LDN267: Auswirkungen von 2G auf Impfquote überschätzt

In der LDN267 sprecht ihr an, wie stark die Impfungen seit Einführung der 2G-Regelung gestiegen sind.

Leider ist die Darstellung auf https://impfdashboard.de/ nicht so gut, aber schaut man sich das Diagramm „Täglich verabreichte Impfdosen“ genauer an, wird deutlich, dass der Großteil Boosterimpfungen sind, z. B. am 17.11. 382.000 von 504.000.

Ich habe mir mal die Daten von dort heruntergeladen und ein einfaches Liniendiagramm über den Verlauf von Erst- Zweit- und Drittimpfungen erstellt. An den Erst- und Zweitimpfungen hat sich quasi gar nichts getan.

Für Enthusiasmus zu überzeugten Impfskeptikern ist es leider noch zu früh.

Hier der Downloadlink, wenn sich jemand selbst die Daten anschauen will. Die Datei kann in Excel geöffnet werden.
https://impfdashboard.de/static/data/germany_vaccinations_timeseries_v2.tsv

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Das mag sein, aber es geht auch darum geimpfte Bürger die eine unverschuldete schwere Erkrankungen haben vor gefluteten Intensivstationen zu schützen. Und es ist richtig nur noch freiwillig Ungeimpfte auszuschließen, da es rechtlich keine Grundlagen gegen Geimpfte gibt. Wären alle geimpft wären diese Inzidenzen völlig egal, da Geimpfte weniger ansteckend sind und kaum schwere Verläufe haben, also nicht die Krankenhäuser sinnlos belasten.

Außerdem werden die härteren Regeln in der Arbeitswelt mit Sicherheit helfen, weil da geht es irgendwann ans Geld und das hilft oft genug.

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Wenn 2G auf ungeimpfte motivierend wirken soll, so müssten diesen gegenüber Boosterimpfungen eine gewisse Priorität bei der Terminierung eingeräumt werden. Wir wollen die Leute ja möglichst niederschwellig erreichen. Genau das ist aber nicht der Fall. Bei Doclib in Berlin ist es sogar so, dass es zwar für Zweitimpfungen und Booster in 4-6 Wochen Termine gibt, aber keine für Erstimpfungen.

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Ich kann hier keinen Zusammenhang zu meinem Beitrag sehen. Phillip und Ulf haben sich in der LDN darüber gefreut, dass die Anzahl der Impfungen gestiegen ist, und sehen als Grund 2G.

Ich habe darauf hingewiesen, dass die Zahl der Erst- und Zweitimpfungen tatsächlich gar nicht gestiegen ist. Es fehlt also aktuell die Evidenz für die Aussage: „2G hat schon jetzt zu mehr Impfungen geführt“.

Kann natürlich sein, dass es in einer Woche anders aussieht, Stand jetzt ist keine Trendänderung erkennbar.

Zum für und wider von 2G habe ich mich gar nicht geäußert.

Nebenbei bemerkt sind die Inzidenzen nicht völlig egal. Bei einer höheren Impfquote insbesondere der über 60-Jährigen könnten wir uns die aktuellen Inzidenzen wohl leisten, aber nicht beliebig viel. Ich rechne hier gerne mit Verdopplungen, um der exponentiellen Entwicklung Rechnung zu tragen. Aktuell sind wir bei 340 Inzidenz, nur drei Verdopplungen später wären wir bei 2720. Eine solche Inzidenz würde selbst bei 100% Impfquote noch Probleme machen.

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In der Datei, auf der du verlinkt, ist doch zu sehen, dass die Zahl der Erstimpfungen wieder steigt. Aktuell sind es knapp 320.000 Erstimpfungen pro Woche. Vor wenigen Wochen waren es ein bisschen über 200.000, wenn ich das am Smartphone richtig sehe.

Das sind immer noch zu wenige Impfungen, aber einen Effekt gibt es schon zu sehen.

Ist ja auch richtig so. Die hatten lange genug Zeit. Jetzt erstmal den Schutz derer aufrecht zu erhalten, die sich schon seit längerem vernünftig verhalten, ist angemessen.

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Emotional verständlich aber epidemiologisch nicht sinnvoll. Am Ende machen wir alle Maßnahmen überwiegend, weil es noch so viel Ungeimpfte gibt, die höhere Risiken haben und das Gesundheitssystem mit höherer Wahrscheinlichkeit belasten werden.

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Danke dir, habe hier mal rollierend die Summe der letzten 7 Tage aufgetragen. Bei den Erstimpfungen sieht man so tatsächlich eine kleine Steigerung. Evtl. könnte die sogar noch größer sein, wenn es genug Termine gäbe.

Was mir dabei am meisten Sorgen macht: Um in den verbleibenden 5 Wochen des Jahres die restlichen 12,9 Mio Erwachsenen zu impfen, bräuchten wir statt aktuell 339.000 dann 2,5 Millionen Erstimpfungen pro Woche. Und dann bräuchte es bis Mitte Februar, bis alle 14 Tage nach der Zweitimpfung voll immunisiert sind und erst dann hätten wir die Welle gebrochen.

Das stimmt nicht. Die Anzahl der Erstimpfungen ist um über 50 Prozent gestiegen in den letzten Wochen. Das ist doch alles in der Datei drin die du in deinem ersten Posting verlinkt hast.

In Spalte „dosen_erst_differenz_zum_vortag“ sind die Erstimpfungen pro Tag. In den letzten siebten Tagen wurden 338.000 Erstimpfungen verabreicht. Dieser Wert lag am 2.11 noch bei 214.000.

Die Zweitimpfungen sind weiterhin eher rückläufig. Aber das die Zweitimpfungen hängen stark von den Erstimpfungen vor ca. 4 Wochen ab. Und die Erstimpfungen waren vor 4 Wochen noch rückläufig.

Die Auswirkung von 2G auf die Erstimpfungen ist klar zu sehen.

Die meisten von denen werden sich aber trotzdem nicht impfen lassen, zumindest solange die Impfpflicht nicht kommt. Und ob man nun 1% mehr hat, oder nicht, macht keinen echten Unterschied, die Welle wird trotzdem durchlaufen. Und da finde ich es absolut moralisch geboten, möglichst viele derjenigen optimal zu schützen, die sich seit langem konstruktiv verhalten, und nicht diejenigen, die letzte Woche vielleicht noch auf 'ner Leugnerdemo waren und jetzt aber doch ganz schnell geimpft werden wollen, damit sie rechtzeitig zu Silvester noch 2G-Status bekommen.

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Man muss da unterscheiden. Kurzfristig werden die Impfungen nicht helfen, da werden wir wahrscheinlich härtere Maßnahmen benötigen. Ein Lockdown ist leider nicht mehr unwahrscheinlich.

Deutschland erhält bis Ende des Jahres noch ca. 36 Millionen Impfdosen. Das wird die Welle bremsen. Im Januar wird dann die Hälfte der Bevölkerung frisch geimpft sein und damit wenig an der Ausbreitung des Virus beteiligt sein. Und infiziert sich ein frisch Geimpfter dann doch, ist die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs deutlich geringer als im Moment. Das wird die Situation deutlich entspannen. Aber bis ein Effekt der Impfungen eintritt, dauert es noch viele Woche.

Dann bleibt da noch die langfristige Sicht. Wir werden früher oder später mit der nächsten schweren Welle zu kämpfen haben, wenn die Impfquote nicht deutlich gesteigert wird. Das muss jeder verantwortliche Politiker begreifen.

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