LdN230 Mietdeckel, Bezahlbarer Wohnraum durch Änderung der Bauvorschriften zu Gunsten mobiler/alternativer Wohnformen

Liebes LdN Team,

Zunächst einmal vielen Dank an dieser Stelle für die wunderbare Arbeit des gesamten Teams.

Zum Thema Mietdeckel in der letzten Folge LdN230 habe ich etwas zu kommentieren.
Ihr erwähnt, dass es als alternative zu einem Neubau mit etwa 15€ Kalmiete nur eine einzige andere Möglichkeit gibt, bezahlbaren Wohnraum zu generieren. Nämlich den sozialen Wohnungsbau.
An dieser Stelle möchte ich auf das Thema der Anpassung der deutschen Bauvorschriften zu Gunsten alternativer/mobiler Wohnformen hinweisen.
Die Thematik der Tiny Houses und anderer mobiler Wohnformen ist in aller Munde, aber leider auf Grund der veralteten Bauvorchriften in Deutschland nachwievor illegal.
Diese Form des Wohnens wäre allerdings in vielen Bereichen eine weitere Möglichkeit, bezahlbaren Wohnraum zu generieren. Und das sogar mit sehr geringem ökologischen Fußabdruck und ohne weitere Flächenversiegelung.
Es gibt also durchaus auch andere Methoden als der von euch erwähnte soziale Wohnungsbau.

Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Aussage noch einmal überdenkt und euch vielleicht mit eurer medialen Tragweite daran beteiligt, diese Art des Wohnens und Lebens zu thematisieren und vielleicht eines Tages legal möglich zu machen.

Falls Interesse besteht, der Verein https://einfach-gemeinsam-leben.info/ informiert über diese Wohnform und setzt sich für eine Änderung der deutschen Bauvorschriften ein.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,
J. Beier

Die Anpassung im Baurecht ist auf jeden Fall überfällig. Tony houses sind aber eigentlich nur für überzeugte Menschen oder halt Studenten etc. eine wirkliche Option. Zudem fehlt die Grundfläche in der Stadt ja trotzdem.

Für Singles, Paare, Kleinfamilien, Studenten, Obdachlose und solche die wirklich Lust auf sowas hätten (mich inklusive) wäre das aber eine gute und günstige Möglichkeit.

Tiny Houses sind zwar eine ganz nette Idee und die Anpassung der Vorschriften überfällig, eine Lösung für Wohnraummangel sind sie aber absolut nicht.
Ein Tiny House als solches hat vielleicht insgesamt wenig Platzverbrauch im Vergleich zur Wohnfläche/Funktionalität, es wäre aber trotzdem um Welten effizienter einfach einen großen Wohnblock an Sozialwohnungen zu bauen, statt eines Platzes mit Tiny Häusern. Allein schon aufgrund der limitierten Anzahl an Etagen und der Tatsache, dass sie meistens einzeln bzw lose in Gruppen nebenienander und nicht miteinander verbunden oder aufeinander gestapelt verwendet werden, verlieren sie, was Wohnraum pro Fläche angeht, gegen „normale“ Wohnblocks.
Insbesondere in großen Städten mit einem Mangel an freier Fläche also nicht wirklich sinnvoll.
Abgesehen davon sind sie momentan auch noch sehr teuer und damit für die Zielgruppe, die ein Problem mit bezahlbarem Wohnraum hat, ungeeignet.

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So sympathisch diese kleinen Häuser sind, wenn man eh grad temporär nichts mit einer Fläche anfangen kann, aber

stimmt nicht, bzw. nur insofern die kleinen Häuser tatsächlich Hauptwohnort sein sollten, was sie allerdings in den seltensten Fällen sind. Und insofern man festsetzt das die Flächen nicht genau dafür versiegelt werden. Im Kern geht es also um die Nutzung von Flächen.

Insofern eben nicht nur temporär und die Baufläche stadtnah gelegen, ist die bessere Frage - wieso nicht direkt normale Wohnungen? Die könnte man auch „tiny“ bauen.

Wenn die Fläche nicht nah zur Versorgung (Stellplatz beim Bauernhof) ist, braucht man wiederum ein Auto. Ja, genau, das teuerste und ressourcenintensivste Verkehrsmittel.

Kann sein das manche denken sie würden damit Ressourcen sparen, aber da hat man die Rechnung wohl ohne Rebound-Effekt gemacht. Wenn man Ressourcen einsparen will geht das über gemeinschaftliche Wohnformen und eine Bepreisung der Ressourcen.

Es ist eine Möglichkeit temporär Wohnformen unterhalb der allgemeinen Standards zu etablieren.
Um einen gewissen Standard zu erreichen erfordern die „Tiny Houses“ ein enormes Maß an Eigenmitteln und Selbstorganisation. Wenn man hier weniger hip denkt und einfache Wohnwägen und Gartenlauben einbezieht, will man Wohnen in bauliche Anlagen „stopfen“, die von der Größe und den Kontext Freizeitnutzungen entsprechen.

Letzteres mag man vielleicht kurzfristig dulden, weil der Staat auf verschiedenen Ebenen es in großen Teilen versäumt hat sich der Boden- und Wohnraumpolitik anzunehmen. Oder weil die Fläche ungenutzt ist bis zur Entwicklung. Aber die kleinen schicken Häuser sind eben kein Mittel für langfristig bezahlbaren Wohnraum.

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