Die Frage wird ja im Podcast eindeutig mit ja beantwortet, aber so klar ist das nicht. Does Trump Have the Authority to Strike Iran? | Council on Foreign Relations
Es geht um die War Powers Resolution von 1973 ( https://de.wikipedia.org/wiki/War_Powers_Resolution.) ) die dem Präsidenten als Oberbefehlshaber der Streitkräfte weitreichende Befugnisse einräumt. Grundsätzlich muss der Präsident innerhalb von 48 Stunden nach Beginn militärischer Aktionen den Kongress informieren. Und ohne Kongressgenehmigung muss er Kampfhandlungen nach 60 Tagen (das wären diese magischen 8 Wochen von denen immer gesprochen wird) einstellen und Kräfte abziehen (das heißt nicht, dass der Einsatz direkt endet. Solange der Iran noch Gegenangriffe ausführt, kann die US Regierung natürlich noch argumentieren, dass weitere Kräfte notwendig sind, auch die Demokraten werden ab einem gewissen Punkt nicht mehr den Einsatz einfach so stoppen können, solange US Soldaten in Gefahr stehen) wenn keine weitere Ermächtigung vorliegt. Des Weiteren brauch er den Kongress für die Zustimmung zu einem formalen Krieg. Und hier liegt der Knackpunkt: das ist halt Auslegungssache: Trump beruft sich (auch vor der UN) auf Selbstverteidigung, was durch das Gesetz gedeckt wäre (auch wenn er von Krieg spricht) Zweitens ist der Angriff bisher nur auf die Luft beschränkt. Keine Bodentruppen. Was man auch noch unter dieses Gesetz auslegen könnte. Es gibt sozusagen keine Mobilisierung von bspw. Reservisten. Drittens nur der Kongress kann offiziell einen Krieg erklären, formal ist das also kein Krieg. Interessanterweise hatten seit 1945 formell nur der erste Golfkrieg, der Irak 2003 und der Afghanistan Einsatz die Zustimmung des Kongresses. Für bspw. Einsätze in Syrien und Libyen hat Obama auch nicht den Kongress befragt. Und selbst für den Vietnam und Korea Krieg gab es keine Befragung des Kongresses oder formale Kriegserklärung. Es ist in der neueren US Amerikanischen Geschichte absolut nicht ungewöhnlich, dass US Präsidenten dieses Gesetz stark „dehnen“. Das wir (die meisten) wissen, dass das keine Selbstverteidigung ist, ist rein juristisch erstmal egal. Da sich der Supreme Court in außenpolitische (insbesondere militärische) Angelegenheiten nicht einmischt (political question doctrine) gibt es da eigentlich keine Instanz, außer eine Zweidrittel Kongress Mehrheit, die den Präsidenten ernsthaft stoppen könnte oder ihn geht das Geld aus. Denn je länger der Krieg dauert umso mehr Geld brauch die Regierung. Aktuell wird das aus dem normalen Militärhaushalt der US bezahlt. Bspw. Sind die US Flugzeugträger sowieso die ganze Zeit draußen und alle militärbasen außerhalb der usa sind sowieso dauerhaft im Alarmzustand. Und wie gesagt: je länger der Krieg dauert, umso weniger können sich auch die Demokraten raus halten.
Und Völkerrecht ist beiden Parteien in den USA seit Jahrzehnten völlig egal. Es spielt auch im US Recht keine Rolle.
das soll keine Rechtfertigung sein, ich wollte einfach nur nochmal die Faktenlage darstellen.