Also das sollte jetzt hier nicht der 100ste Tempolimit für oder wider thread werden …

Ich hab mich einfach nir gewundert warum Scholz die Lage jetzt nicht einfach ausnutzt und Wissing anweist die Verordnung auf den Weg zu bringen.

Es kostet ihn kein wirklich politisches Kapital, da alle überein sind, dass es nicht durch kommt, aber er könnte so ein paar Stimmen für die SPD einholen von denjenigen die für ein Tempolimit sind, da er hier die quasi einmalihe Gelegenheit hat aufzuzeigen wo die Gegner eines solchen sitzen.

Einfach nur die Verordnung schreiben, abstimmen lassen und die Abstimmung öffentlich machen.

Kostet nix (politisches Kapital) kann aber was bringen (Wählerstimmen).

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Das ist doch ohnehin bekannt. Und bei den meisten Wählern wohl auch nicht ein Wahlentscheidendes Thema und wenn dann wohl am ehesten bei denen die es strikt ablehnen.

Selbstverständlich würden bei einem Tempolimit weniger und weniger schlimme Unfälle passieren.
Warum nehmen wir so virle Verkehrstote inkauf?

Und: An jedem Verkehrstote hängen extrem viele, teils traumatisierte Beteiligte.
Und: Auch die Verletzten tragen das ihr Leben lang weiter. Ganz abgesehen von den Kosten für das Gesundheitssystem.

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@Olaf.K hat recht. Es ist völlig unsinnig, diese Diskussion zu führen. Es wird nicht kommen, weil es im Bundesrat scheitern würde.
Ich denke aber auch, dass hier eine Chance vertan wurde, es scheitern zu lassen. Denn der Bundesrat muss es ja begründen. Und die sind halt äußerst dünn wie „bald elektronische Schilder“, „Verbotspartei“, „Freiheit“, „Großteil sowieso schon beschränkt“

Die Argumente wurden unter anderem hier ja alle schon ausgetauscht:

Nachtrag und Offtopic: finde ich es, wenn ich es mir recht überlege, unter aller Sau, dass wir uns von der Verwertungsgesellschaft vorschreiben lassen, wie schnell unsere Drucker drucken dürfen und dann beim Tempolimit so rumjammern.
Der wirtschaftliche Schaden von ersterem dürfte wesentlich größer sein.

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Arbeitsplätze von Krankenwagenfahrern und Abschleppdiensten oder von wem redet er hier?

Autoindustrie, die große, schnelle Autos baut, soweit ich mich erinnere.

Diese Ansätze schließen sich nicht gegenseitig aus. Es gibt keinen Grund sie gegeneinander auszuspielen. Wir sollten all dies machen und noch mehr. Das Entweder-Oder-Denken scheint mir die eigentliche Ablenkung zu sein.

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Tempolimit könnte halt sofort komplikationdlos eingeführt werden. Da haben Ulf und Philip völlig recht.

Die Diskussion über Tempolimits ist gerade kein Ablenkung! Sie ist leicht zu realisieren, stellt keine starke Einschränkung ein im Vergleich zu anderen Optionen, und die CO2 Einsparung ist gerade nicht gering bei 6,7 Mio. Tonnen, laut Tempolimit bringt offenbar mehr CO2-Einsparung als gedacht | tagesschau.de. Somit wäre das das ca. 2.5 fache der Emissionen, aller deutschen Inlandsflüge.

Oder wollen sie Binnenflüge verbieten ohne günstigere Alternativen anzubieten?

Eine Investition in das Schienennetz ist notwendig aber kostet halt viel.
Kreuzfahrten befinden sich oft in internationalen Gewässern und können sich aussuchen wo sie tanken wollen. Das lässt sich wahrscheinlich nicht auf staatlicher Ebene lösen.

Ich sehe keine nur annähernd vergleichbar einfache und kostengünstige Lösung um eine vergleichbare Menge einzusparen.

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Nö, bin ich dagegen.

Deine Argumentation kann man auf alles anwenden. Drosseln wir doch auch gleich unsere ICE auf 100kmh, die RB auf 80 und Straßenbahnen auf 30kmh, das ist sicherer.

Man kann immer von Hundertstel Tausendstel kommen.

Wieso sollte man ein System mit der Brechstange ändern, was funktioniert und das auch noch besser als in den meisten anderen europäischen Ländern, besonders bei dem Hintergrund, dass das Thema so viel Streit erzeugt und Energie verschlingt.

Absolute Sicherheit wirst du nicht bekommen, wenn du den letzten Prozent noch raus kitzeln willst, dann lass uns doch einfach Schrittgeschwindigkeit einführen, auf allen Straßen und Schienen.

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Der Unterschied ist: Im Zugverkehr (sowohl ICE als auch RB) sterben verhältnismäßig wenig Leute (2023 waren es ganze 10!) - und die meisten davon sind Suizide, die man auch mit 100 km/h nicht verhindern könnte. Im PKW-Verkehr reden wir über andere Größenordnungen.

Ich gebe dir Recht, dass absolute Sicherheit nie erreicht werden kann - die fordert aber auch niemand, sodass das ein Stohmann ist. Die Frage ist: Wie viel Sicherheit wollen wir erreichen und welchen Preis sind wir bereit, dafür zu zahlen?

Beim Tempolimit geht es primär aber um den CO2-Verbrauch, der vor allem bei Extremgeschwindigkeiten extrem erhöht ist. Selbst ein Tempolimit von 150 km/h würde hier schon helfen (und den Großteil der Bevölkerung nicht mal einschränken…). Dass durch ein Tempolimit auch noch Verkehrstote reduziert werden können ist das Sahnehäubchen. Mehr noch: Wenn alle anderen Länder auf der Welt zu dem Schluss kommen, dass ein Tempolimit sinnvoll ist, braucht man schon verdammt gute Gründe, zu sagen: „Ihr liegt alle falsch, kein Tempolimit ist der sinnvollere Weg!“. Und diese guten Gründe kann ich wahrlich nicht sehen.

Insofern teile ich deine Meinung zwar hinsichtlich der Unmöglichkeit der absoluten Sicherheit im Allgemeinen, halte sie aber für auf diesen Fall nicht anwendbar.

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Mit der Brechstange?
Fast kein Land außer Deutschland hat kein Tempolimit!
Ansonsten siehe Daniel.

Dass du Auto mit Zug vergleichst, zeigt deinen Mangel an echten Argumenten :wink:

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Die verdammt guten Gründe gegen ein allgemeines Tempolimit sind dieselben wie bei vielen anderen Themen: Sehr viele Menschen wollen es nicht. Wir lehnen ein Tempolimit ab, weil wir selbst entscheiden möchten, wie schnell wir fahren, wenn das möglich ist, sprich die Autobahn frei ist. Auch wenn dir und anderen das nicht passt, ist das noch lange kein ‚verdammter Grund‘, es anders zu machen.

Es gibt weder eine erhöhte Dringlichkeit beim Thema Sicherheit, noch bringt ein Tempolimit beim Umweltschutz spürbare Verbesserungen, vor allem im Vergleich zu anderen Maßnahmen, die ähnliche Einschränkungen für die Bürger mit sich bringen könnten.

Es gibt doch bestimmt auch Dingen, die du gerne machst? Könnte wir die nicht lieber stattdessen massiv einschränken? Flugreisen, Kreuzfahrten, Grillen, Tierprodukte essen, UHD-Streaming auf Netflix, Rauchen, Kaminfeuer oder jedes Jahr X neue Klamotten kaufen…

Jeder belastet mit seiner Existenz die Umwelt, dafür gibt es Steuern und andere Abgaben. Ich persönlich bin für deutlich höhere CO₂-Steuern oder Sonderabgaben auf besonders große oder leistungsstarke Fahrzeuge. Mit der kompromisslosen Einstellung die du teilst, sind die Tempolimit-Befürworter bisher ja nicht weit gekommen. Vielleicht solltet ihr eure Forderungen mal überdenken.

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Drücken wir es anders aus:

Wenn ich mit Richtgeschwindigkeit 130 km/h auf der nicht tempolimitierten Autobahn fahre, dürfte das ja niemanden stören? Auch niemanden der dort gerne 180 km/h fahren will.
Und wenn ich nun mit dieser Richtgeschwindigkeit ein Rudel LkW überhole, die vorschriftsmäßig 100 km/h fahren, dürfte der nun ankommende „schnelle“ Fahrer kein Problem damit haben, entsprechend auf 130 km/h abzubremsen, bis ich meinen Überholvorgang beendet habe und wieder dem Rechtsfahrgebot Folge leiste?

Nur rein rechtlich betrachtet.

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Die Statistik sagt aktuell was anderes:

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Würde ich alles unterschreiben, bitte machen! Aber so einfach wie ein Tempolimit sind diese Massnahmen gewiss nicht, zumal sie noch nicht einmal in die allgemeine Diskussion eingebracht sind (würde sektorbezogene Aufstände befürchten, die dann mit ebenso „stichhaltigen“ Argumenten wie „ich fahre gerne schnell, weil …“ ihre persönlichen Präferenzen für die Bildung von gesellschaftlichen Regeln zur Grundlage machen wollen.

Verlorene Ladung oder Tiere sind nicht beleuchtet. Auch liegengebliebene Fahrzeuge können unbeleuchtet sein.

Die würden sich schnell daran gewöhnen, wie Rauchverbot, Anschnallpflicht und 1000 Regeln, die es jeweils davor noch nicht gab. Ein gemeinschaftsschädliches Hobby sollte reguliert werden. Wenn derartige Regulierungen die persönliche Freiheit (Menschenrecht) tatsächlich berühren würden, wäre eine freiheitliche Gesellschaft Utopie.

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Man könnte auch argumentieren, dass diese „Freiheit“ dazu führt, dass - persönliche Einschätzung - Autofahren, wenn man nur so 120-130 fährt, teilweise maximal unentspannt wird, weil man ständig gucken muss, wer da hinten so angeschossen kommt. Ich fand Fahrten im Ausland tendenziell angenehmer. Aber, ist dann wohl persönliches Pech, mein Wunsch entspannt ans Ziel zu kommen müsste in der Logik weniger wiegen als der Wunsch nach schnellem Fahren.

Eigentlich gibt es überhaupt kein gutes Argument gegen ein Tempolimit, außer „ich will schnell fahren können wenn und wann ich will“.

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Aber warum bist du unentspannt? Ich schaue auf der Autobahn in den Rückspiegel wenn ich zum überholen ansetze, ansonsten ist mir was hinter mir Passiert komplett egal. Und da ich das Rechtsfahrgebot einhalte ist es mir auch egal wie schnell andere von hinten ankommen. Wenn ich kann fahre ich rechts und das sieht der von hinten kommende ja auch. Und ich beschleunige nicht, nur weil der hinter mir schnell ankommt. Muss er halt bremsen. Die Anzahl an Unfällen zwischen Autos die passieren, weil einer von hinten drauffährt wenn sich auch der langsame Verkehrsteilnehmer an die Regeln hält, sind glaube ich erheblich geringer. Wie viele Verkehrstote gibt es ohne Fremdbeteiligung? Also wo die einzige geschädigte Person, der zügige Fahrer selbst ist? Und muss ich den vor sich selbst schützen, wenn er es gar nicht möchte?

Leider ist es ja auch so, wenn ein schneller Fahrer nicht schnell genug bremst, das er nicht nur sich selbst schädigt.
Zudem fühlen sich besonders Fahranfänger und unsichere Fahrer durch die Lichthupe hinter sich verunsichert und genötigt, das Fehlerrisiko steigt.

Ich selbst bin da völlig entspannt, hinter mir kann drängeln wer mag, ich fahre dann gerne besonders vorschriftsmäßig.:wink:

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Mal anders herum gefragt: Wenn das vorgeschlagene Vorgehen „mit der Brechstange“ ist (was auch immer das sein soll) ist: wie müsste man vorgehen, um „planvoll“ ein Tempolimit einzuführen? Ich finde das Wort „Brechstange“ suggeriert, dass politische Gestaltung eine Gewalttat wäre, die „dem Volk“ aufgeladen wird.

Das Sicherheitsniveau deutscher Autobahnen liegt unter dem EU Durchschnitt.

Das ist der Deutsche Perfektionismus. Weil eine 100%-Lösung unmöglich ist versuchen wir lieber garnichts.

Mit dem Argmuent können wir auch jegliche politische Gestaltung lassen. Klimawandel? Erzeugt so viel Streit, lass mal lieber nicht drüber reden.

Es gibt gewiss auch gute Argumente gegen ein Tempolimit, da ist es aus meiner Sicht nicht nötig, auf Nicht-Argumente zurückzugreifen. Jegliche Gestaltung, die wir heute für selbstverständlich halten, wurde seinerzeit mit viel Vehemenz abgelehnt: Vom Rauchverbot in der Bahn, dann in Lokalen, zur Anschnallpflicht, vom Frauenwahlrecht zum Verbot, seine Kinder zu züchtigen. Wir sollten in den Vordergrund stellen, was wir gewinnen können: eine sauberere, leisere, entspanntere Reisemöglichkeit und Zukunft.

Vielleicht noch mal ein Pro-Argument: Die Bundesregierung ist per Grundgesetz dazu verpflichtet, die Freiheit zukünftiger Generationen zu schützen. Um zukünftige Generationen vor drastischen Maßnahmen zur CO2-Reduzierung zu schützen, die einen schweren Eingriff in die Freiheit darstellen (beispielhaft: Komplettes Flugverbot), ist es notwendig, dass die Regierung heute mildere Maßnahmen ergreift. Bisher reichen die beschlossenen Maßnahmen nicht aus, weder für die Einhaltung des Pariser Vertrags, noch der Verpflichtungen aus dem GG. Deshalb ist es nötig, heute Maßnahmen zu ergreifen, die einen milden Eingriff in die Freiheit der Menschen darstellt. Und genau das wäre die Einführung eines allgemeinen Tempolimits. Die anderen genannten Maßnahmen können und sollten auch ergriffen werden, das Tempolimit ist aber eine verhältnismäßig günstige und einfache Möglichkeit. Sie wird das Problem nicht alleine lösen, aber den Druck auf andere Maßnahmen reduzieren.

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