finde ich es ehrlich gesagt einen No-Brainer, die Abschuss-Richtlinien zu vereinfachen. Dass erstmal ein CSI Miami Team losziehen muss, um die Lizenz zum Abschuss zu bekommen kann man doch niemandem mehr erklären. Ein Tier, dessen Population jedes Jahr um 30% wächst ist offensichtlich nicht mehr lokal bedroht.
Man muss sich nur mal klar machen, dass bei so einem Wachstum sich die Zahl der Wölfe und somit voraussichtlich auch der „Problemwölfe“ in den nächsten 8-9 Jahren verzehnfachen würde. Jetzt nicht zu handeln würde das Problem also höchstens in die Zukunft verschieben.
Gerade weil die Population so genau gemonitored wird, können wir glaube ich gut mit 10% Wachstum und weniger Bürokratie sowie Weidetierschäden leben.

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Dazu hätte mich in der Lage noch eine Studie interessiert mit einer Hochrechnung was man denkt wie viele Wölfe es bei Maximalbesiedlung in Deutschland geben würde. Das reguliert sich ja irgendwann von selbst und wächst aktuell so stark, weil sie sich noch weit verbreiten können. Irgendwann gibt’s überall ein Rudel und die Verbreitung wird nachlassen. Wäre meine Annahme.
Dennoch denke ich, ein Abschuss der Problemwölfe ist gerechtfertigt und trägt zu mehr Akzeptanz bei. Dafür kann man sich ja ein schlaues unbürokratisches Konzept überlegen. Pauschalen Abschuss finde ich genauso falsch wie kategorisch keinen Abschuss.
Auf der anderen Seite reduzieren Wölfe sowohl Baum als auch Ackerschäden dadurch dass sie die Wildtierpopulationen natürlich regulieren.

Ich war kürzlich zu einem „Wolfs-Wochenende“ beim niedersächsischen Wolfsberater Kenny Kenner in der Göhrde (übrigens absolut empfehlenswert, der Name ist Programm - er ist ein wahrer Wolfs-Kenner und weiß alles über die Tiere und ihre Lebensweise).

Kenny hat uns das Phänomen mit den Nutztier-Rissen genau so erklärt, wie Ihr es auch analysiert habt: Wenige Problemwölfe reißen eine Menge Tiere. Und das liegt nicht daran, dass diese Individuen besonders aggressiv, ausgehungert oder gar verhaltensgestört wären, sondern im Prinzip an einzelnen Nutztierhaltern: Wenn diese ihre Tiere nicht ausreichend durch professionelle Schutzzäune und/oder Herdenhunde schützen (z.B. auch weil sie durch die je nach Bundesland z.T. auch aufwändigen Formulare für die Beantragung von Zuschüssen abgeschreckt werden) und es einem Wolf einmal gelingt, z.B. ein Schaf zu reißen, hat er im wahrsten Sinne des Wortes dann „Blut geleckt“ und versucht es immer wieder, da Herdentiere natürlich äußerst leichte Beute sind für einen Wolf.

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Wie wär’s mit einem (irgendwie smart aufgeteilten) Kontingent an Abschüssen, die man ohne Erlaubnis durchführen darf (aber natürlich melden muss). Darüber hinaus gilt das alte (aufwendige) Verfahren.

Das kann doch kein Mensch kontrollieren, daher würde es massiv ausgenutzt werden.

Man muss sich vor Augen führen, dass der Mensch den Wolf schon einmal in Deutschland ausgerottet hat. Eben weil man die menschlichen Interessen (u.a. an Herdetierzucht) gnadenlos dem Lebensrecht des Wolfs übergeordnet hat. Genau diesen Fehler begehen wir nun wieder, wenn wir zu lasche Regeln setzen, Regeln die entweder mit Leichtigkeit ausgenutzt oder schlicht nicht überwacht werden können. Dann werden die Menschen ganz schnell wieder ihre Landschaften „wolfsfrei“ machen, daran habe ich nicht den geringsten Zweifel. Wenn man sich die Diskussionen anschaut wird sehr deutlich, dass es auf der „Gegen Wölfe“-Seite viele Akteure gibt, die nur auf eine solche lockere Regelung warten, um die Wölfe als Ganzes wieder auszurotten…

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Warum sollte das schwerer zu kontrollieren sein als das bisherige System? Und wie sollte es ausgenutzt werden?

Es gibt m.E. einen großen Spielraum zwischen dem heutigen System und einem, dass die Gefahr birgt, den Wolf wieder auszurotten. In der Lage würde ja z.B. vom skandinavischen Umgang mit dem Thema berichtet.

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Für mich ist im Clip sehr deutlich geworden, wie sehr die Frau davon schockiert war, dass Tiere, um die sie sich kümmert und sorgt, vom Wolf gerissen werden und ihre Eingeweide bei lebendigem Laib gefressen werden. Aber klar, „Untier“ passt nicht auf ein Tier…

Das ist ein einziger Strohmann.

Oder die Rudel wachsen weiter und die Wölfe drängt es dann in die Vorstädte und Dörfer, wie es bei den Wildschweinen passiert. Aber bis dahin haben wir sicher Zeit zu reagieren.

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Ich sehe das Problem, dass das nicht die Problemwölfe trifft und am Ende werden genauso viele Weidetiere gerissen.

Kann man nicht jeden Wolf oder Rudel mit Sendern ausstatten und per GPS verfolgen. Wenn nachweisbar ist, dass er auf einer Wiese war und der Landwirt einfach über Fotos nachweisen kann dass er dort gerissen hat, dann darf er geschossen werden. Man weiß ja dann auch wo er ist. Die GPS Daten müssen natürlich strengem Schutz unterliegen.

Eine Einschätzung von nem Experten wäre interessant und eine Studie zur prognostizierten Ausbreitung.
Wenn es sich nicht selbst reguliert wird es Abschussquoten geben müssen.

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Die Trefferquote wäre sicher geringer als beim eindeutigen Nachweis. Allerdings wird letzteres Verfahren ja auch erst dann zum Einsatz kommen, wenn man sich recht sicher ist, dass es sich um einen Problemwolf handelt. Bei einem freien Kontingent würde ich davon ausgehen, dass das nicht dazu führt, dass danach wahllos Wölfe abgeschlossen werden. Man wird sehr daran interessiert sein, weiterhin die Problemwölfe zu finden, sonst hat man seinen „Freischuss“ vergeudet und muss den echten Problemwolf über das aufwendige Verfahren erledigen.

Daran hatte ich auch schon gedacht. Glaube aber damit das wirklich gut möglich ist, müsste man Recht sperrige Hardware am Wolf „installieren“.

In Zambia hatte mind 1 Löwe eines Rudels ein sperriges Halsband. Scheint zu funktionieren

Ich wollte hier mal einen kleinen Kommentar da lassen:
Der Abschuss von „Problemwölfen“ ist nicht alternativlos. Es gibt auch die Möglichkeit, die Tiere mit Gummigeschossen abzuschrecken und ihnen so nachhaltig etwas beizubringen.
Da Wölfe soziale Tiere sind, werden unangenehme Erfahrungen auch im Rudel geteilt.
Der Schuss von “Problemwölfen” ist dagegen nur eine Lösung über eine Generation.
Zudem gilt: werden einzeln laufende Leittiere für “Problemwölfe” gehalten und erschossen, dann zerbricht gegebenenfalls das ganze Rudel. Die dadurch allein laufenden Wölfe reißen viel häufiger Nutztiere.

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Ich glaube in einigen Jahren werden wir einsehen, dass es sehr naiv war, ein Raubtier wie den Wolf in einem extrem dicht besiedelten Gebiet wie Deutschland wieder ansiedeln zu wollen. In meiner Stadt haben Wildschweine jede Scheu vom Menschen verloren und laufen überall herum. Wenn das mit dem Wolf passiert, dann gute Nacht. Spätestens wenn die ersten Kinder angefallen werden, wird sich die Stimmung dann komplett drehen.
Das ist gerade in den Niederlanden passiert, wo ein ganzes Waldgebiet gesperrt werden musste, weil mehrere Kinder von Wölfen angefallen wurden.

In den USA haben sie im Yellowstone die Bären wieder angesiedelt. Wer sich falsch verhält, wird schon mal angefallen. Immer wieder dringt auch mal einer in den Vorgarten ein. Der Bestand wird jetzt reguliert, aber die Amerikaner haben uns da etwas voraus. Sie finden einen Weg zur Koexistenz.

Jedes Jahr werden 27000 Kinder in Deutschland bei Verkehrsunfällen verletzt. Wann werden endlich Autos verboten?
Ich finde es schwer, wenn Debatten komplett faktenfrei und ohne Verhältnis emotionalisiert werden.

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Die Antwort ist doch ganz einfach: du wirst in Deutschland keine Mehrheit finden, die die Autos verbieten möchte.
Spätestens aber wenn sich Wölfe in unseren Städten herumtreiben, wird die Bevölkerung so aufgebracht sein, dass der Wolf wieder zum Abschuss freigegeben wird.
Hier der Link zu dem Vorfall in den Niederlanden:
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/niederlande-wolf-naturgebiet-gefahr-biss-kinder-100.html

Ich habe Angst vor Hunden. Gefährlich können sie auch werden. Wie wäre es, wenn wir die auch abschießen… zumindest die ohne Leine?

Nein, ich meine das nicht ernst. Obwohl ich Hunde wirklich fürchte. Aber der Vergleich soll dir etwas sagen.
Glaube kaum, dass Wölfe dem Menschen im Regelfall gefährlich werden.

Tun Jäger wenn sie lust haben und/oder das Tier wildert.

Wenn es jetzt schon Beißvorfälle zwischen Wolf und Kindern gibt, dann wird das in Zukunft noch extrem zunehmen, wenn die Zahl der Wölfe deutlich zunimmt und Wölfe in die Wohngebiete vordringen werden (so wie es bei den Wildschweinen passiert ist).
Der Wolf als Raubtier triggert einfach bei vielen Menschen tiefsitzende Urängste.
Selbst vor meinen beiden Königspudeln, die wie große Teddybären aussehen, haben viele Menschen (du wahrscheinlich auch) panische Angst.

Ich verstehe was du meinst und vermutlich wird das Thema dann auch medial extrem gepusht und von Seiten der „Wolfsfeinde“ auch. Ich wäre nur dafür, dass man das Thema dann eben nicht so behandelt, sondern eben bei den Fakten bleibt und einen sachlich angemessenen Kompromiss findet. Gerne auch schon vorher. Dass der Wolf nur böse ist wurde uns ja schon in Märchen und Spielen (Wer hat Angst vorm bösen Wolf) beigebracht. Dass das nicht der Realität entspricht und der Wolf ein scheues Tier ist sollte klar sein. Zu deiner Vermutung, dass Wölfe dann in die Städte gehen ohne Angst würde mich interessieren ob hierzu schon Untersuchungen gibt. Gibt ja in anderen Ländern schon länger Wölfe und in Brandenburg anscheinend so viele wie nie. Hat sich da am Verhalten eine Veränderung bemerkbar gemacht?
6 Tage nach Solingen werden neue Sicherheitspakete verabschiedet. Jedes Jahr etliche neue Tote im Straßenverkehr und weibliche Opfer von häuslicher Gewalt und kein Aufschrei. Vermutlich würde es beim Wolf ähnlich laufen, gebe ich dir recht. Nur bringt eben eine pauschale Abschussquote da auch nichts, wie in der Lage dargestellt. Also braucht man eine andere gute Lösung und wird auch dann nie solche Fälle verhindern können. Genauso wenig, wie ein Messerverbot irgendwelche Terroranschläge verhindert.