Das sind aber auch zwei paar Schuhe, also Sperren oder Verbieten, worin auch die Problematik liegt.
Verbieten kann ja erstmal nur der Staat (da würde dann auch die Zensurkeule gelten, ob berechtigt oder nicht steht ja noch auf einen anderen Blatt), der ist mit dem ganzen Bereich Social Media, Netzwerkdurchsetzungsgesetz völlig überfordert und ist sich, meiner Ansicht nach, über langfristige Konsequenzen nicht im klaren - sprich wie Gesetzte/Verbote etc. sich auswirken.
Noch dazu scheinen auch Gerichte (und damit auch Richter) nicht zu verstehen wie das Netz funktioniert, bestes Beispiel sind absurden DNS-Sperren, das ist aber ein anderes Thema.
Zurück zum Thema Verbot, dass würde ja dann grundsätzlich für in dem Fall ganz Deutschland gelten, macht es ja schon schwierig ohne klare Landesgrenzen im Netz, eben anders wie eine Sperre auf einer Plattform.
Ein Sperre, wie in diesem Fall für RT, ist auf Fehlverhalten des Betroffenen zurück zu führen und da fangen die eigentlichen Probleme an:
Wer kontrolliert? Das sind die unzähligen Content-Moderatoren, die sich Tag ein Tag aus Müll anschauen müssen und binnen Sekunden eine Entscheidung treffen müssen, ob der Inhalt gegen die Gemeinschaftsrichtlinien oder/und Gesetzte verstößt?
Wer überprüft diese Entscheidungen, für die Gerichte im Einzelfall sehr lange brauchen?
Welchen Tod will man sterben, den das alle Nutzer einer Plattform gleich behandelt werden oder das man bestimmten Nutzer auf Grund der Größe/Relevanz mehr Spielraum zu gesteht?
Wer legt die Standards fest, an die sich die Plattformen halten müssen?
Ich glaube nicht, wie ich es oben schon geschrieben habe, das staatliche Institutionen überhaupt in der Lage wären den Content auf den Plattformen so zu moderieren, dass am Ende alle zufrieden wären.
Aus meiner Sicht heraus empfinde ich die Sperre von RT angebracht und notwendig, weil gerade jungen Menschen auf YT Gefahr laufen, von Falschinformationen stark beeinflusst zu werden.
Und dennoch sehe ich auch die Gefahr der Monopolisten im Netz, die zwangsweise diese Aufgabe übernehmen müssen, weil es der Staat die letzten Jahrzehnte verpasst hat, dem neuen Medium Internet und all dessen Auswüchse genug Beachtung zu schenken.
Zur Einordnung, laut dem Artikel bei Wiki Content-Moderation – Wikipedia
gibt es weltweit wohl mehrere 100.000 Content-Moderatoren, die sich nichts anderes als den ganzen Müll im Netz anschauen müssen.