LdN250 Armin Laschet lacht bei Flutkatastrophe

Hallo und herzlich willkommen zurück aus der Sommerpause :slight_smile:
Habe die Lage vermisst und mich sehr auf die neueste Folge gefreut. Danke für die wie immer super zusammengetragenen Informationen!

Ich möchte hier lediglich einen Gedanken einbringen, den ich beim Hören hatte, und zwar titelgetreu zu diesem ganz speziellen Vorfall während der Rede von Bundespräsident Steinmeier. Ihr habt diese Situation gut einsortiert und recht stark verurteilt, aber gleichzeitig auch Spielraum gegeben und das Verhalten von Armin Laschet ein wenig relativiert.
Dem möchte ich auch gar nicht widersprechen, geht ja nicht um politische Inhalte sondern die Einschätzung über menschliche Verhaltensweisen und das ist sehr subjektiv, muss jeder selbst für sich empfinden und einordnen. Ich möchte lediglich meine persönliche Sichtweise anhand eines Beispiels aufzeigen, das - so wie ich finde - jeder mit Situationen aus seinem eigenen Leben als Spiegelexperiment testen kann.

Das Beispiel ist: Ich bin im mittleren Management und stelle mir vor, dass mein Chef vor der gesamten Belegschaft eine Rede hält und erklärt, dass ein großer Teil der Mitarbeiter entlassen wird. Ich stehe in zweiter Reihe zusammen mit meinen Kollegen und lache herzhaft über einen Witz während mich alle Mitarbeiter beobachten können.

Für mich persönlich bedarf das keiner Überlegung, das würde mir nicht passieren. Nicht im Traum. Und nicht nur aus Taktgefühl gegenüber den Betroffenen im Publikum sondern auch weil ich dadurch jeglichen Respekt vor meinen eigenen Mitarbeitern verlieren würde, eventuell sogar meinen Job. Und das Beispiel ist im Vergleich zum real Geschehenen bei der Flutkatastrophe noch wirklich harmlos. Den Rückkehrschluss zu Armin Laschet kann man sehr einfach selbst ziehen, muss ich denke ich nicht ausdeklinieren.

Wie gesagt, jeder muss sich selbst ein Bild davon machen. Für mich ist lediglich diese Analogie wichtig und ich wollte sie gerne teilen.

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Ich habe mal im Laienbereich Theater gespielt. Da wurde uns nahe gebracht auch in der 2. oder 3. Reihe „Präsenz“ zu zeigen um die Aufmerksamkeit des Publikums auf dem aktuellen Geschehen zu belassen.

Die mangelnde Präsenz von Laschet auf der Bühne dieser Pressekonferenz ist unentschuldbar. Vor allem da das Stück das da aufgeführt wurde nur 20-30 Minuten gedauert hat.
Das ist bei weitem mehr als nur unprofessionell das können selbst Kinder besser.

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Mein erster – zugegeben naiver – Gedanke war: lass ihn doch lachen, wenn ich Keller ausräume mach ich auch gerne Sprüche um meinen eigenen Stress abzubauen oder die Stimmung zu heben. Am Ende sind es doch die Taten die sprechen.

… Dann wurden mir viele Tragödien vor Augen geführt und ich musste das revidieren. Auch wenn für mich Taten der wichtigere Maßstab sind, in dieser Position, in dieser Kulisse zählt für einen Kandidaten aufs Kanzleramt auch die Form und der staatstragende Stil, also war es nicht angemessen.

Und die Taten… haben mich unabhängig davon bisher nicht überzeugen können.

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Wir haben so viele Probleme in diesem Land. Und dann gibt es so viele Menschen, die sich über solche Lappalien:

  • Laschet: Lachen, nicht „wissenschaftlich“ im Buch arbeiten

  • ALB : Lebenslauf aufmotzen, nicht „wissenschaftlich“ im Buch arbeiten

Ich bitte euch. Das dürfen doch keine großen Themen im Wahlkampf sein. Wenn ein Kanzlerkandidat „richtige Fehltritte“ hatte, die genauer beleuchtet werden sollten, dann sind das die vom Herrn Scholz (cumex, wirecard).

Und ich finde es extrem schlimm und nicht nachvollziehbar, warum man mit solchen Sachen immer von den wichtigen Themen ablenken will.

Ich finde es schon wichtig, da es mir sehr viel über den Charakter und die mittlere Aufmerksamkeitsspanne dieser Person zeigt.
Leider wird das wieder so eine Wahl wo man nur das kleinere Übel wählen kann.

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Wäre Laschet nicht der Kanzlerkandidat, mit immer noch den höchsten Chancen das Amt auch zu bekommen (auf Grund der Parteizugehörigkeit, nicht wegen seiner persönlichen Erfolge), wäre es wahrscheinlich wirklich eine Lappalie.
Und so lange Inhalte kaum zu finden sind im Wahlkampf, muss man sich halt am Auftreten einer Person ein Bild machen.
Hier sind viele Menschen gestorben und noch viel mehr haben ihre Existenz verloren, dann muss man sich halt mal zusammen reißen und nicht den Karneval-Kasper mimen.
Jeder hat von uns sicher im Job gewisse Verhaltensregeln, nur keiner von uns kandidiert für so ein Amt.

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Das könnte ich auch gerne…den Charakter an einem einzigen Bild ablesen. Aber das ist wohl nur wenigen gegönnt :frowning:

Der Grund, warum alle drei Kandidaten Kanzlerkandidat sind, ist bei jedem die Parteizugehörigkeit (oder das Geschlecht)

Meine Eingangs genannte Analogie versucht genau das darzustellen und näher zu bringen.
Versetzen Sie sich doch einmal in die Situation von Armin Laschet während dieser Rede, oder auch gerne in die aus meinem Beispiel. Würden Sie in der Lage sein zu lachen? Wenn Sie wüssten, dass zum Beispiel Ihre Familie zuschaut, würden Sie lachen?
Mich persönlich würde es mit tiefster Scham erfüllen wenn mir auch nur ein Grinsen herausrutschen würde. Mehr noch, ich kann mir nicht einmal vorstellen in so einer Situation überhaupt so etwas wie Humor zu empfinden und der Person die dort meint Witze erzählen zu müssen würde ich die Leviten lesen ob so einer Geschmacklosigkeit.

Ja, man kann problemlos an einer einzelnen, solch extremen Situation sehr viel über den Charakter eines Menschen ablesen. Wenn man es will.

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Mal kurz abgesehen davon, was das ganze jetzt über Laschets Charakter und seine Befähigung für das Kanzleramt aussagt:
Laschet bzw die CDU/CSU drücken sich den gesamten Wahlkampf schon vor jeder inhaltlich verbindlichen Aussage. Die Grünen (& zum Teil auch die SPD), im Gegensatz dazu, kann man inhaltlich kritisieren, weil sie konkrete inhaltliche Forderungen und Ziele haben.
Es ist also auch Schuld der Union selbst, dass sich bei ihr nicht so gut auf konkrete Inhalte fokussiert werden kann.

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Sehe ich nur teilweise so. Natürlich sagt die CDU/CSU inhaltlich nicht. Aber das hält sich auch bei den Grünen und der SPD deutlich in Grenzen. Keine der Parteien will noch irgendwo anecken. Wenn ich mir mal die Grünen vor 15 Jahren anschaue, da hatten die noch wirkliche Vorschläge. Seitdem haben die auch ihr Profil verloren. Aber in Deutschland gewinnt man halt keine Wahlen mitt Steuererhöhungen und Visionen sondern mit Kontinuität und Geschenken.