Also gehen wir davon aus, dass es eine relevante Anzahl von Vorkommen geben wird, in denen vom Hass auf den Wolf verwirrte Landwirte im Wald einen Wolf erschießen, diesen 20-70kg schweren, blutenden Kadaver dann auf seinen Truck hievt, den auf seine Weide karrt, da ablegt und dann den Abschuss meldet?
Also üblicherweise ermittelt die Polizei bei Straftaten.
Und niemand stört sich daran, wenn Wildtiere Wildtiere jagen. Wenn sie aber auf den Geschmack von eingezäunter Nutztiere kommen, dann wird das zum Problem.
pbf85
10
Nur ist eben nicht alles was die Tiere tun auch das was die Tiere in Wildnis tun würden. Das Problem gibt es ja in vielen Ländern auch mit Bären, die statt zu Jagen dann lieber in Siedlungen auf Nahrungssuche gehen. Und das wird eben für das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier zum Problem.
Wenn ein Wolf ein Schaf reißt, dann ist das auch etwas was als Nahrungssuche durchaus normal ist, wenn aber ein dutzend Schafe gerissen wurden und gar nicht gegessen werden, dann wird das für Landwirte natürlich zum Problem.
Vor allem weil in einem bewirtschafteten Land das Limit für die Population der Wölfe eben nicht das natürliche Nahrungsangebot wäre, sondern eine Verbreitung über dieses Maß hinaus möglich wäre.
Ich denke daher, dass eine gewisse Form einer Populationskontrolle schon nötig sein wird.
Wie könnte das aussehen? Ernsthafte Überlegungen.
Einhergehen müsste das dann mit einer Meldepflicht des Schützen, um im Falle eines ungerechtfertigten Abschusses anklagen zu können. Dann muss festgelegt werden, wie viele Stichproben untersucht werden (z.B. jeder 5.). Weil ohne festgeschriebene Stichproben funktioniert dieses Konzept des Bürokratieabbaus aus meiner Sicht nicht, weil dann die Kontrollstellen einfach weggespart werden und dann gibts keine Regulierung mehr.
Wie weist man nach, dass ein ganz bestimmter Wolf auf einer Wiese war und dass genau dieser Wolf abgeschossen wurde? Ist das forensisch möglich? Dürfen dann alle Rudel in einem Umkreis von x km geschossen werden?
All das gibt es bereits. Man schießt nicht einfach geschützte Tiere und lässt die im Wald liegen. Und wenn doch, dann ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Naja, der tote Wolf liegt dann ja auf der Wiese. Ich habe @Asathor nicht so verstanden, dass man jeden Wolf, von dem man behauptet, dass man ihn mal auf der Weide gesehen hat, überall schießen darf. DAS wäre in der Tat Unsinnig.
Entschuldigung für die Polemik, dennoch: Wölfe halten sich aber nunmal nicht an Schilder mit dem Aufdruck „Ab hier Wölfe verboten“.
Daran wird abschießen auch nur bedingt etwas helfen, dann zieht ggfs das Rudel einige Kilometer weiter und reisst dort dann ein Beutetier. Ich sehe dann dann nur den Weg der erneuten Ausrottung. Und das will ich als Alternative gar nicht ausschließen, nur hatte man sich ja lange Zeit darum bemüht dass Wölfe in Deutschland wieder heimisch werden.
Das würde denke ich zu sehr wenig Abschüssen führen, da kaum jemand alle seine Wiesen ständig überwachen würde. Selbst, wenn man sich nur an die Wiese stellt, wo der Wolf schonmal zugeschlagen hat. Zudem ist fraglich, ob man auf allen Wiesen schießen darf. Darf man auf dem Deich schießen?
Glaube aktuell ist es so, dass der Problemwolf dann außerhalb der Wiese geschossen werden darf.
Ja, der Vorschlag soll ja auch nicht zur Ausrottung der Wölfe führen.
Sondern die Nachweispflicht reduzieren, die dazu führt, dass du selbst dann nicht einen Wolf schießen darfst, der gerade über deine Viehweide läuft, wenn du nicht mit Sicherheit sagen kannst, dass es sich um den Problemwolf handelt.
Ich würde das auch für angemessen halten, wenn diese Erlaubnis nur dann gilt, wenn z.B. bekannt ist, dass es einen Problemwolf in der Gegend gibt oder ein Viehriss in den letzten 14 Tagen bereits stattgefunden hat.
Ich höre selten etwas davon, dass Wolfsrudel geschlossen Vieh angreifen. Eigentlich halten sie sich nämlich vom Menschen fern. Und wenn das Schild mit einem Elwkteozaun unterstrichen wird, dann um so mehr.
Ja ok, dann verstehe ich die Idee und würde sagen ist ok, sofern Missbrauch kontrolliert wird und kontrolliert werden kann. Löst dann aber kein Problem, weil wie gesagt wohl kaum ein Wolf in flagranti erwischt wird und noch von einem Jäger begleitet (wie viele Schäfer sind Jäger).
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Unter Trump werden solche Leute Gesundheitsminister.
Und wenn man einen Abschuss damit legalisieren kann ist das doch ziemlich verlockend. Wer kriegt dann überhaupt die Beute? Der Jäger ist ja nicht zuständig und fällt damit raus.
Ansonsten ist es ja nicht der Wolf, der in unser Gebiet vordringt, sondern wir in seins. Die Flächen, die Wildtieren zur Verfügung stehen, werden halt immer kleiner. Wo sollen die hin?
Und dann kommen noch die hinzu, die für ihre Nutztiere keine Elektro- oder manchmal sogar gar keine Zäune wollen und dann aber nach Entschädigung oder Blut rufen, wenn es eines ihrer Tiere erwischt hat.
MarkusS
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finde ich es ehrlich gesagt einen No-Brainer, die Abschuss-Richtlinien zu vereinfachen. Dass erstmal ein CSI Miami Team losziehen muss, um die Lizenz zum Abschuss zu bekommen kann man doch niemandem mehr erklären. Ein Tier, dessen Population jedes Jahr um 30% wächst ist offensichtlich nicht mehr lokal bedroht.
Man muss sich nur mal klar machen, dass bei so einem Wachstum sich die Zahl der Wölfe und somit voraussichtlich auch der „Problemwölfe“ in den nächsten 8-9 Jahren verzehnfachen würde. Jetzt nicht zu handeln würde das Problem also höchstens in die Zukunft verschieben.
Gerade weil die Population so genau gemonitored wird, können wir glaube ich gut mit 10% Wachstum und weniger Bürokratie sowie Weidetierschäden leben.
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Dazu hätte mich in der Lage noch eine Studie interessiert mit einer Hochrechnung was man denkt wie viele Wölfe es bei Maximalbesiedlung in Deutschland geben würde. Das reguliert sich ja irgendwann von selbst und wächst aktuell so stark, weil sie sich noch weit verbreiten können. Irgendwann gibt’s überall ein Rudel und die Verbreitung wird nachlassen. Wäre meine Annahme.
Dennoch denke ich, ein Abschuss der Problemwölfe ist gerechtfertigt und trägt zu mehr Akzeptanz bei. Dafür kann man sich ja ein schlaues unbürokratisches Konzept überlegen. Pauschalen Abschuss finde ich genauso falsch wie kategorisch keinen Abschuss.
Auf der anderen Seite reduzieren Wölfe sowohl Baum als auch Ackerschäden dadurch dass sie die Wildtierpopulationen natürlich regulieren.
Vera1
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Ich war kürzlich zu einem „Wolfs-Wochenende“ beim niedersächsischen Wolfsberater Kenny Kenner in der Göhrde (übrigens absolut empfehlenswert, der Name ist Programm - er ist ein wahrer Wolfs-Kenner und weiß alles über die Tiere und ihre Lebensweise).
Kenny hat uns das Phänomen mit den Nutztier-Rissen genau so erklärt, wie Ihr es auch analysiert habt: Wenige Problemwölfe reißen eine Menge Tiere. Und das liegt nicht daran, dass diese Individuen besonders aggressiv, ausgehungert oder gar verhaltensgestört wären, sondern im Prinzip an einzelnen Nutztierhaltern: Wenn diese ihre Tiere nicht ausreichend durch professionelle Schutzzäune und/oder Herdenhunde schützen (z.B. auch weil sie durch die je nach Bundesland z.T. auch aufwändigen Formulare für die Beantragung von Zuschüssen abgeschreckt werden) und es einem Wolf einmal gelingt, z.B. ein Schaf zu reißen, hat er im wahrsten Sinne des Wortes dann „Blut geleckt“ und versucht es immer wieder, da Herdentiere natürlich äußerst leichte Beute sind für einen Wolf.
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MarkusS
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Wie wär’s mit einem (irgendwie smart aufgeteilten) Kontingent an Abschüssen, die man ohne Erlaubnis durchführen darf (aber natürlich melden muss). Darüber hinaus gilt das alte (aufwendige) Verfahren.
Das kann doch kein Mensch kontrollieren, daher würde es massiv ausgenutzt werden.
Man muss sich vor Augen führen, dass der Mensch den Wolf schon einmal in Deutschland ausgerottet hat. Eben weil man die menschlichen Interessen (u.a. an Herdetierzucht) gnadenlos dem Lebensrecht des Wolfs übergeordnet hat. Genau diesen Fehler begehen wir nun wieder, wenn wir zu lasche Regeln setzen, Regeln die entweder mit Leichtigkeit ausgenutzt oder schlicht nicht überwacht werden können. Dann werden die Menschen ganz schnell wieder ihre Landschaften „wolfsfrei“ machen, daran habe ich nicht den geringsten Zweifel. Wenn man sich die Diskussionen anschaut wird sehr deutlich, dass es auf der „Gegen Wölfe“-Seite viele Akteure gibt, die nur auf eine solche lockere Regelung warten, um die Wölfe als Ganzes wieder auszurotten…
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MarkusS
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Warum sollte das schwerer zu kontrollieren sein als das bisherige System? Und wie sollte es ausgenutzt werden?
Es gibt m.E. einen großen Spielraum zwischen dem heutigen System und einem, dass die Gefahr birgt, den Wolf wieder auszurotten. In der Lage würde ja z.B. vom skandinavischen Umgang mit dem Thema berichtet.
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Für mich ist im Clip sehr deutlich geworden, wie sehr die Frau davon schockiert war, dass Tiere, um die sie sich kümmert und sorgt, vom Wolf gerissen werden und ihre Eingeweide bei lebendigem Laib gefressen werden. Aber klar, „Untier“ passt nicht auf ein Tier…
Das ist ein einziger Strohmann.
Oder die Rudel wachsen weiter und die Wölfe drängt es dann in die Vorstädte und Dörfer, wie es bei den Wildschweinen passiert. Aber bis dahin haben wir sicher Zeit zu reagieren.
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Ich sehe das Problem, dass das nicht die Problemwölfe trifft und am Ende werden genauso viele Weidetiere gerissen.
Kann man nicht jeden Wolf oder Rudel mit Sendern ausstatten und per GPS verfolgen. Wenn nachweisbar ist, dass er auf einer Wiese war und der Landwirt einfach über Fotos nachweisen kann dass er dort gerissen hat, dann darf er geschossen werden. Man weiß ja dann auch wo er ist. Die GPS Daten müssen natürlich strengem Schutz unterliegen.
Eine Einschätzung von nem Experten wäre interessant und eine Studie zur prognostizierten Ausbreitung.
Wenn es sich nicht selbst reguliert wird es Abschussquoten geben müssen.
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MarkusS
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Die Trefferquote wäre sicher geringer als beim eindeutigen Nachweis. Allerdings wird letzteres Verfahren ja auch erst dann zum Einsatz kommen, wenn man sich recht sicher ist, dass es sich um einen Problemwolf handelt. Bei einem freien Kontingent würde ich davon ausgehen, dass das nicht dazu führt, dass danach wahllos Wölfe abgeschlossen werden. Man wird sehr daran interessiert sein, weiterhin die Problemwölfe zu finden, sonst hat man seinen „Freischuss“ vergeudet und muss den echten Problemwolf über das aufwendige Verfahren erledigen.
Daran hatte ich auch schon gedacht. Glaube aber damit das wirklich gut möglich ist, müsste man Recht sperrige Hardware am Wolf „installieren“.
In Zambia hatte mind 1 Löwe eines Rudels ein sperriges Halsband. Scheint zu funktionieren