LdN 463: Erfahrungsbericht Bahn

Danke für den Rant zur Bahnkommunikation. Denn das ist auch meiner Ansicht nach aktuell das größte Problem des Konzerns. Wenn man zu jeder Zeit gut informiert wäre, würde man die Unzulänglichkeiten von Infrastruktur und Betrieb viel besser hinnehmen können und selbst für die eigene Situation passende Lösungen finden.

Ich engagiere mich in einem Fahrgastverband und hatte in dieser Rolle immer wieder Einblick, wie die Dinge organisiert sind und woran es am meisten hakt. Als technisch versierte Person greift man da schnell zum Beißholz.

Die Daten werden teilweise drei Mal im Kreis gedreht zwischen verschiedenen Playern, bis sie auf der Anzeige oder in der App erscheinen.

Aus irgendwelchen fadenscheinigen Gründen darf InfraGO als Netzbetreiberin die Daten, wo ein Zug steckt, nicht direkt verwenden. Das wird immer erst dem Verkehrsunternehmen mitgeteilt. Dort werden sie manuell oder automatisiert bearbeitet, eventuell ergänzt um weitere Quellen, die die Zugfahrt beeinflussen könnten. Zum Beispiel wissen sie dort vielleicht schon, dass ihr Personal nicht rechtzeitig am Zug sein wird. Das EVU meldet die Daten dann häufig zuerst an den beauftragenden Verkehrsverbund und dieser wiederum an die DB InfraGO für die Anzeigen am Bahnsteig und an DB Fernverkehr für die App.

Deswegen ist manchmal auch die App des Verbunds besser, weil dieser eine Stufe früher in der Nahrungskette sitzt.

Ich finde, man muss diesen ganzen Spaß umdrehen. InfraGO weiß, wo die Züge sind, wo gefahren werden kann und wo nicht. Sie haben unmittelbar die Fahrplanabweichungen zu erstellen und öffentlich zu machen. Wenn Dinge passieren, die unabhängig von der Infrastruktur sind, etwa Personalprobleme oder Türstörungen, müssen diese unmittelbar an InfraGO gemeldet werden. Sie müssen auf der Schiene ohnehin umdisponieren und können diese Informationen dann auch direkt in die Kundeninformation einfließen lassen.

Nur wer räumt diesen Zoo mal auf und setzt diese ganze Echtzeitinformation neu auf, auf infrastrukturell soliden Beinen und klar bei der Infrastruktur angesiedelt? Denn anders sehe ich keine Lösung.

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Ich habe den Rant genossen, da sprichst du vielen, vielen aus der Seele.

Vorschlag: Könnt ihr nicht mal die neue Bahnchefin als Gästin für den Podcast gewinnen und die damit konfrontieren?,In eurer journalistisch-konstruktiven Art kritisch Nachzufragen, euch nicht mit Ausweichantworten zufrieden zu geben aber auch konstruktiv erarbeiten: “Was machen wir denn nu?”

Ihr kriegt doch auch Spitzenpolitiker für Interviews rein, das sollte ja nicht völlig unrealistisch sein.

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Das ist super interessant wie sehr es da bei der Kommunikation hakt.

Leider ist die schlechte Kommunikation nichts Neues - ich wollte Ende Mai 2025 mit dem Zug fahren. Dieser Zug (Verbindung zwischen Stuttgart und Singen) ist sowohl RE als auch IC in Einem. Beide Züge werden auch, obwohl es der gleiche Zug ist, in der Bahn App angezeigt und sind buchbar.

An dem Tag stand dort, dass der IC ausfällt, der RE fuhr aber anscheinend nicht einmal verspätet ab. Also habe ich natürlich mein Glück versucht, hätte ja sein können dass es ein anderer Zug als sonst ist. Am Bahnsteig stand dasselbe: IC fällt aus, RE fährt. Gekommen ist kein Zug und ich musste dann ohne Infos noch weiter warten, bis endlich ein anderer kam (gab an dem Tag noch mehr Kommunikationsprobleme, auch wegen dem Gleis…).

Vielleicht ist es ein generelles Problem, dass sich nur um den Fernverkehr, aber nicht um den Nahverkehr gekümmert wird? Wie auch immer, es ist furchtbar frustrierend.

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Ich meine mal verstanden zu haben, dass zu frühzeitige Kommunikation von Verspätungen oder Problemen auch deswegen problematisch sein kann, weil Fahrgäste diese Verbindungen gezielt suchen und buchen würden, so eine Zugbindungsaufhebung erreichen und dann auch teurere Zeiten nutzen können. Die „bauen“ darauf, dass dann eine Verbindung Verspätung hat, warten auf den Fahrtag und buchen spontan, um dann fahren zu können, wann sie wollen. Und natürlich noch die Entschädigungen einstreichen.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass es bei der DB Leute gibt, die so verquast denken. Aber wie viele Menschen machen das? Das betrifft ja ohnehin nur den Fernverkehr, im Regionalverkehr, den die meisten Fahrgäste nutzen, gibt es eh keine Zugbindung. Aus meiner Sicht wäre es schon reichlich absurd, 300 Fahrgäste lieber nicht rechtzeitig zu informieren, nur weil es vielleicht 20 gibt, die sonst davon profitieren.
Zudem würde das auch längst nicht alle Fälle erklären, z.B. dafür, dass Verspätungen am Bahnsteig oft erst nach der planmäßigen Abfahrt angezeigt werden, während sie in der DB-eigenen App schon eher und in anderen Apps teilweise noch eher zu sehen sind.

Bei der Kommunikation an Bord kommt es meiner Erfahrung nach auch stark auf die einzelne Person an. Einige machen „Dienst nach Vorschrift“ oder verkriechen sich ganz, sobald etwas außerplanmäßiges passiert (was ich angesichts der zum Teil heftigen Anfeindungen durch Fahrgäste sogar verstehen kann) und andere kommunizieren sehr offen, was sie selber wissen und nicht wisse und sind sehr engagiert bei der Problemlösung. Und einige Zugbegleiter schaffen es sogar, dass Fahrgäste sie trösten, weil sie verstehen, dass ihr Frust noch größer ist :wink:

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Ich denke das Hauptproblem ist das der fehlenden Konsequenzen. Es ist nicht zumutbar, dass die DB Navigator App 2026 immer noch keine Echtzeitdaten anzeigt.
Solange der Bahn aber keine Konsequenzen drohen - wozu anstrengen.
Ich denke da an Strafzahlungen, wenn keine Züge fahren aus lächerlichen Gründen, wenn Angaben falsch sind etc. Oder ganz einfach: Wenn die Bahn nicht fährt, muss man auch nicht arbeiten. Das macht auch abstrakt Sinn, wenn man die Bahn als Beförderungsmittel zur Arbeit benötigt. Das würde auch den Staat ein wenig zwingen endlich mal für ein gutes Ergebnis zu sorgen.

Das mit der fehlenden Kommunikation ist wirklich schlimm. Wir waren vor zwei Jahren in Polen im Urlaub. Unsere Bahnfahrt haben wir Wochen im Vorraus gebucht. Direktzug zwischen Stadt in Polen und Berlin. Wochenlang und täglich haben wir Nachrichten über die DB App bekommen, dass unsere Verbindung nicht planmäßig stattfinden wird. Allerdings keine Information dazu, was denn genau das Problem ist. In der App war die Verbindung immer noch angezeigt. Am Tag der Heimreise stand unser Zug am Bahnhof in Polen planmäßig dran, mit dem Hinweis, dass es Meldungen gibt. Also klicken wir uns durch die polnische Bahn App, finden einen Hinweis, übersetzen per Google Translate: Bauarbeiten in Berlin, der Zug kann da nicht reinfahren, in Frankfurt Oder bitte in den Regionalzug wechseln. Das konnten die uns sagen, aber die DB nicht. Das ist doch ein Scherz.

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Zwei Anmerkungen dazu:

  1. kann es sein, dass die Regionalzüge keine DB-Züge waren, sondern Drittanbieter (wenn es rund um Berlin ist vermutlich ODEG)? Ich könnte mir vorstellen, dass diese die Ausfälle nicht rechtzeitig kommunizieren. Also, dass jedes Bahnunternehmen Streckensperrungen etc selbst verarbeitet und an die DB weiterleitet für die Anzeigen. Und die jeweils auch selbst abwägen, ob sie die Verbindungen noch on hold lassen (falls Strecke wieder frei) oder nicht. Wie dem auch sei, wenn der Netzverantwortliche sagt “ist dicht bis Zeitpunkt XY”, wäre eine Logik a la “Streckensperrung → Alles fällt aus”-Anzeige natürlich sinnig.
  2. Es gab beim Spiegel vor drei Wochen einen Artikel zu Bahn im Winter. Kernerkenntnis: Im Vergleich zu früher verfügt die Bahn über weniger Personal und Räumfahrzeuge, während das Netz dichter und störanfälliger geworden ist. Technische Hilfen wie Weichenheizungen reichen bei Extremwetter oft nicht aus, weil Schnee, Eis und Wind manuelle Eingriffe erfordern. Die Bahn kann nicht sonst wie viele Schneepflüge etc und Personal bereithalten für 2 Schneetage im Jahr, das kollidiert mit möglichst geringem Ressourcenaufwand. (Deutsche Bahn: Warum Züge heute im Winter bei Eis und Schnee schnell stillstehen - DER SPIEGEL)

100% Zustimmung! Das Thema ist nicht neu und hat nicht im Ansatz etwas mit der Witterung zu tun. Ich frage mich nur, unter welchem Stein man als ÖV-Nutzer sitzen muss, um das Problem nicht zu merken? @philipbanse Bitte nimm das nicht persönlich, aber das System Bahn ist mit der Aufteilung auf verschiedene Unternehmen in den 90er Jahren entstanden, in den 2000er größer geworden und in den 2010er professionalisiert worden (da die Unternehmen teilweise nicht mehr auf dem kleinen Dienstweg miteinander reden dürfen). Die Digitalisierung und das technische Versttändnis der Menschen über deren Möglichkeiten macht es nur offensichtlich.

Früher (vor bis ca. 10/15 Jahren) gabe es noch Menschen, die Ansagen an Bahnhöfen gemacht haben und wussten, was sie tun. Wenn heutzutage ausnahmsweise mal Ansagen zu vernehmen sind, ist der Informationsgehalt gegenüber der App gleich null, oder sogar negativ - weil die Datengrundlage die gleiche ist und die Leute heutzutage nicht mehr wissen, was eine Durchsage beinhalten muss.

Wer könnte das aufräumen? Eine Vorstandsvorsitzende Palla könnte den Impuls geben, ein Infrastrukturvorstand muss umsetzen wollen und alle anderen (Verbünde, Politik, Bahnpersonale) müssen internalisieren, dass Fahrgastinformation primär von der Infrastruktur kommen muss. Die strukturierte Verantwortungsdiffusion kann nur von oben aufgelöst werden! Dazu gehört auch eine funktionierende EDV, um Abstimmungen zu Änderungen an Zugläufen zwischen Verkehrsunternehmen und Infrastruktur effizient und verbindlich zu regeln, sowie eine kontinuierliche Aktualisierung der Fahrplandatenbanken. Die Übertragung des DB Navigators an InfraGO ist da nur ein erster Schritt. Fragt gern mal bei den einschlägigen Nahverkehrseisenbahnen nach. Die können die Absurditäten der EDV-Prozesse bei Abweichungen im Betrieb sehr gut beschreiben.

Noch etwas: ohne die vielen Betriebseisenbahner mit Engagement wäre das System schon Ende der 2000er Jahren kollabiert. Nur sterben diese auch langsam weg und können nur im Einzelfall etwas gutes für den Fahrgast bewirken. Vorgeschobene Betriebsgeheimnisse sind genauso bescheuert, wie ein absurdes Datenschutzverständnis und vermietete Abstellgleise ohne Züge - was die nächsten Themen für einen Infrastrukturvorstand und die BNetzA aufmachen würde..

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  1. ja, es gibt weniger Personal - ob dann aber zwingend Bahnsteige gesperrt werden müssen, wenn der Winterdienst nicht ausreichend mit Personal besetzt ist? jaja… Haftungsfragen, aber sind wir jetzt schon in den USA, oder gibt es in Europa nicht auch noch Menschenverstand?
  2. Das Netz ist im Gegenteil ausgedünnt worden: Weichen und Gleise sind in Größenordnungen zurück gebaut worden. Störanfälligkeit ist hier eine Sache fehlender Instandhaltung und diese eine Folge der Abschaffung von Personal
  3. Akutell fallen nur ein paar cm Schnee. Das müssen Weichenheizungen leisten können. Die müssen aber eben auch vorhanden sein und funktionieren - Wer Personal für das manuelle Beräumen einspart und das dann nicht technisch kompensiert, gehört zurecht an den Pranger!
  4. Bei Schnee und Eis den Betrieb einzustellen ist das dümmste, was man machen kann. Früher wurden zusätzliche Züge in der Nacht über die Strecken geschickt, damit der Personenverkehr am Morgen störungsfrei fahren kann. Da braucht es keine Schneeräumtechnilk, nur eine robuste E-Lok alle 2 Stunden. Bei Eisregen entsprechend häufiger.
  5. Starker Eisregen kann schon mal vorkommen. Wenn auch ein Straßenbahnnetz einfriert, dann ist halt mal ein halber Tag Chaos. Das ist dann aber wirklich etwas besonderes.
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Aber wieso wird das dann gemacht? Ernstgemeinte Frage. Als Unternehmen kann es für die DB doch nicht attraktiv sein, wie vor ein paar Wochen geschehen, in ganz Norddeutschland tagelang keine ICE/IC fahren zu lassen. Das kostet ja auch eine Stange Geld (keine Ticketverkäufe, Entschädigungen für verkaufte Tickets). Gibt es kein Personal/Züge für sowas? Rechtliche Gründe (Lärmschutz nachts oder so)?

Es gibt ne super aktuelle Quelle für Bahn Infos:

nur zur Info

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Wir reden hier von mangelhafter Echtzeitinformation, sameday gibt es soweit ich weiss keine großartigen Sparpreise. Und selbst wenn: Obfuskation als Lösung, auf Kosten aller Fahrgäste, kann ja wohl nicht die Lösung sein!

Wenn Die Bahn nicht in der Lage ist, eine ausfallende Verbindung umgehend aus den Buchungsangeboten auszusondern, ist das nur eine weitere Facette der mangelhaften Informationsverarbeitung. Amazon weiss doch auch wo mein gerade Paketbote ist, kein Hexenwerk.

Und zuletzt: wer sich den Stress antut, gezielt ausfallende Verbindungen zu buchen um dann vergünstigt und ohne Bindung zu reisen, hat den Reibach hart verdient. Er/Sie hat ja immerhin à priori eine Durchschlageübung gebucht, keine Reise.

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Passt auch noch halbwegs ins Thema Informationschaos:

ich wollte gerade für Mitte Februar eine Verbindung buchen, die eineTeilstrecke des Typs FLX enthielt, „Reservierungspflichtig“. Denkt man sich ja nix böses. In der Buchung dann (in 6 Punkt grau, fast übersehen) „Teilstreckenpreis“.

Das geht dann so:

  • man bucht das Bahnticket mit Zugbindung
  • man bucht idealerweise noch ein Flixtrain Ticket dazu (hier für 9,90), soweit noch ok.

Die versteckten Risiken:

  • wenn man wegen Flix zu spät zur Bahn kommt: Pech, Reststrecke bei Bahn nochmal kaufen, zum Tagespreis!
  • wenn man wegen Bahn zu spät zu Flix kommt: Pech, Reststrecke bei Flix und/oder Bahn nochmal kaufen, zum Tagespreis!

Es gibt nach meiner Kurzrecherche keine Verbindungsbefreiung bei den Fremdanschlüssen, die Fahrgastrechte gelten jeweils nur innerhalb der jeweiligen Teilstrecken. Kennt man ja aus dem Flugbetrieb, aber innerhalb des integrierten Bahnverkehrs ein Unding. Wesentlich vom Betreiber zu vertretende Systemrisiken werden tricky auf den Kunden abgewälzt. Und ja: ich weiß das DB die Flix Verbindungen nicht unbedingt freiwillig ausweist.

Ich habe nun durchgehend Bahn gebucht, auch wenns eine knappe Stunde länger dauert. Sorry, Flix, blame the Bahn.

Ich hatte das mal bei einem Zugausfall wegen einer Entschärfung einer Fliegerbombe und da betraf es ausschließlich Regionalexpress und Regionalbahnen der DB (auf meiner Strecke) und da wurden einige Züge auch als pünkltich oder nur etwas verspätet angegeben, die real dann gar nicht gefahren sind.

Mein Gedanke war dann einfach auf eine parallele Strecke auszuweichen weil dort keine Ausfälle in der App kommuniziert wurden und am Ende stand ich auch dort am Bahnsteig und kein Zug kam. Letztendlich musste ich mich abholen lassen, da die Sperrung noch mehrere Stunden dauerte.

Wäre das damals von anfang an korrekt kommuniziert worden, wäre ich einfach an meinem Zweitwohnsitz geblieben und erst am nächsten Tag gefahren.

Generell ist es auch immer wieder so, dass ein Zug als nur 5 Minuten Verspätung kommuniziert wird und dann stellt sich heraus, dass der wegen eines Defekts noch nicht mal den 20 Minuten entfernten Bahnhof verlassen hat.

Die fehlende Kommunikation der Bahn dürfte also keineswegs an fehlenden Informationen durch andere Betreiber liegen, sondern findet auch bei eigenen Zügen (Züge von DB Töchtern) statt.

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Hallo zusammen,

ich wollte hier auch mal mein Erstaunen zum Eingangsthema kundtun. Da fordert ihr doch tatsächlich ganz verwundert, die Bahn möge die Kommunikationsprobleme binnen Wochen abschalten. Ich fahre sehr viel mit Bahn (habe mit 36 Jahren immer noch keinen Führerschein) und ich kann sagen, diese art der Kommunikation ist seit vielen Jahren genau so. Und ihr kratzt da nur an der Spitze des Eisberges. Mir fallen da zb diverse Situationen ein, in denen die Bahn ein mitten im nichts rausschmeißt und Schienenersatzverkehr ankündigt, den es dann tatsächlich nicht gibt. Oder die eine Situation, wo der Zug von Hannover nach Bremen nicht fuhr, die Bahn aber kommuniziert hat, man möge den Zug Richtung Bielefeld nehmen um dann in Neustadt einen Zug nach Bremen nehmen zu können. In Nienburg hunderte Menschen am Bahnsteig für eine Stunde als durch das bahnhofsmegafon eine wütende Mitarbeitern sarkastisch fragt, was man hier wolle, hier führe nix.

Just während ich das hier tippe musste ich gerade aus einem Zug aussteigen der 0520 fahren sollte, 0623 aber immer noch nicht fuhr, da kam die Durchsage, wegen der enormen Verspätung fällt dieser Zug aus und muss zurück in die Abstellung. In Kürze kommt dann ein neues Fahrzeug (der 0620) Zug, der sie dann fahren wird. 0638 der alte zur fährt in die Abstellung. 0643 eine Durchsage, es gibt keine Züge auf der Strecke.

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Was von der DB kommuniziert wird (und auch nachvollziehbar ist): Man möchte gern vermeiden, dass Züge auf der freien Strecke, oder in irgendwelchen Bahnhöfen stranden und die Fahrgäste dort dann “evakuiert” werden müssen.

So viel zum Vertrauen in die eigene Dienstleistung… Hätte InfraGO ihr Netz im Griff und würden die Züge zum befahrbar halten der Infrastruktur genutzt, wären solche “Sicherheitsmaßnahmen” nicht nötig.

Passend: gestern hat Rail Business in der Ausgabe 06/26 eine umfassende Beschreibung gebracht, wie sich die schweizerischen Bahnen auf den Winter (und andere Naturereignisse) vorbereiten. Das Minimum sind geregelte Zuständigkeiten und funktionierende Weichenheizungen. Böse Zungen würden behaupten, dass die in ihrer Berufsbeschreibung als Ziel einen funktionierenden Bahnbetrieb stehen haben. Das wurde in Deutschland seit Gründung der DB AG wohl vergessen - und hat sich bis heute nicht geändert. … leider.

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wobei ich hier noch zugute halten würde, dass die Schweiz prinzipiell ganz anders mit Winter umgehen können muss, schlicht weil dort viel mehr Schnee fällt auf die Fläche und auf Schneetage bezogen. Das Netz ist ja auch viel kleiner (DE deutlich über 30.000km, Schweiz nur etwas mehr als 4.000km).

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Pro Kopf haben die Schweizer damit aber mehr km in Betrieb zu halten als wir in Deutschland.

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