Guenter
49
Dass die Module 25 Jahre halten werden, das kann schon sein. Ebenso die Unterkonstruktion. Aber bei den Kabeln, die das ganze Jahr über der Witterung ausgesetzt sind, bin ich skeptisch. Was ganz sicher nicht solange hält, ist der Wechselrichter (das Teil, was aus dem Gleichstrom vom Dach dann Wechselstrom macht, den man einspeisen und oder im Haus verwenden kann). Etwas mehr als 1000 Euro an Reparaturkosten sollte man also schon ansetzen bei 25 Jahren Laufzeit.
Außerdem habe ich mutmaßlich den Solarteuer mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis in ganz Thüringen gefunden 
Aber unter 10 ct/kWh Gestehungskosten liegt eine typische Einfamilienhaus-Anlage
schon. Jedenfalls wenn sich die Käufer bei der Suche nach einem guten Angebot soviel Mühe geben, wie man es z. B. beim Autokauf üblicherweise tun würde.
Garruk
50
Wenn du ordentliche Kabel benutzt, dann sollten diese 30 Jahre den Wetterbedingungen standhalten. (Fehler bei der Installation ausgenommen). Die Kabel selbst sind vergleichsweise billig. Da reden wir von so rund 1€/Meter. Ordentlich geplant lassen sie sich einfach mit den Solarpanels neu verlegen. Bei einer Nachträglichen PV-Anlage hat man natürlich das Problem, dass beim Bau des Hauses damit nicht geplant wurde.
Der Wechselrichter hält ungefähr 15-20 Jahre, den musst du auf jeden Fall erneuern. Das sind so ungefähr 1k€ für 10kWp (Hatte ich mit eingerechnet, andere größere Wartungskosten nicht).
Problematisch wird es eher nur, wenn die Zellen unterschiedlich lange halten, dann müssen die mehrfach ausgetauscht werden, oder man hat halt eine Zelle weniger. Dafür habe ich allerdings auch vorsichtig mit nur 800kWh/Jahr/kWp gerechnet. Eigentlich sind es in Deutschland eher 950kWh/Jahr/kWp bei 30°-35° Dachneigung Richtung Süden.
Mit der Installation hast du natürlich recht und da gibt es einige Anbieter die schnell mal 50% mehr verlangen. War das bei dir ein Neubau?
Aber selbst wenn ich die Wartungskosten auf 4k€ steigere und die Installationskosten um 3k€ erhöhe, dann bin ich immer noch bei unter 10ct/kWh, wie du geschrieben hast - unter den Werten der Quelle.
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Guenter
51
Nein. Aber ein einfach zugängliches Flachdach.
AlexS
52
Wir haben damals 3 Angebot von Installateuren aus der Region eingeholt, sind dann schlussendlich bei Panels von Hecker Solar gelandet mit 20 Jahren Garantie bei Defekt und 25 Jahre Leistungsgewährleistung: 10 Jahre 90 %, 25 Jahre 80 %
Man kann sich auch hier schon Planungssicherheit einkaufen.
Was uns damals noch mit empfohlen wurde über die Laufzeit mit einzukalkulieren, ist eine Reinigung der Panels was sich am Wirkungsgrad erkennen lässt. Pauschal wurde mal alle 5 Jahre gesagt, was allerdings auch vom Standort abhängig ist. Schlägt wohl ungefähr bei 18 Panels mit ~250€ zu buche.
Beim Gesamtpreis über die Jahre fällt das aber kaum ins Gewicht.
Wuffel
53
Ich denke es wird immer auf 20 Jahre gerechnet, da so lang die Einspeisevergütung gezahlt wird, da nur in diesem Zeitraum der Ertrag durch die Einspeisung fest und dadurch zu kalkulieren ist.
Zur Berechnung der Kosten je kWh: hier sollten auch jährliche Betriebskosten mit einkalkuliert werden
z.b.: Versicherung, Reinigung, ggf. Wartung oder Reparaturen die nicht durch Versicherung und Garantie abgedeckt werden, Kosten für den Zähler (bei uns 15 € im Jahr). Dann können schon Kosten von über 10ct/kWh ergeben. Ich finde hierfür folgenden Rechner sehr bedienerfreundlich:
https://www.dgs-franken.de/service/stromkostenrechner/
Zur Berechnung, ob sich die Anlage in 20 Jahren amortisiert, hat die Stiftung Warentest einen Rechner:
Hier kann man auch die Finanzierungskosten mit einkalkulieren. Unter bestimmten Bedingungen z.B.:
Anlagenleistung von 860 kWh/kWp (das ist die Leistung unserer Anlage)
Eigenverbrauch 25%
Strompreiserhöhung 1%
Inbetriebnahme Dezember 2022
Finanzierungskosten 2% bei 6 Jahren Rückzahlung
keine Einkommens- und Umsatzsteuerpflicht
kann es sein das die Anlage sich in 20 Jahren nicht rechnet.
Man kann im Detail über die einzelnen Eingaben streiten, jedoch ist es meines Erachtens nicht mehr so das eine PV-Anlage immer eine sichere Rendite bringt. Insbesondere wenn man folgende Faktoren zusammen betrachten:
- sinkende Einspeisevergütung
- steigende Modulpreise
- mittelfristig sinkender Strompreis (wie von der Regierung beabsichtigt)
kann es dazu führen das Anlagen nicht mehr wirtschaftlich sind.
Ich muss noch einmal betonen. Ich hab kein Problem mit der PV-Plicht auf Neubauten. Ich halte sie jedoch nur für eine Symbolpolitik da einerseits die Dächer von Neubauten nur einen geringen Teil der Gesamtdachfläche ausmachen anderseits das Problem der Wirtschaftlichkeit nicht gelöst wird.
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Garruk
54
Das ändert aber nichts daran, das die Anlage trotzdem 25+ Jahre hält. Selbst wenn du keine Einspeisevergütung mehr bekommen solltest, dann kannst du immer noch den produzierten Strom selber nutzen. 20, 25 oder 30 Jahre ist schon ein großer Unterschied. Was meinst du mit Anlagenleistung 860kWh? (860kWh ist Energie und keine Leistung)
JoE123
55
Meine Fotovoltaik Anlage trägt sich komplett selbst. Zu 100 % kreditfinanziert. Also ich kann das Gejammere wirklich nicht verstehen. Wir brauchen eine Pflicht.
In 15 Jahren ist sie abbezahlt und ab dann verdiene ich Geld damit. Ich freue mich, wenn ich dann das Studium der Kinder damit Teil finanzieren kann.
Okay, habe auch noch eine Scheune und damit 30kwp, aber auch kleine Anlagen lohnen sich.
Insofern: aus meiner Sicht ist man dumm, wenn man das nicht auf sein Dach drauf macht (zumindest bei Neubau oder günstiger DachAusrichtung)
Ich verstehe aber, dass wenn man ein Haus baut, man sich um so viele Dinge kümmern muss, dass man nicht an die Solaranlage denkt. Darum ist die Pflicht gut!
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Wuffel
56
Entschuldige bitte 860kWh/kWp. Das war ein Flüchtigkeitsfehler, habe ich korrigiert.
Du hast natürlich vollkommen recht, dass die Anlagen länger laufen können und man den Strom danach weiterhin verkaufen und selber nutzen kann.
Ich komme jedoch mit dem oben verlinkten Rechner und bei einer 30 jährigen Laufzeit und 950 kWh/kWp auf Stromgestehungskosten von 7,7 Cent/kWh. Das wäre dann immer noch höher als die Einspeisevergütung.
Der Eigenverbrauch der Anlagenbesitzer „subventioniert“ dann die defizitäre Einspeisung. Das hat natürlich den positiven Effekt, dass die Anlagenbesitzer ihren Eigenverbrauch optimieren (z.B. dadurch, dass große Verbraucher in der Zeit betrieben werden, wenn der eigene Solarstrom produziert wird).
Es hat jedoch auch den Nachteil, dass die Anlagen anhand des Eigenverbrauchs gebaut werden und nicht anhand dessen, was die Dachfläche ermöglicht.
Wenn wir unser Ziel des Photovoltaikzubaus erreichen wollen, sollten wir jedoch die Dachflächen maximal ausnutzen. Dazu sollte die Einspeisevergütung wieder auf ein kostendeckendes Niveau angehoben werden.
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LIM
57
Das stimmt 
Wenn schon die Handwerker kommen usw. sollte doch direkt das ganze Dach genutzt werden.
Was dazu noch betragen könnte:
Günstigere Speicher, sodass der Eigenverbrauch wirtschaftlich erhöht werden kann.
Oder die Möglichkeit zu einem ausgehandelten Preis „dem Nachbarn den Strom zu verkaufen“ → Gewinn für beide
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Einfach durch den regionalen Stromanbieter Photovoltaik auf jedes Dach und einspeisen lassen, insofern der Besitzer den Strom nicht selbst verbraucht. Natürlich macht der Besitzer so durch den Stromverkauf keinen Gewinn aber darum geht es ja auch nicht! Es geht darum, Potential zu nutzen und dabei alle mitzunehmen. Und Photovoltaik auf dem Dach hat 0 Nachteile für den Besitzer ausser, dass die Feuerwehr glaubt, anders löschen zu müssen. Insofern sollte die Akzeptanz für eine solche Lösung sehr hoch sein…ausser bei jenen die in einer Solaranlage eine Geldanlage sehen. Strom sollte jedoch in einer gewissen Menge Allgemeingut sein. Ohne geht halt nix.
Olaf.K
59
Was mir bei der Sache missfällt: warum ist die öffentliche Hand nicht Vorreiter und pflastert ihre eigenen Liegenschaften damit voll.
Warum verdonnert der Bund nicht die Bahn auf jedes ihrer Gebäude eine Solaranlage zu bauen.
U.s.w.
Ich weiß das auf dem Neubau des Auswärtigen Amtes eine Solaranlage installiert ist, aber zu meiner Zeit in den Ministerien, war das die einzigste bei allen in denen ich tätig war.
Da hätte Habeck sicherlich Recht einfaches Spiel ordentlich Leistung auf’s Dach zu bringen.
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Auf dem BMWi gibt es auch schon länger eine PV-Anlage. Aber in der Tat, die öffentliche Hand ist da ein schlechtes Vorbild. Da frage ich mich schon länger wieso man zu den Phasen der hohen Einspeisevergütung nicht überall PV installiert hat. Den Staatsfinanzen hätte es sicherlich nicht geschadet.
Da kann ich mir nur vorstellen, dass es rechtlich kompliziert gewesen wäre (sich quasi eine eigene Subvention geschaffen, die aber nicht Steuer heißt). Oder an der Zuständigkeit / Bürokratie scheitert. Behörde A ist zuständig, Behörde B bekäme das Geld und auf Dach von Behörde C ist der Spaß und die hat nichts davon uns sagt aus Prinzip nein. Wäre interessant da Insights zu bekommen.
Weil der Bund 16 Jahre lang von der CDU geführt wurde.
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33/40, oder? Es gab zwei Legislaturperioden Rot-Grün (insg. '98-'05)
Spannende Diskussion hier! Auch wenn es schon von anderen erwähnt wurde: Rechtlich, meine ich, kann man eine solche Pflicht tatsächlich regeln. In mehreren Ländern wurde sie ja schon eingeschränkt umgesetzt. Vielleicht ist der gesamte Denkmalschutz ein gutes Beispiel, um zu zeigen, dass unser Recht auch an anderer Stelle Eigentümer weitreichende Belastungen zumutet. Da geht es auch um ein öffentliches Interesse (Erhalt von Baukultur), für das der einzelne Eigentümer zur Kasse gebeten wird. Und das - anders als bei einer PV Anlage - oft ganz ohne oder ohne ausreichende Förderung, die die notwendigen Investitionen nach einigen Jahren voll amortisieren.
Zu Ausgestaltungsmöglichkeiten einer PV-Pflicht, die auch dem Umstand Rechnung tragen, dass das nicht jeder Eigentümer will und sich vielleicht auch nicht jeder leisten kann, haben meine Kollegen und ich bei der Stiftung Umweltenergierecht gemeinsam mit dem Öko-Institut im Auftrag des Umweltbundesamts eine Studie verfasst. Sie ist hier abrufbar: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/photovoltaik-pflicht-verpachtungskataster-optionen
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Wuffel
64
Auf der Suche nach einem Mieter für meine Dachfläche bin ich auf folgende Aussage gestoßen:
" Und das sind die Tatsachen: Durch die stetig sinkende Einspeisevergütung lohnt sich die Investition für Anlagenbetreiber nur noch ab einer beträchtlichen Mindestgröße. Manche setzen eine Leistung von 30 kWp als Untergrenze, andere eine Dachfläche von 600 m². Tendenz: steigend. Mit Stand 2022 muss häufig sogar schon eine Fläche von 1.000 m² vorhanden sein. Einfamilienhäuser mit den üblichen ca. 50-100 m² Dachfläche sind davon weit entfernt.
Fazit: Selbst die meisten Scheunen und Reithallen bieten kein ausreichend großes Dach für die Verpachtung. Allenfalls Gewerbe-/Industriehallen und Großställe bzw. Freiflächen sind heute noch rentabel für die Investoren. Das Eigenheim ist für die Dachvermietung nicht mehr geeignet." Quelle
Der Vorschlag des Verpachtungskatasters ist nur sinnvoll wenn ein Nachfragemarkt dafür geschaffen wird. Im ungünstigsten Fall wird dann zukünftig jeder Hausbesitzer seine Fläche fleißig in das Kataster melden ohne das auch nur eine Anlage dadurch realisiert wird.
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Guenter
65
Ich denke nicht, dass man überhaupt Bedingungen schaffen kann, unter denen es attraktiv ist, auf ein fremdes EFH eine PV-Anlage zu bauen. Das fängt ja schon mit dem Risiko an, dass das Dach mal undicht wird und für die Reparatur die PV-Anlage (teilweise) demontiert werden muss. Oder der Eigentümer führt irgendwann einen Schaden am Dach auf die Installation der PV-Anlage zurück. Dann kann der Eigentümer Pleite gehen und das kommt in die Zwangsversteigerung. Nun ist mein Vertragspartner abhanden gekommen. Etc. pp.
Und all diese Risiken für einen Investition von knapp über 10.000 Euro und einer jährliche Stromproduktion im Wert von (wenn’s hoch kommt) 1000 Euro? Soviel kostet es doch schon, wenn sich ein Profi mal einen Arbeitstag mit all diesen Unwägbarkeiten beschäftigt.
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Jiriki
66
und warum gibt es dann Firmen, die Dachflächen für PV-Nutzung pachten?
Suche mal unter Dach PV verpachten. Ob es sich für den hausbesitzer lohnt, ist eiine andere Sache, denn der Ertrag ist sicher niedriger, als wenn man selbst PV auf das Dach setzt. Aber wenn man sich das nicht leisten kann oder lieber einen stabilen Ertrag möchte?
Allerdings sollte das Dach wohl schon zuerst renoviert werden, damit es auch ein paar Jahre hält. Wenn man damit gleich etwas besser isoliert und dafür auch noch KfW-Förderung einholt, sollte auch das sich rentieren.
Es gibt auch Landwirte, die Ackerflächen pachten. Aber die sind sicher nicht an 500 m2 hinterm Haus interessiert, sondern denken in Hektar.
Eine Anlage auf einem EFH liefert im Jahr, wenn es gut läuft, an die 10.000 kWh. Das sind bei den jetzigen Einspeisetarifen ca. 700 Euro. Aber lass es 1500 Euro sein von mir aus. Daraus muss ein Betreiber die Investitions- und Finanzierungskosten erwirtschaften, das Risiko abdecken, seinen eigenen Profit abzwacken, etc. Wie hoch soll da die „stabile“ Dachpacht für den Hausbesitzer sein? 100 Euro im Jahr?
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Jiriki
68
Punkt für Dich, aber nicht, weil Deine Argumentation stimmt (sie ist ja logisch), sondern wil ich nicht ordentlich geschaut habe. Die Nachfrager nach Dachflächen wollen mindestens 600 m². Mit vielleicht etwas weniger geht es bei polarstern-energie.de für Mieterstrom im Mehrfamilienhaus. Die bieten dann aber auch allen Mietern (günstigen?) Mieterstrom an und verdienen auf beiden Seiten.
Wenn man kein Geld hat, kann man stattdessen PV-Anlagen mieten. Ob sich das aber lohnt, muss man auch geneu durchrechnen.
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