Das kann man nur unterstreichen. Siehe Diskussionen hier im Forum. Statt kostenlosen Kitaplätzen oder Essen wird hier regelmäßig einkommensabhängig gestaffelte Zuzahlungen gefordert. Lieber lasst man jeden seiteweise Formulare ausfüllen und Nachweise erbringen, als dass jemand, der es gefühlt nicht nötig hat, pauschal auch profitieren zu lassen.

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Nur dass es eben vielen, mich eingeschlossen, so vor kommt, dass mit zweierlei Maß gemessen wird.
Beispiele:
Anträge für Sozialleistungen sollen weiterhin streng geprüft werden, die Unternehmer sollen Erleichterungen erhalten. Der ohnehin Arme muss sich nackig machen vor dem Staat um Hilfe zu erhalten, hier interessiert auch nicht wieviel Bürokratie drann hängt, bei den anderen soll nicht mehr so genau hingeschaut werden, sprich man nimmt halt mal in Kauf dass ein paar Prozent „bescheissen“.

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Das ist tatsächlich eine interessante Frage. Denn wenn das Bürgergeld das Existenzminimum abdeckt, muss natürlich geklärt werden, was schon vorhanden ist.
Allerdings sind die Regeln mehr als verwirrend. Ein Darlehen, das ich abzuzahlen hatte, war irrelevant - schließlich könne ich Insolvenz anmelden.
Eine kapitalgestützte Altersvorsorge musste ich auflösen. Den Riester durfte ich nicht nur behalten, es wurden sogar die Beiträge übernommen.
Geld fließt übrigens erst, wenn alle Anträge, Belege und Formulare beigebracht wurden. Das bedeutet, dass du dich bis dein Antrag durch ist eigentlich mit nichts anderem beschäftigst - Zeit, die man auch für Jobsuche nutzen könnte.

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Naja jain.
Ich hatte mal einen Dienstwagen den och nicht privat nutzen durfte (Transporter = unbrauchbar) musste halt Fahrtenbuch führen.
Ist jetzt nicht so berauschend aufwendig.

Bekloppt wurde es erst, als sie bei uns anfingen Abfahrt und Ankunft in extra Zeilen zu fordern (könnt ja ein anderer den personalisierten Transporter bewegen :crazy_face:) und Eintragung von Umwegen (im Stadtgebiet Großstadt) haben zu wollen.

Das mit den Umwegen hab ich dem Typen recht einfach ausgeredet: Ich hab ihn gefragt welches der Umweg ist, wenn ich zwischen Start und Ziel 3 mögliche Wege mit etwa gleicher kilometerzahl wählen kann.

Nur um den Zweizeiler bin ich nicht drum rum gekommen.

Das simple Problem was zu diesem Unsinn geführt hat war, dass man versucht hatte einheitliche Regeln einzuführen wie ein Fahrtenbuch zu führen sei und die sollten dann für alle gelten unabhängig davon ob sie in der Großstadt, auf dem Land, in einem zugeordneten KFZ oder in einem Poolfahrzeug unterwegs sind.

Und genau da liegt am Ende die Krux auch bei der Bürokratie: man versucht einheitliche Regeln zuberstellen die aber möglichst viele, wenn nocht alle Fälle abdecken sollen.

Ich denke einen massiven Bürokratieabbau könnte man erreichen in dem man Bürokratie aufbaut, sprich mehr unterschiedliche Regeln erstellt die jeweils unterschiedliche Fälle abdecken.

Und was auch wichtig wäre: Toleranzen einbauen.
Z.B die Beispieltoiletten: pro 10 kinder eine Toilette (Toleranz 10%) heißt dann für eine Kita mit 2 Toiletten dass die maximal 20 Kinder haben soll aber man nicht sofort beim 21ten eine neue Kita bauen muss.

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Ich weiß nicht. Wenn ich erst einen Haufen Ausnahmetatbestände prüfen muss um zu erfahren, welche Vorgaben mein Fahrtenbuch haben muss, dann sehe ich da keinen großen Bürokratieabbau.

Was man mMn tun müsste, ist Detailregeln abschaffen, wenn es Pauschalbeträge gibt. Auch wenn das für manche negativ ist.

Beispiel: Homeofficepauschale für alle, kein alternativer Kostennachweis über m², etc.
Pauschale dafür etwas erhöhen.

Oder: Arbeitsmittelpauschale erhöhen, keine anderen Werbungskosten dieser Art zulassen. Warum sollte auch der sehr gut verdienende steuerlich entlastet werden, wenn er 300€ für seine Gucci Agenda Kalender ausgeben will.

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Es geht ja nicht darum ein Haufen Ausnahmetatbestände einzeln zu Regeln, sondern unterschiedliche Gruppierungen zu schaffen für die Unterschiedliches gilt.

Ähnlich wie ja heute schon unterschiedliche Temperaturen zu unterschiedlichen Arbeitsstätten vorgeschrieben sind.
Büroräume haben andere als Produktionsstätten, aber eben auch da Toleranzen.

Dokumentationspflicht dient ja in der Regel auch dazu, die Einhaltung von Regeln kontrollieren zu können.

Ein Nachteil den ich daran sehe, weniger vorneweg zu kontrollieren ist, dass es leichter passieren kann, dass man ausversehen gegen die Regeln verstößt und dann teuer bezahlen muss. Beispiel mit der Bahn fahren. Wenn man in Deutschland mit einem Zug fährt, wird vorher nicht kontrolliert, ob man das richtige Ticket hat. Stattdessen gibt es stärkere Strafen, wenn man schwarz fährt. Dadurch kann es dann aber auch leichter passieren, dass man ausversehen das falsche Ticket gekauft hat, weil man die Zonen nicht richtig versteht. Dann wird man stark bestraft, ob wohl man gar nicht die Intention hatte das System zu umgehen.

Ich denke ob es sinnvoll ist höhere Strafen anstatt strikter Kontrolle zu haben, hängt eher vom Einzelfall und mehreren unterschiedlichen Faktoren ab und lässt sich deshalb nicht pauschalisieren.

Das ist schon klar, aber wenn am Ende bei moderaten Auftragshöhen eine Vergabe an der Personaldecke scheitert, dann hilft das doch auch niemandem.

Es gibt ja Alternativen um Vetternwirtschaft zu reduzieren, z.B. eine Vergabe nach dem Vier-Augen-Prinzip. Statt umfangreiche Berichte könnten Checklisten ausreichen. Und wer Vetternwirtschaft betreiben will, wird das auch entsprechend tun und dann halt entsprechend so dokumentieren, dass das nicht auffällt. Solange niemand klagt prüft das ohnehin niemand.

Beispiele für Perfektionismus gibt’s quasi in jeder Folge von „Realer Irsinn“ von Extra 3. Es wäre schön, wenn die weniger Material hätten.

Perfektionismus (bzw. Fehlervermeidung) ist auch eine Ursache für unsägliche Behördensprache.

Wir müssen da dringend besser werden.

Ich hab den Post ein paar Minuten zu früh abgeschickt.

Der Fall von den Münchner Grundschulen, wo Essen lieber weggeschmissen wird, als es dem Lehrpersonal zu geben, ist so ein klassischer Fall von Perfektionismus… also nicht Perfektionismus für die Recht und Ordnung; nicht für die Bildung, die Menschen oder so Kleinkram.

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Um den Bogen zu den gepriesenen USA zu schlagen: Ein Modell, bei dem jeder Polizist Strafen einfordert wie er will, oder bei dem man verklagt wird weil man vergessen hatte im Manual anzugeben, dass Katzen nicht in die Microwelle gehören, taugt für DE glaube ich nicht.

Ich hab Verwandte in der Altenpflege. Tatsächlich müssen auch dort die Mitarbeiter täglich aus rechtlichen Gründen sehr üppige Mengen Mittagessen wegschmeißen (angeblich ca. 50 kg pro Tag). Stattdessen müssen sie dann die Zuhause geschmierten Stullen essen.

Meistens halten sie sich wohl auch daran, auch wenn völliges Unverständnis herrscht. Aber das Essen ist halt nur für die Bewohner bezahlt wurden. Eine Nutzung durch die Mitarbeiter wäre aus Sicht der Hausführung Diebstahl und aus Sicht der Pflegekassen sicher auch strafbar.

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Der Schaden wird durch diese Denkweise verursacht, nicht durch die Verwertung der Reste. Ist ein schönes Beispiel

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Mal eine Meinung dazu:

Frage: sowas wie 6-Tage Woche, Lockerung Arbeitsrecht, flexible Arbeitszeitregelungen, weniger Regelungen, stattdessen mehr Eigenverantwortung…hilft das?

Haben wir uns selbst zu sehr in Watte gepackt?

Wir haben jetzt schon zu viele Arbeitslose, was soll bei einer 6 Tage Woche passsieren (ich gehe mal davon aus dass das dann auch eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit bedeuten würde).

Wie soll ich „Lockerung Arbeitsrecht“ verstehen? Hire and Fire wie in den USA? Oder was soll da gelockert werden?

Flexible Arbeitszeiten gibt es schon in vielen Branchen, aber das ist ein geben und Nehmen. Wenn ich spontan abends aushelfe, dann erwarte ich auch was dafür als Ausgleich.

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Das wären auch meine Fragen.

Für mich klingt dieser Meinungsbeitrag, als ob es primär am mangelnden Arbeitswillen und n Deutschland liegt, das aktuell vieles im Argen ist.

Es handelt sich zwar um einen Meinungsbeitrag, aber darin wurde keine 6-Tage Woche gefordert. Diese Maßnahme war ein Beispiel in Griechenland und es heißt explizit dies sei für Deutschland kein Patentrezept.

Das Beispiel richtet sich eher gegen die 4-Tage Woche. Und da gibt es ja nicht wenige Experten die diese zumindest kurz- bis mittelfristig in vielen Branchen kritisch sehen, zumindest bei analoger Reduzierung der Stundenzahl auf 4/5.

Weil es mag stimmen, dass es noch immer relevante Arbeitslosigkeit gibt, aber die muss man halt aus mehreren Gründen sehr differenziert sehen.

Im Rahmen von Diskussionen übers Bürgergeld wird z.B. richtigerweise angesprochen, dass viele die hier in die Statistik reinfallen streng genommen gar nicht fähig sind zu arbeiten, z.B. wegen nicht diagnostizierter Erkrankungen.

Dann kommen die dazu die zwar arbeiten könnten aber keine passende Qualifikation und schlimmstenfalls auch gar keine Eignung für die gesuchten Jobs haben.
Dann kommen die dazu die im Alter aufgrund von körperlichen Problemen in ihrem Beruf nicht mehr arbeiten können und fachfremd arbeiten müssten, was in der Regel deutlich weniger Lohn bedeuten würde.

Wenn wir jetzt die Probleme bei den Kitas nehmen, dann hilft es uns ja nicht wenn wir sagen die Erzieher könnten alle 4 Tage Woche machen, weil es gibt ja genug Arbeitslose. Soll dann der Dachdecker der wegen „Rücken“ nicht mehr aufs Dach gehen kann in der Kita mit den Kindern am Boden spielen?

Ich bin durchaus offen dafür im Rahmen von weniger Perfektionismus solchen Quereinstieg zu fördern wenn dadurch z.B. mehr Platz für die qualifizierte Belegschaft entsteht die Aufgaben für die es die Qualifikation unbedingt braucht zu machen und einfache arbeiten auch zu übergeben. Das würde aber noch lange nicht den Raum schaffen den es braucht um in solchen Bereichen kurzfristig über eine 4-Tage Woche nachzudenken.

Es gibt durchaus Länder mit etwas weniger Kündigungsschutz in denen dafür auch schneller Leute eingestellt werden.

Ob das dann aber in Deutschland auch so der Fall wäre oder ob es dafür eine Unternehmensleitung bräuchte die eine andere Kultur entwickelt hat wäre wohl eine berechtigte Frage.

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Das ist im Grunde aktuell eine Überlegung. 1 Erzieherin für 60 Kinder, dazu Ergänzungskräfte wie Kinderpfleger und Sozialassistenten, und Quereinsteiger wie der Handwerker, der Musiker oder die Hausfrau….

Das haben wir ja auch im Thema Klmawandel. Anstatt das Thema von oben her anzupacken wird jeder Einzelne persönlich verantwortlich gemacht für die aktuelle Lage. Nicht unsere Art die Erde auszubeuten generell ist das Problem, sondern du und ich, die sich einmal im Jahr leisten in Urlaub zu fliegen.
So auch hier. Nicht die Geschäftsmodelle oder die Entscheidungen der Führungen sind das problem, nein, wir Arbeiter und Angestellten sind das Problem, weil wir für gerechten Lohn einstehen oder uns erdreisten nach 40 Stunden Arbeitszeit pro Woche nach Hause zu hgehen (weil Überstunden eben auch nicht bezahlt werden).

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Ist das so? Ich habe es so verstanden, dass dieses 1 Erzieher bei 60 Kindern nur als Ausnahme z.B. in einer Krankheitswelle möglich sein soll und nicht, dass dies generell so möglich sein soll.

Das wäre z.B. eine Maßnahme die ich im Rahmen von „weniger Perfektionismus wagen“ durchaus begrüße, WENN sichergestellt wird, dass dies eben wirklich eine absolute Ausnahme ist. Denn auch wenn das natürlich Gift für die Förderung während dieser Tage wäre, so wird das Kind auch nicht mehr gefördert wenn ich es kurzfristig mit auf die Arbeit nehmen muss weil ich früh um 7 die Info bekomme, dass die Kita nicht aufmacht und mein Termin schon auf dem Weg ist. Zumindest für den Tag an dem die Kita sonst ohne Vorankündigung zu wäre finde ich so ein Vorgehen akzeptabel. 4 mal pro Winter eine Woche lang darf sowas so aber nicht laufen.

Worum es mir eher ging war, dass ein Dachdecker der wegen Rückenleiden nicht mehr aufs Dach kann auch schlecht mit Kindern in der Kita arbeiten kann, wo er sich ständig auf die Höhe der Kinder begeben muss. Deshalb kann man nicht einfach sagen solange es Arbeitslose gibt können die anderen ja weniger arbeiten.
Hausmeister in einer Kita wäre aber z.B. dann doch denkbar.

Ich bin übrigens der Meinung, dass man nicht überall nur weniger Pefektionismus wagen sollte, sondern stellenweise sogar mehr. Bei Lehrern finde ich es z.B. Quatsch, dass die sich früh am Kopierer anstellen und wenn sie als erster dran stehen, dann haben sie noch 20 Minuten Leerlauf, wenn sie eine Minute später kommen sind schon 4 andere vor ihnen und sie warten 20 Minuten. Warum also nicht eine geringfügig beschäftigte Kraft anstellen, die Dinge die in ein entsprechendes Postfach gesendet werden für die Leerer ausdruckt und in ein Fach legt. Dann kann der jeweilige Lehrer 5 Minuten vor Beginn der Aufsichtspflicht an diesem Fach vorbei laufen und die für den Tag ausgedruckten Sachen mitnehmen.

Edit:
Mehr Pefektionismus gilt auch in der Verwaltung. Da wo man sich dagegen entscheidet Prozesse zu vereinfachen, z.B. weil man alle Informationen braucht um z.B. das Einhalten von Umweltstandards sicherzustellen, muss eine Genehmigung dann eben deutlich effizienter erfolgen können statt sowas teils über Jahre zu ziehen.