Das Gesetz ist nun also beschlossen.
Wie funktioniert das Gesetz?
Auf den ersten Blick schafft das neue „GModG“, wie es abgekürzt heißt, viele neue Freiheiten. So fällt zum Beispiel die Vorgabe weg, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden müssen – bislang einer der Hauptgründe, von einer fossilen Heizung auf Alternativen wie die Wärmepumpe umzusteigen. Insgesamt wird es so wieder leichter, einen neuen Gas- oder Ölkessel einzubauen. Stärkeres Gewicht bekommt dafür der Anteil grüner Heizstoffe. Denn ein neuer Heizkessel muss mit wachsenden Anteilen davon betrieben werden: In mehreren Stufen steigt die sogenannte Biotreppe von anfangs zehn auf dann 60 Prozent Bio-Anteil in Brennstoffen an. Letzterer muss von 2040 an in den Heizkesseln verbrannt werden. Parallel dazu soll es eine „Grüngas-/Grünheizöl-Quote“ geben, die über die Jahre ansteigt. Sie startet 2028 bei bis zu einem Prozent und lässt sich auf die Bio-Treppe anrechnen.
Was ändert sich für Eigentümer?
Die Regeln betreffen nur neue Heizungen. Mit dem Wegfall der 65-Prozent-Öko-Vorgabe entfällt auch der Druck, diese über den Einbau einer Wärmepumpe einzuhalten. […]
Im Betrieb allerdings kann die Sache anders aussehen: Zum einen entfällt auf fossile Heizstoffe ein CO₂-Preis, der über die Jahre absehbar steigen wird. Zum anderen dürften die Preise für die erneuerbaren Beimengungen über die Jahre steigen. Eine Untersuchung des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) der Uni Köln kommt zu dem Schluss, dass die Nachfrage etwa nach Biomethan von 2040 an das Angebot übersteigen könnte. Die Preise könnten sich in der Folge „vervielfachen“, warnt das EWI. Und schließlich drohen auch höhere Entgelte für das Gasnetz – und zwar dann, wenn sich immer mehr Hausbesitzer für eine Wärmepumpe entscheiden. Dann müssen die verbliebenen Gaskunden nämlich die Kosten des Gasnetzes unter sich aufteilen. Der Umstieg bleibt also auch mit dem neuen Gesetz reizvoll, sofern er technisch ohne größere Umbauten möglich ist. In den meisten Gebäuden ist das der Fall.
Gibt es hier eine Remind-Me Funktion?
Ich möchte nämlich gerne Geld wetten.
Ich wette 100€, dass diese Biotreppe niemals effektiv zur Anwendung kommen wird, sondern wie alle bisherigen Maßnahmen auch von der nächsten Regierung entweder verschoben oder abgeschafft oder mit einer Subvention (Tankpreis/Gaspreisbremse) in ihrer Wirkung negiert wird.
Denn sobald der Markt den gesetzlich festgelegten Anteil an Biomethan nicht mehr decken kann müssten die Preise für die fossilen Brennstoffe (bzw. die Gemische) ja so stark ansteigen, bis der Bedarf runtergeht. Das heißt: Preise an der Tankstelle und im Gasnetz weit jenseits von dem, was wir aktuell kennen. Dann haben wir wieder die Schreihälse an den Zapfsäulen, die nach Entlastung schreien, obwohl seit Jahren eigentlich klar ist, wo die Fahrt hingeht.
Das stört mich eigentlich sogar am meisten: Ich kann damit leben, den Menschen die freie Wahl zu lassen. Dann sollten sich die Verantwortlichen aber auch hinstellen und sagen: „Liebe Leute, ihr seid frei, aber ihr seid auch selbst verantwortlich. Die Preise für Gas und Benzin werden dramatisch steigen. Das ist kein Unheil, sondern planvolles Vorgehen. Kalkuliert das ein, denn es wird keinen Rabatt mehr geben“.