Liebe Forumsmitglieder und liebes Lage-Team,
danke für die Einordnung in Folge 456 zur Perspektive der Mietenden und deren Möglichkeiten, sich gegen den Einbau neuer Gasheizungen zu wehren. Das hat bei mir einen Nerv getroffen, denn ich befinde mich in einer moralisch und wirtschaftlich vertrackten Situation auf der „Gegenseite“.
Die Situation:
Ich habe vor Jahren ein Haus geerbt. Da ich mich beruflich/räumlich nicht selbst darum kümmern kann, wird es aktuell noch von meinen Eltern verwaltet. Vorletztes Jahr (ca. 2022/2023) musste die alte Ölheizung raus. Meine Eltern haben dann – in alter Gewohnheit und ohne böse Absicht, aber gegen meine eigentliche Überzeugung – eine neue Gasheizung einbauen lassen. Als ich davon erfuhr, war das Kind schon in den Brunnen gefallen.
Das Dilemma:
Jetzt sitze ich hier als Vermieter mit einer fast neuen Gasheizung (Laufzeit < 2 Jahre).
Nach der aktuellen Folge frage ich mich ernsthaft, wie ich damit umgehen soll.
1. Wirtschaftlich: Die Heizung hat sicher noch eine Lebensdauer/Abschreibung von 15+ Jahren. Sie jetzt herauszureißen, wäre reine Kapitalvernichtung („Sunk Costs“).
2. Perspektivisch: Mit dem steigenden CO2-Preis wird das Heizen für meine Mieter (und durch das CO2-Kostenaufteilungsgesetz bei schlechter Dämmung auch für mich) zur Kostenfalle.
Meine Frage an die Schwarmintelligenz:
Ist es ratsam, in den sauren Apfel zu beißen, die neue Heizung als Fehlinvestition abzuschreiben und jetzt sofort auf eine Wärmepumpe zu wechseln (ggf. mit Förderung)? Oder gibt es sinnvolle Zwischenlösungen (z. B. die Gasheizung zur Hybrid-Lösung erweitern), um den Schaden zu begrenzen?
Wie würdet ihr verfahren, wenn ihr moralisch eigentlich auf der Seite der Wärmepumpe steht, aber die Fakten (neue Gastherme ist nun mal da) dagegen sprechen?
Ich freue mich auf eure Einschätzungen und Erfahrungen.
Viele Grüße