LdN 456 Trumps kolonialistischer "Friedensplan"

Ja, damit hast Du wohl recht. Also brauchen wir noch ein anderes Narrativ, eines, das nicht anderweitig kontextualisiert und “vorbelastet” ist.

Ein Freund sagte kürzlich zu mir:

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben,
wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt“

Friedrich Schiller, Wilhelm Tell

Das nur in „modern“. Mir ist selbst leider noch nichts Griffigeres eingefallen.

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Wie ich bereits oben geschrieben habe und wie im verlinkten Waffenstillstandsplan Vorschlag der EU bzw. Koalition der Willigen + Ukraine steht. Wollen die dort keine Truppen stationieren, sondern sicherheitsgarantien der USA die zumindest Artikel 5 ähnlich sind.

Ich gehe davon aus, dass das die Ukraine das da rein geschrieben hat. Mit dem Gedanken: Die einzige sicherheitsgarantie gegenüber Russland sind Atomwaffen. Das funktioniert nur wenn die USA mitziehen.

Dazu:

Die Frage ist: Springen weitere europäische Staaten auf diesen Zug auf?

Das hat nun wirklich absolut nichts mit dem Thema zu tun und kann doch nicht wirklich eine Begründung sein. Außerdem:

The North Atlantic Treaty Organization (NATO) declared an Article 5 contingency through a series of resolutions of the North Atlantic Council enacted between September 12 and October 2, 2001, done in response to the September 11 attacks in the United States. The decision to invoke NATO’s collective self-defense provisions was undertaken at NATO’s own initiative, without a request by the United States

Die anderen NATO Mitglieder haben von sich aus gesagt, sie würden helfen. Ihnen jetzt vorzuwerfen, sie hätten nicht genug geholfen ist absurd. Des Weiteren waren die Taliban noch nicht mal verantwortlich für 9/11, zusätzlich haben die USA aus dem Afghanistan Einsatz ein Nation Building Projekt entwickelt.

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Zu Europa passt ein Zitat von Francois Rabelais ganz gut:

„Ich habe viele gekannt, die nicht konnten, als sie wollten, denn sie hatten es nicht getan, als sie konnten.“

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Selbst wenn die USA die Ukraine von sich aus in ihrer nuklearen Abschreckung inkludieren wollen, werden sie ganz sicher niemals einen Erstschlag mit Atomwaffen gegen eine aggressive Atommacht ausführen, die konventionell Krieg führt. Was soll der Atomschild der Ukraine so bringen, wenn Russland ihn durch den eigenen Verzicht auf Atomwaffeneinsatz aushebeln kann.

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Die einzige Sicherheit für die Ukraine und jeden anderen von Russland, China oder den USA bedrohten Staat, sind eigene konventionelle und nukleare Streitkräfte inklusive Zweitschlagsfähigkeit. Nicht jeder wird sich das leisten können oder wollen, aber wer kann, wird versuchen dahin zu kommen. Dafür sorgt die aktuelle “Friedenspolitik “.

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Und genau das wird nicht passieren (ist ja auch in dieser Folge herausgearbeitet worden), weil es eben kein “Europa” als Staat gibt. In dieser Sache muß man sich ehrlich machen, daß ist eine rein akademische Diskussion.

Ich bin bei diesen Podcast voll auf der Seite von precht.was sind denn die Alternativen? Soll der Krieg weiter so gehen? Und wofür? Es wird oft implizit gesagt um Russland weiter zu schwachen, damit es nicht noch andere Länder angreift, kam auch in dieser ldn Folge so zum Vorschein. Ich halte das für arrogant und man opfert dafür die Ukraine. Für was? Für geopolitische, koloniale und Hegemonialinteressen und um einen guten Deal zu machen. Das will nicht nur die USA, sondern auch EUropa. Ich erinnere da nur an eine Aussage von Kiesewetter.

Krieg ist eben ein schmutziges Geschäft und hat mit Moral überhaupt nichts zu tun. Hier ist Pragmatismus gefragt.

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Die Ukraine wäre in dem Szenario wenn wir sie aufgeben würden das Opfer. Ich bin Jahrgang 1981 aus Polen und habe die Volksrepublik Polen noch mitgemacht. Es war wohl nicht so schlimm wie DDR oder UdSSR, aber trotzdem hatten die Leute damals Angst vor ihren eigenen Kinder, weil die sich in der Schule verplappern könnte.

Die Ukrainer, die ich kenne wollen lieber sterben als unter Russland zu leben. Sie wissen wie es war und das sollte uns eigentlich schon Grund genug sein all in zu gehen.

Wenn wir es jetzt nicht unter unseren Bedingungen selber tun, werden wir es eben bald im Baltikum, oder Polen oder spätestens in Brandenburg tun müssen.

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Alles richtig, aber wenn dein Zuhälter,ups. deine Schutzmacht absurd ist musst du halt selber in die Mucki-Bude…

Meine bislang immer noch unbeantwortete Frage:

Wenn es primär darum geht den Krieg zu beenden, was heißt das ganz konkret? Was soll die Ukraine im Detail tun, was Russland?
Und wie realistisch ist das?
Und will speziell Russland überhaupt Frieden? Oder sieht Putin eher seine Ziele durch militärische Maßnahmen erreichbar?
Sobald man konkret fragt, kommen keine Antworten mehr. Keine sagt „Kapitulation der Ukraine“ aber viele meinen es genauso, wenn sie von „Frieden“ sprechen.

Also mein Ansatz ist eigentlich: Was will die Ukraine?
Aber das scheint ja auch nicht eindeutig zu sein. Eine Mehrzahl will wohl einen Waffenstillstand (Quellen: t-online, faz) und scheinbar wollen immer mehr auch dafür harte Zugeständnisse.

Sollte dem wirklich so sein, wäre ich dafür als Deutschland Sicherheitsgarantie zu geben und auch Truppen zu stationieren, falls ein eventueller Waffenstillstand mit Russland das zulässt.

Ist Deutschland dazu bereit und in der Lage?

Okay, dann hab ich dich falsch verstanden. Ich hatte deine Frage so interpretiert, dass du die individuelle Meinung wissen willst.

Völlig ok.

War schon so gemeint.

Die Anschlussfrage ist halt, ob das was wir und wünschen realistisch ist? Sonst bleibt es theorie

Ich halte es durchaus für realistisch, dass Deutschland im Rahmen einer europäischen Friedenstruppe Kontingente schickt. Die Führung kann ja Frankreich oder GB übernehmen. Meine mich zu erinnern, dass die Niederlande in Mali bei den Blauhelmen auch eine Führungsrolle hatte, also vielleicht auch die.
Wichtig ist aber wirklich, dass im Vorfeld das geklärt ist, insofern richtiger Vorstoß, wenn auch Adressat andere Stelle. So etwas wie in Gaza, dass im Vorfeld viel von Friedenssicherung geredet wird und dann keiner was tut, geht gar nicht.

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Sind wir auch bereit sowas gegen den Willen Russlands zu tun? Auch mit dem Risiko einer direkten Konfrontation?

Ich glaube die ganze Diskussion um den „Friedensplan“ ist schon wieder hinfällig und war nur ein Spiel mit unseren Nerven.

Laut heute journal, Minute 05:38 hat Putin gerade erst erklärt, dass „Russland bereit sei so lange zu kämpfen bis der letzte Ukrainer tot ist“.

Die Russen kündigen sogar offen an, dass sie nach der Eroberung der Ukraine mit einer ethnischen Säuberung fortfahren werden. Ich verstehe nicht, warum die Pazifisten nicht einfach den Russen zuhören. Die sind in ihrer Kommunikation ja sehr klar.

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Ich glaube schon, das Deutschland bereit wäre Truppen in die Ukraine zu schicken, wenn genug andere Europäer mitziehen wurden