber (um mal ein Klischee zu bedienen) Fußball schauen und Bier trinken :wink: als in so einem Forum über Dinge zu diskutieren. Oder auch mal eine Zeitschrift zur Hand zu nehmen. Und geschweige denn, ehrenamtlich tätig zu werden oder ein lokalpolitisches Amt anzustreben.

Und es ist nicht nur die Bequemlichkeit: Auch Ansehen, Selbstbild, Sehnsüchte, uvm. spielen eine große Rolle. Wenn es um Psychologie geht, sind wird chancenlos gegenüber den Profis; wir alle, bis hin zu den höheren Bildungsschichten. Wir haben keine Chance denn die Marketing-Strategen wissen durch psychologische und soziologische Studien und Forschungszweige ziemlich genau, wie sie unser Kaufverhalten beeinflussen können und wie sie die Wirksamkeit von Werbung erhöhen können. Dieser Zwieg nennt sich Marketing-Psychologie. Und in den letzten Jahren konnte man dank der Targeting-Technologien die Wirksamkait durch präzises Auspielen an geeignete Zielgruppen noch weiter erhöhen. Wenn du es nicht glaubst: informiere dich doch mal bitte speziell zu diesem Thema.

Richtig. Damit wird die CO2-Steuer aufräumen. Die wird dem ein Riegel vorschieben. Doch die CO2-Steuer wird die durch Lobbyismus auch schon seit Jahren verschoben, verwässert und auch sonst wie ausgebremst.

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Ehrlich gesagt habe ich ganz große Sorgen, dass die CO2 Steuer wieder eingestellt wird. Das geht mit einem Sprit Bonus halt gar nicht zusammen. Lasst uns zusammen die Daumen drücken, dass das nicht passiert.

Ja, mir geht es genau so. Allerdings zähle ich zu den Glücklichen, denen die CO2-Steuer kein riesiges Loch in den Geldbeutel reißen wird. Ein kleines vielleicht schon, aber kein riesiges.

Tatsächlich bin ich sehr glücklich, dass wir in diesen Zeiten die Grünen in der Regierung haben. In meinen Augen sind sie die einzigen, welche sowohl eine vielversprechende Weitsicht als auch ein adäquates Situationsbewusstsein haben. Auch finde ich ist es die einzige im Bundestag vertretene Partei, die es schafft, über ihren eigenen ideologischen Tellerrand zu schauen und zieht dann auch noch in vielen Themen die richtigen Schlüsse daraus.