Da hast du natürlich Recht. Das passiert ja in der Tat auch schon, weil viele sich da bewusst verhalten. Leider reicht das nicht mal ansatzweise. Ich halte hier die CO2-Preis-Regelung für die sinnvollste Möglichkeit, weil sonst eigentlich nur Rationierung übrig bleibt. Und die ist ja auf Bundes- und EU-Ebene auch ziemlich weit.
Auch das ist nicht falsch. Diese Technologien haben aber alle noch zahlreiche ungelöste Probleme. Insbesondere großskaliges Einfangen ist auch noch sehr weit weg. Zu den Schwierigkeiten gehören auch Akzeptanz- und sehr praktische Probleme, weil CCS eben auch Speicherorte benötigt und eher nicht nachhaltig ist, Atomkraft vielleicht (auch das halte ich für unsinnig) bei uns funktioniert, aber es eben ganz viele Schwellenländer gibt, wo wir das eigentlich vielleicht nicht wollen und wofür auch das Uran nicht reicht.
Das mag sein, aber dort braucht man auch Personal, das wir hier ja schon nicht genug haben; wir müssen die Energie dorthin bringen, wo sie gebraucht wird (nämlich aktuell etwa in Mitteleuropa), und vor allem: Wir können politisch nur dort entscheiden, wo wir Hoheitsgewalt haben. Es ist also recht bequem, zu fordern, dass wir den Strom lieber in Marokko produzieren sollen, die marokkanische Regierung aber nicht oder nicht im notwendigen Tempo mitspielt (und eben auch wieder nur ein neues autokratisches Land wäre, von dem wir abhängig wären).
Mag sein, aber
- es hat deutliche Einspareffekte
- der Kapitaleinsatz mag hoch sein, in der Regel lohnt es sich aber langfristig eben sogar wirtschaftlich
- der Fortschritt (und damit die Vergünstigung) durch Hochskalieren dieser Technologien ist nicht zu unterschätzen - PV ist ja ein gern genanntes Beispiel.
Diese Gefahr sehe ich auch oft, weil politische Diskussionen sich meistens um Themen handeln, die Leute in ihrem Alltag erfahren. Aber: Es ist eben ein wesentlicher Teil der deutschen (und damit von uns beeinflussbaren Emissionen), die vom deutschen Mittelschichthaushalt direkt oder indirekt verursacht wird - bei Strom, Heizen, Essen, Mobilität. Packen wir noch die Industrieproduktion drauf, weil eben Mitglieder dieser Haushalte auch oft in der Industrie arbeiten (die brauchen auch Wärmepumpen für ihre Dekarbonisierung) und wir kommen schon ziemlich weit. Und: Wir MÜSSEN diese Emissionen loswerden.
Da widersprichst du meiner Meinung nach deinem eigenen Argument von oben. Denn das Lastenrad gehört zum Thema Suffizienz und reiht sich meiner Meinung nach bei kleineren Wohnungen, weniger Reisen, Verzicht auf Fleisch ein. Es ist also ein guter Anfang. Die Leute, die ich kenne, die Lastenrad fahren, sind zum Beispiel oft auch Vegetarier oder essen sehr wenig Fleisch, unternehmen lange Reisen mit der Bahn etc.
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