LdN 468 - Abregelung der Windkraft

Hallo,

prima, dass ihr auch in der aktuellen Folge wieder mehrere Energiewende-Themen angeschnitten habt. Dabei ging es unter anderem darum, dass Windenergieanlagen künftig keine Entschädigung mehr bekommen sollen, wenn sie aus Netzgründen abgeregelt werden (ich denke, ihr bezieht euch auf den vorgeschlagenen Redispatch-Vorbehalt aus dem geleakten Netzpaket).

Ihr sagt dann, es gäbe dafür bessere Möglichkeiten, beispielsweise könne man die Einspeisevergütung in bestimmten Zeiten streichen, bzw. man könne “die richtigen Marktanreize setzen, indem man eben einfach sagt, wenn wenig Strom im Netz ist, dann kriegt man eben viel für den Strom und wenn zu viel Strom im Netz ist dann kriegt man wenig oder muss sogar ein bisschen dafür zahlen dass der Strom abfließt. Damit hätte man genau die richtigen Anreize gesetzt, dann musst Du keine Windkraftanlagen mehr abregeln, dann machen das nämlich die Windkraftbetreiber von selbst.”

Mir scheinen da die Themen Redispatch (“Entschädigung”), einheitliche Preiszone und EEG-Förderung durcheinander zu gehen. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen wäre der Wegfall der Entschädigung für die Anlagenbetreiber tatsächlich problematisch, da die Anlagen heute oft in Zeiten positiver Marktpreise abgeregelt werden, in denen sie bisher den Großhandelspreis und die Marktprämie bekommen. Das liegt daran, dass z.B. Stromnachfrage im Süden und die Windkrafteinspeisung im Norden zwar hoch sind, aber ein Nord-Süd-Netzengpass den Fluss des Stroms begrenzt. Wollte man nun die Abregelung der Windkraft mit “Marktanreizen” ersetzen, dann müssten die Anlagen vor Ort auch den richtigen Marktpreis sehen - und das müsste dann ein räumlich differenzierter Preis sein (und er wäre im Fall eines Netzengpasses typischerweise im Norden sehr niedrig). Die Politik will aber die einheitliche Preiszone explizit nicht aufgeben, steht schon im Koalitionsvertrag und wurde auch im Energiewende-Monitoring bestätigt. Das heißt, eine Ursache für die ganze Problematik ist (neben dem zu schwach ausgebauten Netz) das Festhalten an dieser einheitlichen Preiszone auch im Fall von Netzengpässen. Und da kann man die von euch geforderten “Marktanreize” eben nicht wirklich umsetzen.

Zu einem gewissen Teil könnte eine Reform der Netzentgelte in diese Richtung zielen - aber das zöge umfangreiche systematische Änderungen in der Entgeltsystematik nach sich (auch Einspeiseentgelte betreffend), würde aber an den Großhandelspreisen nichts ändern. Vgl. hierzu mein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Monopolkommission, Tomaso Duso in fossilfrei: https://www.diw.de/de/diw_01.c.994720.de/fossilfrei_folge-38_monopolkommission_netzentgelte.mp3.html

Überlagert wird all das noch von der anstehenden Reform des EEG, wo es wohl auf Contracts for Difference hinausläuft. Dabei kann man zwar je nach Länge der Referenzperiode gewisse Anreize für einen marktpreisorientierten Betrieb geben und u.a. auch festlegen, dass im Fall negativer Preise keine Marktprämie mehr gezahlt wird (das ist für neuere Anlagen jetzt schon so) - aber das hat beim Vorliegen von Netzengpässen und “falschen” Marktpreisen nicht den richtigen Effekt (zumindest solange der einheitliche Marktpreis nicht negativ ist).

Lange Rede, kurzes Fazit: wenn man an der einheitlichen Preiszone festhalten will, ist die von euch geforderte “Marktlösung” nicht so einfach umzusetzen, und man muss mit zweit- oder drittbesten, kleinteiligen und lokalen Regelungen wie “Nutzen statt Abregeln” arbeiten.

Grundsätzlich stimme ich aber völlig zu: alles, was man in dieser Richtung tun kann, ist immer noch besser, als den Ausbau der Erneuerbaren und vor allem der Windkraft pauschal abzubremsen - zumal die Trends in letzter Zeit ja durchaus positiv waren, ich erlaube mir hier noch den Verweis auf den DIW Energiewende-Monitor: https://www.diw.de/de/diw_01.c.998793.de/publikationen/wochenberichte/2026_07_1/energiewende-monitor__positiver_trend__aber_noch_mehr_tempo_noetig.html

Viele Grüße, Wolf

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Indem Kontext fände ich es spannend ob es möglich (und sinnvoll) wäre für Stromspeicher regional und lokal abweichende Preise zu haben - also ist es möglich die Netzdienlichkeit in einen Preis umzuarbeiten, den nur ein Teil des Marktes sieht und damit durch Marktanreize die Netzdienlichkeit der Stromspeicher zu motivieren
Dazu auch nochmal an euch @vieuxrenard - die Speicher sind nicht per se Netzdienlich - siehe das Beispiel der Stromspeicher in Süddeutschland die die Nord-Süd Trasse zusätzlich belasten (Ergänzung und Präzisierung zu Batteriespeichern)

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Momentan sind ja die seit Jahrzehnten (Seehofer… Verbuddeln… murmel murmel) geplanten HGÜ alle genehmigt und im Bau - das sind immerhin 4x2GW Nord-Süd Kapazität, und ein paar kleinere Leitungen werden auch dazugebaut. In wenigen Jahren sieht das Netz also “durchlässiger” aus, auch wenn ich es nicht kommen sehe, dass die Fiktion der Kupferplatte damit wiederhergestellt ist oder überhaupt wirtschaftlich wieder hergestellt werden kann, während manche Experten (Prof. Christof Bauer, TU Darmstadt, ist mir da in einem Geladen-Podcast unangenehm aufgefallen) glauben, Netzengpässe seien ein Übergangsphänomen und die einheitliche Preiszone ist prima.

Gerade deshalb ist es fatal, von der Quote der Abregelungen heute (=vor der Inbetriebnahme der HGÜ) für die nächsten zehn Jahre gültige Einschränkungen abzuleiten, das kann ich nur als Sabotage deuten.

Eine Bündelung aus Erzeugung und Speicherung zur netzdienlichen Abgabe ist ein vom bisherigen EEG völllig verschiedenes Konzept und daher nicht so leicht einzuführen. Die Direktvermarktung stößt da ein Stück weit die Tür auf, weil der Direktvermarkter gleichzeitig Speicherbetreiber sein könnte. Aber diese Dienstleistung müsste vergütet werden, und dass der Redispatch von der Preisbildung abgekoppelt ist, erschwert das.
Es wurde ja schon länger diskutiert, dass per Redispatch abgelehnte EE-Erzeugung statt abgeregelt trotzdem erzeugt, aber lokal verbraucht werden könnte. Die Entschädigung könnte im Gegenzug gemindert werden, und den Rest zahlt der lokale Verbraucher - der ein Wärmeanbieter sein könnte, der Power2heat macht, ein Elektrolyseur oder eben ein Batteriebetreiber.

Hallo Lage Team,

ich habe mir die Lage bezüglich Abregelung der Windkraft und Einspeisevergütung PV Anlage Privathäuser gehört und muss sagen, dass die Problematik in beiden Fällen im Netz zu suchen ist. Das erwähnt ihr zwar, aber die tiefe dieser Problematik ist viel stärker.
Meine Eltern haben eine PV Anlage mit Batteriespeicher und wohnen in einem Dorf in Ostwestfalen. Aufgrund einer Förderung von PV Anlagen (Dach voll PV und man erhält zusätzlich eine Förderung, neben den MWSt Freiheit) wurde eine 40% Überkapazität installiert. Mittlerweile hat fast das ganze Dorf PV auf den Dächern. Die Stadtwerke, welche auch Netzbetreiber sind, wollen und können diesen Strom jedoch nicht aufnehmen, weil das Netz im Dorf-/Stadtgebiet komplett überlastet ist. Das Dorf hat auch 8 Windkraftanlagen (seit 2006).

Die Stadtwerke wollen und müssen das Verteilernetz ausbauen, die Re-Finanzierung läuft über die Netzentgelte. Die Netzentgelte sind an den Strompreis gekoppelt.

Wenn nun (überspitzt) alle Häuser PV Analgen + Speicher haben und damit keinen Strom „kaufen“ müssten die Netzentgelte pro Einheit steigen, was den Strompreis teurer macht.
Deutschland hat schon einen sehr hohen Strompreis der tendenziell weiter steigen wird, weil die Eigenversorgung steigt. Da jedoch politisch und wirtschaftlich gewünscht ist, dass der Strompreis tendenziell sinkt (Transformation) muss zunächst eine andere Lösung für diesen Netzausbau gefunden werden.
Denn die Wirtschaft und die Mieter, um zwei Parteien zu nennen, können diese Transformationskosten nicht alleine tragen.

Dann noch etwas praktisches zum Netzausbau. Es besteht ein massiver Fachkräftemangel im Bereich. Arbeitsmarkt: Für die Energiewende fehlen immer noch viele Fachkräfte
Das führt in der heutigen Industrie zu massiven Preiserhöhungen für Investitionsprojekten bzw. verhindert diese.

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Deswegen sollten die Netzentgelte auch für private Haushalte zumindest zum Teil fix gemessen an der Anschlussleistung sein und nicht nur über den Verbrauch berechnet werden

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Aber wen willst du denn da noch dazu holen? also in der Liste fehlen eigentlich nur noch die Vermietenden und die Menschen in Eigenheimen, dann hast du so ziemlich die Gesamtheit Deutschlands an den Kosten beteiligt

Für mich wäre die Frage weiter spannend wie man es schafft, dass in dem beschriebenen Netz ein Speicher diesen sehr lokalen Strompreis „sieht“ und darauf ausgerichtet wirtschaften kann
(Diskussion dazu hier: LdN 468 - Abregelung der Windkraft - #2 von Winter)

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Es gibt durchaus Möglichkeiten, dass Stromproduzenten und -Verbraucher sich abseits des geregelten Stommarktes eigene Verträge machen. Und so Angebot und Nachfrage zusammen kommen. Das ist schwierig und selten, aber es gibt es.

Wie funktioniert das genau? Nutzen sie dafür das „normale“ Stromnetz?

Meine Frage zielt ja darauf ab, dass es niemandem hilft wenn der Strommarkt bei viel Wind im Norden den Anreiz setzt, dass ein Speicher in BaWü plötzlich massiv Strom zieht - ein Speicher in Bremen wiederum soll gerne ziehen - politisch wird ja ein deutschlandweit einheitlicher Strompreis gewünscht, aber lässt sich das für Stromspeicher vielleicht ändern?

Ja, vor allem wir in der LdN kritisiert, dass die Windparkbetreiber keine klare Einnahme-Geldseite mehr haben. Ja das stimmt, aber dieses müssen die Stromkunden mit teurem Strom bezahlen !
Regenerative Energien sind eine tolle Sache. Wenn aber sich insgesamt der Preis deutlich erhöht, dann muss man gegensteuern.
Denn eigentlich sollte der StromPreis ja sinken, denn Wind und Sonne schicken keine Rechnung.

Vielen Dank für den wertvollen Diskussionsbeitrag liebes Lage-Team! Wie immer sehr informativ und prägnant dargestellt.

Ich möchte gerne noch eine weiteres Thema in die Diskussion einbringen: Was momentan noch erschwerend für die Branche hinzukommt, ist die momentane EEG-Vergütung, bzw. der Mechanismus des Ausschreibungsverfahrens. In der letzten Ausschreibung war nach meinem Informationsstand ein durchschnittlicher EEG Preis von 5,9ct/kwh erzielt worden. Bei diesem Preis lohnen sich, schon jetzt, nur noch Projekte mit extrem gutem Wind. Fällt nun auch noch die Redispatch-Kompensation weg, ist das ein Showstopper für GANZ VIELE Projekte. Nun kann man argumentieren das die Preise in der Branche (WEA Anlagen, Umspannwerke, Gutachten, etc.) zu hoch sind, aber bis hier die Marktmechanismen greifen werden viele Projekte einfach nicht mehr gebaut. Ein weiterer Kostenhebel wäre zudem bspw. Pachten zu reduzieren, was wiederum aber die Akzeptanz von Wind-Projekten untergraben würde. Was ich sagen will, es gibt eine Menge Potenzial wie man das für alle Seiten fairer gestallten könnte, ich sehe aber gerade, wie auch von Euch in er Folge erwähnt, leider nicht den Willen das ausgewogen zu gestalten.

LG, Nicolas

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Die Windhöffigkeit (so nennt man das Windangebot vor Ort) ist nicht ganz so entscheidend, weil es (bisher jedenfalls, und da kämpft ja sogar Söder gegen Reiche, dass es bleibt) das Referenzertragsmodell gibt, durch das auf die in der Ausschreibung gewonnene Vergütung noch der Korrekturfaktor gemäß Standortgüte draufgerechnet wird. So können aus 6ct dann womöglich 10ct/kWh werden.

Ich halte es für wünschenswert, dass über ganz Deutschland verteilt Windenergieanlagen betrieben werden und eben nicht nur an den windstärksten Standorten. Das erhöht einerseits die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien: wenn z.B. auf der Nordsee genau das Auge des Tiefs sitzt, dann rührt sich da halt wenig - dafür bläst es in Süddeutschland kräftig, oder umgekehrt. Außerdem reduziert es den Bedarf an Höchstspannungsleitungen (HGÜ) zwischen Nord und Süd. Es stimmt zwar, dass im Süden dafür bessere Bedingungen für PV sind (mehr Sonne), aber PV-Strom ist “Sommerstrom”, Windstrom dagegen ist “Winterstrom” - im Winter ist die Luft dichter und das Wetter windiger, deshalb steckt mehr Energie drin. Und im Winter wird der Strombedarf durch Wärmepumpen besonders steigen. Und im Süden sind die Winter kälter, u.a. weil die Landschaft höher liegt und weil das temperaturausgleichende Meer weiter weg ist. Den ganzen Heizstrom können wir nicht quer durchs Land schieben. Und es fühlt sich heimelig an, wenn man weiß, dieses Windrad, das ich sehe, heizt meine Bude.

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Absolut richtig. Mein eigentlicher Punkt ist, dass es aufgrund der Vielzahl an Projekten die in die eeg-Ausschreibungen gehen (letzte war um 4.700 MW überzeichnet), einen ohnehin sehr starken Preisdruck gibt. Nun will man offenbar noch mehr Preisdruck von außen reingeben, was den Ausbau zum Erliegen bringen könnte, weil sich Kosten nicht so schnell reduzieren lassen, außer vielleicht über weniger pachten o.ä.

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Ja, das ist echt der Hammer, ich hab’s gerade erst nachgelesen, auf 3,4GW Ausschreibung gab es über 8GW Bewerber! :astonished_face: Und anders als bei Netzanschlussanfragen muss ja da für jedes Windrad eine Baugenehmigung vorliegen, damit es sich bewerben kann, d.h. Vogelbeobachtung, Biotopkartierung, und die Behördenprozesse sind alle schon durch - Klagen können anhängig sein, und manchmal gewinnt der VLAB ja leider sogar (ist hier passiert). Deshalb gehen die abgelehnten recht wahrscheinlich nächstes mal wieder ins Rennen. Immerhin darf die BNetzA orientiert an der Überzeichnung das nächste Kontingent erhöhen, was sie auch bisher jedes mal gemacht hat, sondern wären es nur 2,5GW pro Quartal.

Ich denke auch, weitere Hindernisse brauchen wir definitiv nicht! Wind an Land ist neben PV die günstigste Energiequelle und jahreszeitlich komplementär. Diese Angebote sollten wir dankbar annehmen!

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Ich hatte mich in einem anderen Forumsbeitrag zum Thema Netzengpässe und Anschluss großer EE-Erzeugungsanlagen geäußert aus Sicht eines Hochspannungsnetzplaners bei einem VNB.

Grundsätzlich zu Thema Erzeugungsabregelung. Zwei Möglichkeiten bestehen:

  1. Es muss abgeregelt werden, fall der Übetragungsnetzbetreiber einen Engpass sieht
  2. Es muss abgeregelt werden weil der Verteilnetzbetreiber einen Engpass in seinem Netz sieht
    Der Fokus liegt heute vorallem bei 1.) auch und gerade in der politischen Debatte. Der Fokus muss in Zukunft deutlich mehr auf Fall 2) gelegt werden.

Unsere Zahlen zu den Anfragen zum Anschluss von großen Wind und PV-Anlagen sind überwältigend und liegen im mittleren zweistelligen Gigawatt Bereich vor. Vieles davon wird tatsächlich umgesetzt und das auch aus Netzbetreibersicht sehr zügig ( innerhalb von 5 Jahren).

Da kann der Netzausbau nicht hinterherkommen und das ist allen bewusst. Wir haben neue Gestänge in Bestandstrassen zu errichten und dann direkt als vierfachgestänge mit ordentlich Übertragungsfähigkeit. Zum Vergleich: das normale Wald und Wiesen Leiterseil 265/35 AL/ST hat eine Übetragungsfähigkeit von 130 MVA. Zum Teil habe wir die dann ein vielfaches überzeichnet mit
geplanter Einspeiseleistung. Wir arbeiten hier schon mit allen möglichen schnelleren Methode als Mastneubau ( Freileitungs monitoring, Hochtemperatur-Leiterseile) doch es reicht trotzdem nicht.

Das heißt im Bezug auf Netzengpässe, dass sich nach meinem Dafürhalten die Lokation der Netzengpässe vom Übertragungsnetz ins Verteilnetz verlagern wird. Hier helfen dann aber nicht mehr nur zwei Gebietszonen (Nord, Süd) sondern man müsste noch kleinteiliger vorgehen. Eventuell Netzknotenscharfe Preise.

Zum Thema Geschwindigkeit des Netzausbaus: Wir machen so schnell wie es uns unter gegebene Bugdetrestriktion möglich ist. Wenn politisch gewollt können finanzielle budget-Restriktionen gelockert werden. Das würde helfen. Jedoch kommen wir auch mit unendlich viel Geld an andere Grenzen, wie z.B Arbeitskräfte und Material.

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Ich habe gerade erst einen Bericht beim BR gesehen: Studie: Windkraftausbau im Süden spart Stromkunden Milliarden | BR24 auf dieser Basis möchte u.a. die bayerische Staatsregierung Windkraft im Süden unterstützt sehen, sei es durch separate Ausschreibungsmengen oder durch eine noch stärkere Differenzierung im Referenzertragsmodell.

Ich denke, über regionale Ausschreibungsmengen ist der bessere Weg, weil die “Verteuerung” über den Preisausgleich ja hier schon kritisch diskutiert wurde und Ausschreibungsmengen das Zielbild gezielter unterstützen.

Die zugehörige Studie ist auf Windenergie im Süden: Systemische Einsparungen durch vermiedene Redispatch‑Kosten - FfE beschrieben und verlinkt.

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Tja der Strommarkt in Deutschland ist teilweise dysfunktional. Es wäre zum Beispiel auch geboten, dass wir mehrere Preiszonen einrichten würde, weil das Netz es nicht hergibt, dass der Strom der in Deutschland produziert wird auch an jeden anderen Ort in Deutschland transportiert werden kann. Heute nimmt der Strommarkt an, dass Deutschland und Luxemburg eine Kupferplatte bilden was faktisch falsch ist und leider verhandelt die Physik nicht. Daher gibt es die Abschaltungen und Irrsinnige Redispatchaktionen.

Aktueller Beitrag vom Akkudoktor: https://youtu.be/K80xdelCsIM?is=io_wsAHAjTdXo_2F

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ich hatte da leider einen fundamentalen Denkfehler. Ich bezog mich auf https://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/\__28.html Absatz 3 Ziffer 1. Die BNetzA darf gerade nicht erhöhen, wenn es eine Überzeichnung gab - im Gegenteil, sie darf erhöhen, wenn es vorher nicht genug Bieter gab (das ist mit “keine Zuschläge erteilt werden konnten” gemeint), damit die geplante Ausschreibungsmenge 2023-2028 insgesamt vergeben wird, indem versäumte Mengen nachgeholt werden. Und bis 2025 gab es diese Rückstände, aber jetzt nicht mehr.

Deshalb ist die Ausschreibung Mai 2026 Bundesnetzagentur - Ausschreibungen auch nur noch knapp 2500 MW (die vom Februar wird verkündet, bevor die Daten fürs Vorjahr feststehen, daher wurde der Rückstand aus 2024 auf Mai 2025 bis Februar 2026 verteilt). Ein Backlog aus abgewiesenen Geboten von ca. 4 GW plus die inzwischen baureifen treffen somit auf die geringste Ausschreibungsmenge seit Jahren - das ist eine Katastrophe, schon ganz ohne Reiches Netzverschonungsregeln.

Ich hoffe, dass die Politik da ganz schnell nachsteuert!

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