Gibt es Länder, die in dem Bereich so erfolgreich sind, dass man sich was abschauen kann? Aus meiner Laienperspektive müsste wirksame Prävention vor allem in den Familien ansetzen. Ich bekomme mit, dass es in Familien nicht selten durch überforderte Eltern zu Gewalt gegen Kinder und untereinander kommt. Dabei ist mein oberflächlicher Eindruck, dass die Unfähigkeit, überhaupt sinnvoll über eigene Gefühle sprechen zu können, konstruktive Entwicklungen erschwert. Da wäre etwas hilfreich, wie Familienhelfer, aber von denen gibt es zu wenige und die Anbindung ans Jugendamt führt bei vielen Eltern zu Ängsten, dass ihnen die Kinder weggenommen werden. Das sind aber nur die Familien, in denen alles so aus dem Ruder läuft, dass das in der Schule oder der Kita so auffällt, dass die das Jugendamt dazu holen. Besser wäre ja eine breite Prävention etwa in verpflichtenden Gruppen-Maßnahmen, aber historisch tun wir uns als Gesellschaft schwer, so stark in die Familien rein zu regieren und solche Verpflichtungen würden sicher grade bei denen, bei denen es nötig wäre, zu Reaktanz führen und will man säumige Teilnehmer dann polizeilich vorführen lassen? Außerdem müsste man erstmal Leute finden, die genug solcher Maßnahmen anbieten und die auch bezahlen. Also wenn es Länder gibt, die das besser hinbekommen, wäre schon spannend, sich das mal anzuschauen. Bei Gewalt in der Erziehung sind wir ja nach gut 40 Jahren auch noch nicht am Ziel, aber es gab eine positive Entwicklung und die führt wohl auch dazu, dass Kinder, die weniger Gewalt erfahren, seltener gewalttätige Erwachsene werden. Wie hat man es da denn gemacht? Kann man sich da was abschauen?
pbf85
13
Mir geht es darum, dass ein Mann der seine Frau und ggf. noch Kinder Gewalt zufügt oder gar umbringt oft nicht von einem solchen Verweis abgeschreckt werden würde. Alleine dieser Verweis wäre also keine Maßnahme die isoliert betrachtet immer ausreichend Sicherheit gewährleistet.
Ich könnte mir sehr wohl vorstellen, dass es hilfreich sein könnte wenn bei Trennungen mit Risikofaktoren für Gewalt nach der Trennung mal eine Streife beim Ex-Partner anklopft und in einem Gespräch die Situation abklärt. Ich kann mir vorstellen, dass alleine diese Präsenz schon einen Teil der Fälle verhindern könnte. Aber ob das hinreichend wäre um Frauenhäuser überflüssig zu machen bezweifle ich.
Und wenn ich das Interview mit einer Betreiberin eines Frauenhauses richtig im Kopf habe, dann sind viele der Frauen dort auch gar nicht gewillt z.B. die Polizei einzuschalten, kehren oft selbst wieder zum Täter zurück. Sie suchen vielmehr eher eine „Auszeit“. Das ist für mich frustrierend so zu hören, aber ich wüsste jetzt nicht wie man einer Frau die nicht gewillt ist konsequent gegen den Täter vorzugehen anders helfen kann, zumindest rein symptomatisch betrachtet.
Präventiv gibt es natürlich viel was man tun kann um solche Fälle seltener zu machen.
Überhaupt ist es ja so, dass oft der Nachweis der Gewalttätigkeit das Problem ist. Hier sehe ich es als nötig, dass die Gesellschaft generell wacher wird. Wenn Ärzte Auffälligkeiten konsequent dokumentieren, dann kann das später den Nachweis ja deutlich erleichtern.
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Ein Beispiel für ein Land, das zumindest etwas weiter zu sein scheint, als Deutschland und in dem die Zahl der ermordeten Frauen relativ zur Bevölkerung etwas niedriger zu sein scheint.
Auch für Deutschland bedeutsam: „Der Bericht fordert die österreichischen Behörden auf, die Schulung von Familienrichtern und Familienrichterinnen und Gerichtssachverständigen hinsichtlich der Auswirkungen von häuslicher Gewalt auf Kinder zu verbessern und sie an die gesetzliche Verpflichtung zu erinnern, bei Entscheidungen über das Obsorge- und Besuchsrecht die Sicherheit von Gewaltopfern und ihren Kindern in die Entscheidungsfindung miteinzubeziehen.“
Hab ich als Lehrer nie verstanden und schockiert mich jedes Mal wieder: Wir vergeben „nur“ Abschlussnoten. Wenn jemand die Abiturnoten für Geschichte vergeben würde, der nicht auch Geschichte auf Lehramt studiert hat, wäre das ein Widerspruchsgrund. Auch in der Medizin wäre ziemlich was los, wenn man keine fachliche Spezialisierung bräuchte und Radiologen auch Herz-Ops durchführen würden. Aber bei Richtern reicht es einfach guter Jurist zu sein, eine fachspezifische, kontinuierliche Weiterbildung zum Fachbereich ist nicht selbstverständliche Voraussetzung? Das kann doch nicht stimmen, oder?
Heikd
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Danke fürs Worte finden an Sara!
An die LdN:
Ich find es wirklich toll, dass dieses Thema wieder aufgegriffen wurde. Das ist etwas, was ich extrem schätze an der Lage, dass auch auf wenig beachtete, aber extrem wichtige Themen aufmerksam gemacht wird.
Ich war hier aufgrund der unzureichenden, platten Einordnung aber wirklich ziemlich sprachlos.
Klar, Frauenhäuser und Awareness bei der Polizei ist gut und wichtig. Aber dass auf politischer Ebene anscheinend nicht mal diskutiert wird, wie präventiv angesetzt werden kann und wie Ursachen der Gewalt gemildert werden können… puh…
Bitte liebe Lage, liefert doch eine kritischere Einordnung nach. Das wäre so wichtig. Danke <3
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pbf85
17
Wobei ich gerade diese Prävention als Thema sehe welches vielmehr gesellschaftlich diskutiert werden muss.
Natürlich tut die Politik hier auch zu wenig aber vorwiegend auf die Politik zu verweisen greift dann doch zu kurz. Q
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Heikd
18
Ja, das stimmt. Danke für die Differenzierung.
Umso wichtiger wäre mir, dass die Lage das nochmal andiskutiert. Sie ist an einer so guten Schnittstelle zwischen Politikwelten und Gesellschaftswelten…
Natürlich muss das in der Gesellschaft gemeinschaftlich angegangen werden, aber durch die Politik müssen entsprechende Anstöße und Ansagen kommen sonst ändert sich nichts. Ich kann zwar in meinem Umfeld tätig werden, aber wie viele hier im Forum würden sagen in ihrem Freundeskreis gibt es häusliche Gewalt bei der Sie nichts unternehmen? Vermutlich Null.
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pbf85
20
Und vermutlich stimmt das nicht. Sowas ist am Ende dann ja doch näher als viele glauben.
Daher müssen wir wohl alle lernen auch subtile Hinweise zu erkennen.
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Ich verwende mal dieses Thema hier. Ich finde auch, dass die Benennung der Täter zu kurz kam. Eine richtig gelungene und gleichzeitig sehr unterhaltsame Gegenüberstellung von Femiziden vs Solingen findet sich in der „Mannstalt“, dem ersten Teil der aktuellen Anstalt:
Die ganze Folge finde ich insgesamt sehr unterhaltsam und weist auf viele Probleme hin, die wir hier in unserer Gesellschaft haben.
Was in meinen Augen schon viel ist. Aber da sieht man, dass so eine Aussage eben relativ ist.
Und wenn man sich jetzt vorstellt, dass wir 6.000 Frauenhausplätze in Deutschland haben, wird das noch mal deutlich, dass das eben verdammt wenig ist (vor allem, wenn 400.000 eben nicht viel sind).
Und wenn man die eine Zahl nicht erhöhen will, muss man die andere runter kriegen, so einfach ist Mathematik.
Gwen
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Guten Tag, danke, dass Ihr das Thema aufgreift. Allerdings sehr schade, dass ihr die Arbeit der Polizei so falsch darstellt und zu dem Thema nicht recherchiert. Ich kann zumindest für die Polizei Niedersachsen sagen, dass es zahlreiche Maßnahmen, Fortbildungen, Netzwerke und ein intensives Risikomanagement gibt. Die häusliche Gewalt ist in allen Polizeibehörden ein Schwerpunktthema zu dem alle Polizisten und Polizistinnen sensibilisiert und fortgebildet sind. Wir wollen ganz ausdrücklich das Dunkelfeld aufhellen und Frauen bestärken zur Polizei zu gehen. Die Darstellung suggeriert, wir würden nach wie vor Frauen nicht ernst nehmen. Das schreckt weiterhin Frauen ab, sich bei der Polizei Hilfe zu suchen. Ich schicke gern einmal die in Niedersachsen gültigen Maßnahmenkataloge. Wir müssen unbedingt dran bleiben - die aktuellen Zahlen sind alarmierend.
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sophia1
24
Im Lagebericht wird eine Einschätzung hierzu gegeben: " Ideologie als Ursache für Gewaltzunahme
Eine Erklärung für den Ursprung der Gewalt an Frauen und den deutlichen Anstieg der einstellungsbezogenen Hasskriminalität liegt laut BKA „in einer Ideologie der Ablehnung von Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der Geschlechter“. In dieser Weltsicht werde Emanzipation und Gleichberechtigung als Bedrohung traditioneller Rollenbilder und der angeblich natürlichen Ordnung aufgefasst."
Ich würde mir hier noch eine differenziertere Analyse wünschen, um die pauschale Bewertung „Männer sind das Problem“ in Richtung "Männer als Anhänger der konkteten Ideologien „x, y,…“ stellen ein besonders hohes Risiko dar. Ich frage mich warum das offensichtlich nicht erfolgt?
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Ich bin grade unsicher, ob das in der Lagefolge dazu erwähnt wurde, oder im Podcast „der Tag“ beim DLF, aber im Bericht der Behörde steht wohl auch was davon, dass es großen Forschungsbedarf gibt. Vielleicht kann man dazu noch nicht viel gesichertes sagen?
Ich arbeite ebenfalls in Niedersachsen als Polizist und kann dem nur zustimmen.
Wir dokumentieren wirklich aufwendig, informieren Beratungsstellen und schöpfen alle uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen auf. Die Dokumentation und die Einbeziehung der Beratungsstellen erfolgt teilweise sogar unterhalb der Schwelle einer Straftat (z.B. bei wiederholten, massiven verbalen Streitigkeiten).
In der Praxis besteht für uns das große Problem, dass wir eigentlich nur drei Maßnahmen zur Verfügung haben
-
einen Aggressor aus der Wohnung wegweisen (wenn er ebenfalls in der Wohnung lebt max. 14) Tage, oder einen Platzverweis aussprechen.
Seit einer Gesetzesnovelle ist ein Verstoß gegen die Wohnungswegweisung in Niedersachsen eine Straftat, analog zum Verstoß gegen das Gewaltschutzgesetz
-
eine Gefährdeansprache durchführen, getreu dem Motto: halte dich fern oder es folgen unter Umständen weitere Strafanzeigen.
Wieviel Effekt eine Gefährdeansprache oder eine Wegweisung bei einigen Tätern hat, können sich die meisten hier sicherlich denken.
- und eine Ingewahrsamnahme. Unser gegenüber verbringt also teilweise mehrere Tage in einer unserer Zellen. Diese Ingewahrsamnahme ist jedoch natürlich an hohe rechtliche Hürden geknüpft und wird seitens der Gerichte nur in nachgewiesenen Extremfällen angeordnet.
Bei dem Wort nachgewiesen kommen wir zum nächsten Problem. In Fällen, in denen vielleicht schon eine Trennung vollzogen wurde, oder man zumindest nicht zusammen lebt, bauen die Täter teilweise massiven psychischen Druck auf. Da erleben wir die verschiedensten Varianten. Von Reifen am PKW oder Fahrrad zerstechen, Klingelterror oder Verunglimpfung an der Arbeitsstelle durch anonyme E-Mail oder anrufe. Die Opfer und auch wir, sind uns meistens ziemlich sicher, dass diese Taten durch beispielsweise den Ex-Partner erfolgen. Ohne Beweis gibt es jedoch leider kaum eine Handhabe, weder für uns, noch für Gerichte.
Ich möchte daher an dieser Stelle daher nochmal ausdrücklich betonen, dass auch die (niedersächsische) Polizei dieses Thema sehr ernst nimmt. Es mag sicherlich negativ Beispiele geben. Aber ich kann aus meinem beruflichen Umfeld sagen, dass jeder der mir persönlich bekannten Kollegen und Kolleginnen dieses Feld sehr ernst nimmt und versucht alle Möglichkeiten auszuschöpfen!
Um in diesem Thema voran zu kommen, sollte man meiner Meinung nach vielmehr nach Spanien schauen (in glaube ihr habt in der Vergangenheit schonmal über die dortigen Maßnahmen berichtet).
Hier erhalten Täter, die bereits viel aufgefallen sind eine Fußfessel und betroffene Frauen können eine Art „Warnarmband“ tragen. Durch diese technischen Mittel können zumindest Annährungsverbote wirklich nachhaltig überwacht werden.
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Gwen
27
Ja, das ist alles sehr richtig. Daher kann man den Entschließungsantrag (siehe oben) nur unterstützen!
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Ein Teil von Aufklärung über das Thema durch das zuständige Ministerium: https://youtu.be/cocRXt02VfU?si=g3-quXCzi4wF9OVd
Fand ich nicht schlecht, auch mit der Auflösung, dass Hilfe von außen kommt, wenn man so nicht mehr „Mama spielen“ will. Einerseits gut, aufzuklären, andererseits frage ich mich, was das für ein Staat und was wir für eine Gesellschaft sind, dass wir Leuten in Not erzählen, dass es Hilfe gibt und sie dann nicht konsequent bereitstellen, weil uns die par Euro dafür zu teuer sind.
sophia1
29
Ich habe mich mit meiner Frage mal interessehalber an ChatGPT gewandt. Die Antwort bringt zumindest für mich einiges Erhellendes:
"Ein interdisziplinäres Expertenteam könnte die Frage nach den drei konkreten Ideologien, die mit hoher Wahrscheinlichkeit für den Anstieg der Gewalt gegen Frauen in Deutschland relevant sein könnten, unter Berücksichtigung der vorgeschlagenen Ebenen (allgemeine Ideologie, Gruppen, spezifische Täter) wie folgt beantworten:
1. Patriarchale und Traditionalistische Ideologien
Ebene 1: Allgemeine Ideologie
-
Beschreibung: Diese Ideologie basiert auf der Überzeugung, dass traditionelle Geschlechterrollen einer „natürlichen Ordnung“ entsprechen. Sie lehnt die Gleichstellung der Geschlechter und die Emanzipation von Frauen ab, da sie als Bedrohung für kulturelle oder religiöse Werte wahrgenommen wird.
Ebene 2: Gruppen
-
Beispiele:
- Streng religiöse oder fundamentalistische Gruppierungen (z. B. extrem konservative Strömungen im Christentum, Islam oder anderen Glaubensrichtungen).
- Gemeinschaften oder Subkulturen, die explizit auf Geschlechterhierarchien basieren, wie bestimmte extrem traditionelle Diaspora-Gemeinschaften.
Ebene 3: Spezifische Täter
-
Merkmale: Täter mit patriarchalen Überzeugungen neigen dazu, Gewalt als Mittel zur Durchsetzung oder Aufrechterhaltung dieser „natürlichen Ordnung“ anzuwenden, oft in Form von Ehrengewalt, häuslicher Gewalt oder sexueller Kontrolle.
2. Rechtsextreme Ideologien
Ebene 1: Allgemeine Ideologie
-
Beschreibung: Rechtsextremismus fördert ein Bild von Frauen als „Hüterinnen des Volkes“ und propagiert Geschlechterrollen, die Frauen auf Reproduktions- und Unterstützungsaufgaben reduzieren. Feminismus wird als Angriff auf die nationale Identität wahrgenommen.
Ebene 2: Gruppen
-
Beispiele:
- Rechtsextreme Bewegungen und Parteien.
- Frauenfeindliche Teilstrukturen in rechtsextremen Online-Netzwerken (z. B. in Foren oder sozialen Medien).
Ebene 3: Spezifische Täter
-
Merkmale: Einzelpersonen, die durch Hass auf Emanzipation, Feminismus oder Diversity motiviert sind, äußern ihre Gewalt oft in Form von Übergriffen auf Frauen, die sie als „Symbol der Bedrohung“ wahrnehmen.
3. Anti-Feministische Ideologien in digitalen Subkulturen
Ebene 1: Allgemeine Ideologie
-
Beschreibung: Diese Ideologien, oft im digitalen Raum verbreitet, betrachten Feminismus als Feindbild und Frauen als Ursache für persönliche oder gesellschaftliche Probleme. Typisch ist die Ablehnung von Gleichstellung und die Verherrlichung von Gewalt als Mittel zur „Wiederherstellung männlicher Dominanz.“
Ebene 2: Gruppen
-
Beispiele:
- Online-Communities wie die „Incel“-Bewegung (involuntary celibates).
- Männerrechtler-Netzwerke (extreme „Men’s Rights Activists“), die antifeministische Agenden vertreten.
Ebene 3: Spezifische Täter
-
Merkmale: Oft jüngere Männer, die über soziale Isolation und digitale Radikalisierung zu Tätern werden. Ihre Gewalt ist häufig symbolisch gegen Frauen gerichtet, die sie als „Verkörperung feministischer Werte“ betrachten.
Fazit
Das Expertenteam könnte abschließend betonen, dass diese Ideologien nicht isoliert betrachtet werden dürfen. Oft gibt es Überschneidungen, und Täter sind selten ausschließlich von einer Ideologie geprägt. Eine differenzierte Betrachtung hilft jedoch, Präventionsmaßnahmen gezielter zu entwickeln und die gesellschaftlichen Ursachen anzugehen."
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pbf85
30
Ich glaube alle Gewalt gegen Frauen als Folge irgendwelcher Ideologien anzusehen ist ebenso falsch und damit nicht zielführend. Ich habe z.B. mal gelesen, dass es durchaus nicht selten (Zahlen waren glaube ich gar nicht angegeben) wäre, dass Täter nur im Rahmen einer Beziehung zu Gewalt neigen, nicht aber in den Beziehungen davor und danach. Laut der Dame die in diesem Artikel interviewt wurde oft eine Folge unzureichender Fähigkeit Konflikte generell oder aber bestimmte Konfliktsituationen zu lösen. Wenn es dann zu einer Situation kommt die das triggert kann es auch zu Gewalt kommen.
Hier wäre es dann z.B. nötig, dass einfach schon sehr früh in der Erziehung erlernt wird mit Konflikten verschiedener Art umzugehen.
Die körperliche Überlegenheit der meisten Männer in einer Beziehung dürfte hier dazu führen, dass dies oft als einziger Weg gesehen wird. Wenn ich mir ansehe, dass noch heute im Kindergartenumfeld meiner Kinder Eltern sind, die ihren Kindern sich körperlich zu wehren als Mittel gegen Ungerechtigkeiten (also nicht selbst verteidigen bei akuten körperlichen Angriffen) beigebracht werden, dann wundert es mich nicht, wenn diese später auch im Kontext Beziehung zu so einem Mittel greifen.
Das ist natürlich nicht völlig losgelöst von gewissen Ideologien, weil diese ja unter Umständen die Basis davon sind, dass ein Vater z.B. seinem Sohn beibringt „stark zu sein“ und „sich nichts gefallen zu lassen“. Ich denke aber schon, dass die Mehrheit der Eltern die auch noch heute unbewusst solche Ratschläge geben nicht wirklich Anhänger einer Ideologie sind.
Margarete
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