CB87
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Ist vielleicht schon leicht Off Topic, aber irgendwie auch passend zu dieser Diskussion.
Ich empfinde es immer deutlicher, dass es so etwas wie einen Zwang in der Opposition gibt, immer dagegen sein (zu müssen), oder immer noch Zusatzpunkte finden zu müssen, um sich ja von der Regierung, bzw. Vom anderen Lager, abzugrenzen. Das gilt aktuell extrem für die CDU.
Gutes Beispiel ist für mich hier immer wieder die Frage der Energieversorgung oder E Mobilität. Wenn man gezielter nachfragt, und ja, man muss 2x…3x nachfragen als Journalistin, dann geben auch CDU Politikerinnen zu, dass Sonne und Wind und E Mobilität die wichtigsten Bausteine sind. Nur um sich abgrenzen zu können, brauchen sie Scheindebatten wie E Fuels und Atomkraft.
Und jetzt zu den Grünen:
Eine Koalition Union - Grüne würde diesen Oppositionszwang der CDU brechen, die SPD würde sich in der Opposition eher auf die soziale Frage konzentrieren, und diese Scheindebatten würden in den Medien weit seltener vorgetragen werden (diese Rolle hätte ja dann FDP und AFD).
So sehr hier immer wieder gegen die CDU angeschrieben wird, aber für mich ist eine CDU in der Opposition tatsächlich schädlicher für Deutschland als in einer Regierung mit entweder SPD (und dann den Grünen als starke Oppositionspartei) oder den Grünen, und dem sozialen Gewissen in der Opposition.
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lu279
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Das war aber hier nicht so.
Klar sind Schlagzeilen manchmal unseriös, aber es sind eben „Schlagzeilen“. Dass die CDU mehr Interviews gibt als Die Grünen, würde ich mal bezweifeln. Und ob/wem die Menge an Interviews hilft, steht noch einmal auf einem anderen Blatt. Ich finde, man muss schon sehr paternalistisch denken und die Medienkonsumenten krass unterschätzen, wenn man Schlagzeilen, wie die hier gegenständliche als „verantwortunglos“ abtut. Gerade bei den Grünen fällt doch auf, dass sehr schnell Propaganda, Hetze und Falschinformationen vorgeworfen werden, wenn es gegen die Eigenen geht. Hauptsache man muss sich nicht mit den eigenen Fehler ausseinandersetzen. Das wäre nicht bedarsfgerecht.
(Gek. Mod.)
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pbf85
12
Du zeigst gerade selbst, dass du beim lesen nicht zwischen Union und CDU unterscheiden kannst (dass ich von Partei geschrieben habe war ein Fehler), hältst aber die „Medienkonsumenten„ für unterschätzt und denkst, dass Anführungszeichen besser wahrgenommen werden als Wörter?
Die Debatten um das GEG und Verbrennerverbot zeigen doch sehr gut, das am Ende bei einem sehr großen Teil nicht mehr als Schlagworte hängen bleiben und keineswegs zusammenhänge!
Edit: Ich bin übrigens kein Grüner und habe auch schon mal selbst CSU gewählt.
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LagEr
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In manchen Umfragen liegen die Grünen knapp hinter oder gleich auf zur SPD. Damit konkurrieren beide um die Führung des Linken Lagers und damit um das Duell mit Merz.
Und ganz nebenbei, Grüne und SPD waren in der Regierungsmehrheit und damit in der Verantwortung. Nur die guten Sachen raus picken und alles was schief lief auf andere schieben, kann man versuchen. Ob’s klappt, ich weiß ja nich.
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Das hat man doch genauso in der Ampel versucht. Das funktioniert halt nur solange bis ein Partner plötzlich versucht Vereinbarungen aufkündigt.
Und das würde bei schwarz-grün maximal solange funktionieren bis wieder irgendwo eine Landtagswahl ist und die CDU in die Gefahr läuft Wähler an die AfD zu verlieren.
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Die Frage ist wieso Spahn dieses Zitat autorisiert hat. Die CDU Strategie ist klar: Wahlkampf gegen die Grünen, weil man Angst hat Wähler an die AfD zu verlieren, wenn man offen mit schwarz-grün kokettiert. Nach der Wahl sieht das wieder anders aus (bis zur nächsten Landtagswahl).
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Wäre schön wenn die Grünen unter Habeck einen linken Lagerwahlkamof machen würden. Tuen sie aber nicht. Das Motto heißt „Merkel Lücke“. Das geht in die sogenannte Mitte.
Man hofft, dass das Stamm Klientel, aus Mangel an Alternativen, bei den Grünen bleibt und noch einige enttäuschte CDU/SPD Wähler rüber wechseln. Ziel: 25+%
Ich bin skeptisch ob das auf geht, weil man das stammklientel meines Erachtens vergrault, weil man rechts zu viel Kompromisse eingehen muss.
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Die größere Frage ist doch, wieso Spahn die Möglichkeit bekommt, dieses Zitat prominent zu setzen. Außer Energieexperte hat er ja momentan keine herausragende Rolle. Man könnte also durchaus auch andere Leute interviewen.
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Den Titel trägt er allerdings reichlich grundlos, ist mein Eindruck. Expertise im Bereich Energie habe ich da bisher nirgends erkennen können. Eher einen Hang zu Lügenkampagnen ala „Habeck-Akten“.
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pbf85
19
Dafür erreicht man Leute wie mich. Bei einem linken Lagerwahlkampf würde ich eine Stimme für die Grünen sehr in Frage stellen. Wobei es natürlich auf die genauen Umstände und die Ausgestaltung ankommt.
Gerade aktuell wo eine linke Mehrheit weit weg ist würde ein linker Lagerwahlkampf letztlich nur Union und FDP in die Hände spielen die mehr stimmen aus der Mitte bekommen würden.
Am Ende könnte sowas der Schlüssel zu schwarz-gelb sein. Ich verstehe daher schon warum sich die Grünen in die Mitte orientieren.
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Ich finde das zwar persönlich doof und halte einige der damit verbundenen politischen Entscheidungen nicht nur für rechtlich und interessenpolitisch angreifbar (Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan bspw.), sondern auch moralisch falsch. Aber da keine andere Partei mit realistischen Aussichten aufs Parlament einen glaubwürdigeren Klimaschutzansatz verfolgt, kann diese Strategie möglicherweise klappen. Möglich, dass sie zur Demobilisierung führt, aber wegen zu rechter Positionen nicht zu wählen und damit eine schwarz-gelbe oder eine „Große“ Koalition zu ermöglichen, ist ziemlich kurzsichtig, denke ich, von daher hoffe ich sogar, dass diese Strategie Erfolg haben kann, auch wenn die „FPD stärken“-„Presse“ natürlich ihr möglichstes dagegen tun wird.
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Hat sie den? Ich hab noch kein Wahlprogramm gesehen. Aber mehr als eine formlose Absichtserklärung ohne echte Wirkungsaussicht erwarte ich nicht mehr.
Für wirkungsvollen Klimaschutz bräuchten wir disruptive Veränderungen in der Gesellschaft. Ich kann bei den heutigen Grünen den Willen hierzu nicht erkennen. Bei dem potentiellen Partner CDU schon dreimal nicht. Und wenn Klimaschutz nicht auf der Agenda steht, dann geht meine Stimmer diesmal nicht zu den Grünen.
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Die Depression steckt im Detail: Keine andere Partei tritt dafür glaubwürdiger ein, dass überhaupt ein bisschen was passiert. Dass mit unserer Bevölkerung kein sinnvoller und nötiger Klimaschutz passieren wird, weil das schlicht niemals von einer Mehrheit gewählt werden wird, liegt nicht an den Grünen.
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Gibt es eine Partei, die das Thema aus deiner Sicht umfassend oder besser adressiert?
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Kurze Antwort: Nein.
Warum tendiere, obwohl Klimaschutz bei mir eigentlich ganz oben steht, trotzdem dazu, die Grünen diesmal nicht zu wählen?
Das sind im Wesentlichen zwei Gründe:
- Alle Szenarien, die ich bisher für eine klimaneutrale Welt gelesen habe, betrachten zahlreiche weitere Themen, die wir im Verbund angehen müssten. Da kommt man immer wieder an Themen wie der Förderung von Frauenrechten und der Beseitigung globaler Ungerechtigkeiten vorbei. Aus meiner Sicht sind diese Szenarien viel plausibler und erstrebenswerter als alles, was ich bisher von konservativer Seite gesehen habe. Da gibt es aus meiner Sicht kein plausibles Szenario mit wirksamem Klimaschutz und ein aus anderen Blickwinkeln attraktives schon gar nicht. Interessanterweise werden in solchen Modellierungen Themen wie die Energiewende eher als nachrangige Selbstverständlichkeit betrachtet. Ich erwarte vom grünen Wahlprogramm vielleicht die deutlichste Bekenntnis zu einer Verringerung des deutschen Fußabdruckes, aber keinen echten Fortschrittsideen. Ich hoffe derzeit im progressiven Lager noch eine Partei zu finden, die sich das Thema globale, soziale Gerechtigkeit veknüpft mit Klima- und Umweltschutz auf die Fahne schreibt. Mal sehen.
- Von einer ein schwarz-grünen Politik erwarte ich eine minimale, im globale Maßstab, aber unerhebliche Reduktion der deutschen Emissionen, wenn überhaupt. Erstmal wird Wirtschaft vorgehen. Und beim Klimaschutz ist mit sozialen Härten zu rechnen. Dafür möchte ich aber meine Stimme nicht hergeben. Weder für soziale Härten beim Klimaschutz noch für soziale Härten, insbesondere international, für die Bewältigung der Klimakatastrophe. Wenn wir die absehbaren Folgen, die selbst ein gebremster Klimawandel haben wird, nicht solidarisch lösen, zieht da ein riesiges Konfliktpotential herauf. Selbst wenn entscheiden, die Emissionen nicht zu reduzieren, müssen wir auf der Welt zusammenrücken. Ich dachte mal, dafür stünden die Grünen. Vielleicht war das immer schon falsch. Daran zweifle ich immer mehr. Erst recht mit dem Ausblick auf Schwarz-Grün noch mehr.
Deshalb verschiebt sich meine Priorität gerade davon, sich „Klimaschutz“ auf die Fahne zu schreiben zu klassischen linken Themen.
Kurz gesagt: Wenn wir als Weltgemeinschaft zusammenfinden, können wir sowohl Klimaschutz als auch Klimawandelbewältigung. Wenn nicht nicht.
Ich dachte lange, erste Klimaschutz, dann soziales, weil wir beides nicht gleichzeitg schaffen und das eine eine physikalisch bedingte Zeitschiene hat. Das sehe ich inzwischen anders.
Edit: Danke für die Frage. Mir hilft es enorm, solche Dinge niederzuschreiben, um für mich klarer zu sehen. Ich kann hier wirklich meinen Sichtweisen weiterentwickeln.
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Flixbus
25
Es ist halt eine Frage der Sichtweise: Die einen sagen „2 Prozent von Hundert sind besser als nichts“ und die anderen sagen - um mit den Sternen zu sprechen: „Es kann keinen Sinn zu warten, bis es besser wird, das bisschen besser wär das Warten nicht wert“.
Flixbus
26
Ich kann die Rede von einem „linken Lager“ in Bezug auf diese beiden Parteien mit ihrer derzeitigen politischen Ausrichtung nicht nachvollziehen. Und ja, SPD und Gründe konkurrieren miteinander, aber nicht um ein „Duell“ mit Merz, sondern darum, sein Juniorpartner werden zu dürfen und damit jener Politik, die sie angeblich dreieinhalb Jahre lang bekämpft haben, zur Mehrheit verhelfen zu dürfen.
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Jochem
27
In den Ländern, wo Schwarz/Grün regiert geht das wunderbar, Natürlich können die Grünen nicht alles durchsetzen b.z.w. umsetzen wie sie es gerne hätten. Das nennt man eben Kompromiss.
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Jochem
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Jens Spahn, Sahra Wagenknecht, Linnemann u.s.w. sind immer wieder präsent in Talkshows und Interviews. Warum?? Das Abdrucken von krassen Zitaten als Überschrift ist made by Bild! Brauche wir das wirklich? Und so verkommt ein Interview zur Wahlwerbung. Die CDU sollte auch aus den letzten Wahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen gelernt haben das der Schuss nach hinten losgeht und sie jetzt Koalitionen mit BSW machen dürfen.
Es fragt sich auch noch wer den Karren an die Wand gefahren hat? Nach der letzten Bundestagswahl war „der Karren“ schon längst gegen die Wand gefahren. Auch deswegen ist das Zitat , als Aufmacher, völlig daneben.
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PhilSie
29
Warum: weil es so mehr Clicks produziert.
Wir wissen doch alle: Polarisierende, laute, skandalöse, aufsehenerregende, schockierende, personenbezogene, plakative, schnell wechselnde, farbige Reize und provozierende Aussagen erzeugen Reaktionen.
Eine ruhige Analyse mit leisem Titel kommt nicht durch, vor allem nicht in Social Media. Headlines müssen heutzutage so konzipiert sein, dass sie Traffic erzeugen und ins eigene Medium umleiten.
Empfohlenes Hausmittel: frage dich vor jedem Artikel: Will ich das wirklich wissen? Erweitert das mein Wissen? Treffe ich danach bessere Entscheidungen?
(Nein, Jens Spahn, nein, liebe ZEIT online, danke, kein Interesse…)
Kann ich sehr empfehlen, es ist ein starker & gut funktionierender Filter.
Finde übrigens auch nicht, dass es Wahlkampf der ZEIT ist; eher eine unschöne Allianz mit einem. Polarisierungsunternehmer der unangenehmen Art.
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