Das ist nicht wirklich richtig, weil die Gesamtemission (Förderung, Transport, Wärmeerzeugung) bei Gas unterm Strich genauso schlecht (oder auch schlechter) wie bei Kohle ist. Insbesondere die Freisetzung bei der Gewinnung und dem Transport verschlechtern die Bilanz deutlich.

Für Wärmepumpen gibt es wie bereits angesprochen explizite Ökostromtarife bei Naturstrom und EWS, bei denen zu Spitzenzeit oftmals kein Strom geliefert wird. Da ist aktuell nur ein Problem, dass z.B. EWS Schönau keine Neukunden aufnimmt.

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Okay, also reicht es nicht mal ansatzweise, schließlich will man nicht überall Forstwirtschaft betreiben und man braucht es ja auch noch für Papier, Möbel, zum Bauen etc.

Oder man baut damit 400.000 Wohnungen pro Jahr und bindet das CO2 langfristig.
Und zumindest einen Teil muss der verrottende Baum in die Erde abgeben. Schließlich lässt sich das später als Kohle wieder ausgraben.

Lieber Matti, wenn man Häuser (teils) mit Holz baut (Fenster, Treppen, Dachstühle, aber auch Möbel etc.), kann man mit einer Nutzungsdauer von vielleicht im Durchschnitt 50 Jahren rechnen, bis das Holz dann entweder verbrannt wird oder auf der Deponie landet (und dort verrottet). Das CO2 wird somit zwar mit Verzögerung frei, aber diese Verzögerung ist auf der Zeitskala des Klimawandels fast nebensächlich. Das zum Bau verwendete Holz wird letztlich auch zu CO2 und damit relevant fürs Klima.

Fossile Brennstoffe entstehen dagegen auf geologischen Zeitskalen, also sehr langsam. Auf einer Zeitskala von Jahrzehnten entsteht praktisch kein fossiler Kohlenstoff. Sonst wäre über die Jahrmillionen hinweg sehr viel mehr fossiles Brennmaterial entstanden. Für die uns jetzt betreffenden Zeiträume von einigen Jahrzehnten kann dieser Effekt vernachlässigt werden.

Noch was zur Info, damit man nicht alles aus dem Bauch heraus beurteilt:

Hans Joachim Schellnhuber zählt wohl zu den renommiertesten Klimaforschern der Welt.
Er hat nicht nur das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung gegründet, sondern auch die Initiative Bauhaus der Erde, die explizit eine Bauwende hin zum Holzbau fordert.

Bevor man also großmaßstäblich Holz aus Wäldern verheizen will, anstatt Wärmepumpen mit regenerativen Energien zu nutzen, sollte man dies lesen;

Oder dies Vortrag von Herrn Schellnhuber ansehen, ab Minute 30:

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Ich wohne am Rand zum bayerischen Wald und hier wurde eine Siedlung aus Holzhäusern gebaut, alles KfW55 mit WP, die meisten mit PV.
Ich hoffe, dass unser Haus länger als 50 Jahre steht.

Und Holz, das im Wald verrottet ist trotzdem besser als es zu verbrennen, auch wenn es lange dauert, bis es fossil würde. Wie gesagt, geht ja ein Großteil des CO2 in die Erde, der Rest wird vom nachwachsenden Wald aufgefangen, der seine Nährstoffe aus dem sterbenden Holz zieht. Unzählige Tiere finden im Totholz ein Zuhause usw.
Trotzdem hat Pellet natürlich seine Daseinsberechtigung. Gerade wer seine Heizung schon länger hat, trägt ja damit seit einer Zeit bei, von fossilen Stoffen wegzukommen, als das noch ein Gedanke in einer kleinen Nische war. Und solange nur Abfälle verbrennt werden, spricht sowieso nichts dagegen.

Verstehe die ganze Diskussion nicht ob die WP mehr CO2 produziert als Gas. Auch möchte ich nicht das unsere Wälder abgeholzt werden damit ich es warm habe.
Auf länger Sicht wird die WP CO2 neutraler, da immer mehr Erneuerbare Energien entstehen. Die WP werden mit den Jahren 100% auch immer effizienter, da reden wir dann nicht mehr von 3 oder 4. Nur braucht das halt Zeit. Ich würde auch lieber heute als morgen mehr CO2 einsparen, aber es geht nur Stück für Stück.

Dann muss dazu aber eben auch gesagt werden, dass es keine Studie zur Klimaneutralität für Deutschland gibt, die Holz in relevanter Größenordnung als Quelle für die dezentrale Wärmeversorgung sieht. Als Beispiel das FZ Jülich, bei denen man im Anhang sehr gut sieht, dass sie für Holz diverse Technologieoptionen berücksichtigt haben (https://www.fz-juelich.de/iek/iek-3/DE/_Documents/Downloads/transformationStrategies2050_studyfinalreport_2019-10-31.pdf.pdf?__blob=publicationFile). Dazu sind 189 TWh Holz (also in etwas in der von Ihnen angegebenen Größenordnung) als Potenzial berücksichtigt worden. Bei anderen Studien sieht es ähnlich aus, nur eventuell nicht so schön transparent zu sehen, was berücksichtigt wurde. Was sie aber gemeinsam haben ist, dass der Anteil von Biomasse insgesamt im Gebäudesektor entweder nicht höher ausfällt oder gegenüber heute sogar zurückgeht. Wenn, dann wird Biomasse und Holz an anderen Stellen sinnvoller eingesetzt (z.B. Prozesswärme in der Industrie).

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das würde ich aber als sehr vereinfacht dargestellt ansehen, ich wusste nicht das mitsubishi oder daikin seit neuestem gasheizungen bauen?

Hallo,
Ich beschäftige mich auch seit ca. 3Monaten mit dem Einbau reiner Erdwärmepumpe. Zwei Punkte sind mir dabei aufgefallen:

  1. Es gibt diverse Anstandsregeln der Bohrungen zu anderen Grundstücken (teilweise 5m) neben den technische Abständen der Bohrungen (6m) untereinander. Hier sollten mit Hinblick auf die vergleichbar kleinen Grundstücke im städtischen Raum reagieren.
  2. wenn man eine Förderung möchte, ist es zwingend vorgeschrieben einen Energieberater einsetzen. Und dies ist im Moment ein echtes Problem, da lange Wartezeiten vorhanden sind. Neben den Wartezeiten für das Material.
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luft luft wp, was spricht dagegen?

Für geförderte Kfw oder Bafa Heizungserneuerung ist KEIN Energieberater vorgeschrieben.

Nur für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und für die Beantragung von Effizienzhäusern.

Luft-Luftwärmepumpen funktionieren nur in Gebäuden mit sehr geringem Energiebedarf. Wie zum Beispiel Passivhäuser.

Da Luft ein schlechter Wärmeträger ist. Sonst müssten riesige Luftkanäle große Mengen Luft transportieren, die Geräusche und Zugerscheinungen verursachen. Im Gegensatz zu Wasser als Wärmeträger.

Da kann ich dir aus eigener Erfahrung widersprechen.

Ich habe jetzt bereits das zweite Hus mit Luft/Luft WP und sie machen schön warm ohne riesige Luftkanäle, weil gar keine vorhanden.

PS: mein „neues“ Haus ist Baujahr 1975, also nix mit Passiv oder Niedrigenergie und wie das ganze Neumodische Gedöns so alles betitelt wird.

Fragt einfach mal in Skandinavien an, die erklären euch wie das funktioniert ^^

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Dem würde ich auch widersprechen. sie funktionieren gut, aber was Du vielleicht meinst, dass es Effizientsunterschiede gibt, die aber nicht groß sein müssen.

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Wie warm ist denn die Luft, die bei dir ins Haus geblasen wird? Und wird es tatsächlich gleichmäßig warm in den Räumen?

Die Physik kann man ja nicht überlisten. Die Wärmekapazität der Raumluft ist ungefähr 1/3 Wh pro Kubikmeter und pro Grad Temperaturunterschied zur Umgebung. Ein Haus, das 10 kW Heizleistung benötigt, bräuchte also pro Stunde also 3.000 m3 erwärmte Luft, wenn diese Luft 10 Grad wärmer ist als der zu beheizende Raum. Das wäre schon ein ordentlicher Luftzug. Eine Lüftungsanlage für ein EFH hat in der stärksten Stufe ungefähr 1/10 dieses Volumenstroms. Nun kann man natürlich die Temperatur der erwärmten Luft hochdrehen und so den notwendigen Volumenstrom verringern, aber wer will sich 50 oder 60 Grad warme Luft ins Haus blasen? Das wäre ja fast wie ein Heizlüfter.

Was dann noch bleibt: geringere Heizleistung hinnehmen. An den kältesten Tagen des Jahres kühlt das Gebäude dann langsam aus. Oder es ist so gut isoliert, dass es gar nicht soviel Heizleistung benötigt. Aber hier geht es ja um Bestandsgebäude.

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Man könnte dem entgegenhalten, dass die Wissenschaft nicht so nah dran ist an der Realität wie die Handwerker und Berater vor Ort. Ich finde aber dass es bei diesen neuen Technologien auch auf den Willen und die Vorstellungskraft der Leute ankommt. Wer sich für die Energiewende begeistert der wird mehr Ideen entwickeln wie diese auch unter widrigen Umständeneinem implementiert werden kann.

Mir haben auch mehrere Energieberater erklärt dass ich für Dreifachverglasung auf jeden Fall die Fensterrahmen austauschen muss. Das ist die normale Vorgehensweise. Dann habe ich aber weiter gebohrt und noch einen Handwerker gefragt und der sagte dass es in meinem Fall auch ohne ginge und dass er sie schon mehrmals in bestehende Rahmen eingebaut hat.

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Da die Inneneinheit im Obergeschoss ist wird es im Keller natürlich nicht warm.

Meine Nachbarn haben die Inneneinheit im Aufenthaltsraum im Keller und wärmen dadurch das ganze Haus.

Und warum überhaupt gleichmäßig warm im ganzen Haus?

Ich möchte es schön kuschelig (23°)im Bad und angenehm in der Wohnstube (20°)haben.

Reicht völlig aus, ich muss weder das Schlafzimmer oder das Arbeitszimmer auf Sauna heizen und die Küche heizt sich durch die Abwärme beim Kochen.

Wenn man natürlich jeden Raum 24/7 auf mindestens, wenn nicht noch wärmer heizen will muss man halt entsprechend bauen und Energie aufwenden.

Aber ist wahrscheinlich der gefürchtete Komforverlust bei 20° Minus nicht mehr nackig durch die Wohnung laufen zu können.

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Das ist mein Fachgebiet.
Ich hoffe der Handwerker hat folgende Punkte berücksichtigt:

  1. Die Dreifachverglasung ist mind. 5/4 so schwer (eher schwerer) wie die vorhandene Verglasung.
  2. Die Fenster, also Rahmen und Beschläge sind für ein bestimmtes maximal Gewicht ausgelegt. Die Dimensionierung der Bauteile war bei der Produktion auf die üblichen Verglasungen ausgelegt.
  3. Durch das erhöhte Flügelgewicht werden die vorhandenen Beschläge mehr belastet und unterliegen einem erhöhtem Verschleiß.

Fazit
Bei kleinen Fenstern wo bei der Produktion das max. Flügelgewicht noch nicht ausgereizt war kann das machbar sein. Bei größeren Flügeln, da wäre bei der Planung wohl z.B. ein 2-flügeliges Element gebaut worden, würde ich absolut davon abraten. Beim nachgeben der Beschläge kann der Flügel heraus fallen und im ungünstigsten Fall auch jemanden erschlagen. Bei Festverglasten Scheiben hätte ich da weniger bedenken.

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Hallo Schlossermeister und danke für die Informationen!

Es handelt sich tatsächlich nur um ein großes Fenster mit fest eingebautem Glas und um eine Terrassentür und seine Einschätzung galt nur für diese beiden. Die Terrassentür ist zwar schwer, hängt aber an 4 großen Scharnieren. Ich hoffe daher dass es klappen wird.